Rückblick 2021 „Wie dein Kind zum Lernprofi wird – Vor-Sprung macht fit!“

Ich freue mich riesig, dass der Kinderferienkurs „Wie dein Kind zum Lernprofi wird – Vor-Sprung macht fit!“ heuer stattgefunden hat.
Liebevoll wird dieser Kurs intern nur Vor-Sprung genannt. Denn genau das leistet der Kurs: Wir vermitteln Lerntechniken, zeigen deinem Kind wie es sich selbst motiviert und organisiert.

Bei Kursen ist es ja immer so, dass ich als Kursleiterin eine Vorstellung habe, was so ein Kurs leisten soll und wie er ablaufen könnte. Vorstellen kann ich mir viel. Wirklich bewährt hat sich ein Konzept erst nach dem ersten Durchlauf, wenn es allen Kindern Spaß gemacht hat und die Eltern vom Ergebnis begeistert sind.

Zwar hatten wir mit unvorhergesehenen Ereignissen zu kämpfen. Dina musste wegen familiärer Angelegenheiten am Dienstag abbrechen. Doch mein jüngerer Sohn (Jugendgruppenleiter, Jugendreferent der evang. Kirche und Student der technischen Mathematik) sprang spontan ein. Dafür bin ich sehr dankbar.

Die Kids fanden es cool auch mit einem jungen Mann Kontakt zu haben.

Das war beim Vor-Sprung 2021 definitiv der Fall. 4 von 6 Kindern sagten beim Abschied: „Ilse, wenn du das das nächste Jahr wieder machst, dann bin ich wieder dabei!“

Das ist das schönste Lob, das ich mir vorstellen kann. Der Vor-Sprung findet also im nächsten Jahr sicher wieder statt. Der Termin wird spätestens im Oktober 2021 festgelegt.

Teile diesen Beitrag und hilf mit den Familienalltag gelassen zu machen!

Letzte Woche habe ich ja über die 3-P-Formel im Familienalltag geschrieben. Ganz am Schluss habe ich erwähnt, dass diese Formel für viele andere Gebiete anwendbar ist; unter anderem auch für Schüler.

Natürlich ist die 3-P-Formel im Schulalltag eher für ältere Kinder geeignet. Ich würde meinen, dass Kinder ca. ab dem 8. – 9. Lebensjahr wirklich davon profitieren können.

Die 3-P-Formel kann deinem Kind helfen, sich selbst zu organisieren und zu strukturieren.

Die 3-P-Formel im Schulalltag

Weiterlesen
Teile diesen Beitrag und hilf mit den Familienalltag gelassen zu machen!

4. Klasse Volksschule (Grundschule) und der Wechsel auf die weiterführende Schule steht bevor.
Die Eltern machen sich Gedanken!

Wechsel an die weiterführende Schule
  • Welcher Schultyp ist der richtige für unser Kind?
  • Ist es den Anforderungen auf einem Gymnasium gewachsen?
  • Oder ist das zu viel Druck?
  • Was aber, wenn ich meinem Kind durch meine Entscheidung für den späteren Lebensweg etwas verbaue?

Hilfe – Wechsel in die weiterführende Schule

Fragen wie diese werden mit Partnern und anderen Eltern diskutiert.

Das Bildungssystem ist durchlässiger, als gedacht

Im Schweizer Bildungssystem kenne ich mich nicht so gut aus. Aber für Österreich und Deutschland gilt: Das Bildungssystem ist durchlässiger als gemeinhin angenommen. Auch wenn ihr euch für eine NMS entscheidet, kann dein Kind später an ein Gymnasium wechseln. Hier findest du eine Liste der Schultypen in Österreich. Hier findest du Tipps für Deutschland.

Diese Fähigkeiten braucht dein Kind beim Wechsel in die weiterführenden Schule

Doch ich möchte mich heute einem anderen Thema widmen. Es gibt Fähigkeiten, die dein Kind ganz unabhängig vom Schultyp braucht, wenn es die Schule wechselt. Diese Fähigkeiten werden ihm helfen sich im neuen Schulalltag gut zurecht zu finden und zu bestehen.

Dein Kind sollte:

  • seine Sachen beinander halten können
  • in der Lage sein, Aufträge richtig zu verstehen und umzusetzen
  • sich selbst organisieren können
  • sich konzentrieren können
  • ein Gefühl für die benötigte Arbeitszeit entwickeln
  • Hausaufgaben und Lernzeiten planen können

Denn unabhängig vom Schultyp kommen auf dein Kind neue Herausforderungen zu.

Die Kinder haben:

  • Mehr Fächer
  • Unterschiedliche Lehrer
  • Mehr Hausaufgaben
  • Größere Mengen an Lernstoff
  • Anfahrtszeiten zur Schule

Viele Kinder sind am Ende der vierten Klasse noch sehr verspielt und behütet. Die Grundschule war meistens fußläufig erreichbar und trotzdem wurden viele Kinder mit dem Auto geführt.

Höhere Schulen sind oft ein paar Orte weiter. Die Kinder müssen spätestens jetzt lernen öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen, Fahrpläne zu lesen und sich nach Abfahrtszeiten von Bussen und Zügen zu richten.

Einige Kinder haben einen längeren Schulweg und müssen daher viel früher aufstehen als zur Volksschulzeit.

Die Kinder werden aus einem Schulverband, wo sie „die Großen“ waren herausgerissen und sind in der neuen Schule auf einmal „die Kleinen“. Die eroberte Vormachtstellung geht verloren. Das verunsichert.

Es gibt aber nicht nur mehr Fächer und unterschiedliche Lehrer. Es ist grundsätzlich mehr und länger Unterricht und der Unterricht findet auch am Nachmittag statt.

Lernen verändert sich

Das Lerntempo nimmt deutlich zu. Die Arbeitsanweisungen sind weniger ausführlich. Vieles wird vorausgesetzt. Die Schülerinnen und Schüler sollen in der Lage sein theoretisch zu denken und komplexe Zusammenhänge herzustellen.

In der Grundschule erhalten die Kinder direkte Anweisungen wie „Die Schulübung wird in das rote Heft geschrieben.“ Hausübungen werden auf die Tafel geschrieben. In den höheren Schulen entfallen diese Anordnungen oft. Die Lehrer setzen voraus, dass die Schülerinnen und Schüler wissen, was sie zu tun haben.

Es gibt auch keine Anweisungen wie „wir schreiben das alle jetzt auf“ sondern die Pädagog:innen gehen davon aus, dass Tafelbilder ins Heft übertragen werden.

Genaues Arbeiten und Sorgfalt werden vorausgesetzt.

Vor allem das erste Jahr nach dem Umstieg ist eine Herausforderung

Egal in welche Schule dein Kind wechselt. Der Umstieg ist mit vielen neuen Erfahrungen verbunden. Dein Kind braucht eine Eingewöhnungszeit. Das wissen auch die Lehrer. Nach dem ersten Halbjahr haben sich die meisten Kinder aber bereits auf die neue Schule eingestellt.

Viele Schülerinnen und Schüler haben aber vor allem im ersten Halbjahr mit einer Menge Frustrationserlebnisse zu kämpfen. Nicht selten gibt es zum ersten Mal schlechte Noten, die Hausaufgaben scheinen ein unüberwindlicher Berg zu sein, und auch in den Fächern wie Biologie, Geographie und sogar Musik gibt es auf einmal wirklich Lernstoff. Manche Kinder machen das erste Mal die Erfahrung, dass sie lernen müssen und dass ihnen nicht mehr alles zuzufliegen schein.

Viele Kinder machen das erste Mal die Erfahrung, dass sie wirklich lernen müssen und dass ihnen nicht mehr alles zufliegt. – Wechsel in die weiterführende Schule Klick um zu Tweeten

Die meisten Kinder haben in der Volksschule nicht gelernt, wie man lernt. Sie wissen selbst nicht, welcher Lerntyp sie sind und sie haben auch keine Struktur in ihren Arbeitsabläufen.

Nachdem sie bis dato nicht lernen mussten fehlt ihnen auch die Erfahrung, wie lange sie brauchen, um sich den Lernstoff anzueignen. Das wiederum erschwert die zeitliche Planung.

So taumeln diese Kinder durch das erste Schulhalbjahr und fühlen sich schlicht überfordert.

Dieser harte Aufprall in der Realität lässt sich vermeiden

Was du dazu beitragen kannst

Schultasche packen

Zeige deinem Kind, wie es für seinen Bereich Verantwortung übernehmen kann. Das beginnt schon beim Packen der Schultasche. Spätestens in der 4. Klasse sollten Kinder lernen, selbst ihre Schulsachen für den nächsten Tag zu packen. Klar, du kannst als Mama dabei unterstützen, indem du eine Endkontrolle vornimmst.

Noch sinnvoller ist es aber, dass du mit deinem Kind gemeinsam eine Checkliste für die verschiedenen Wochentage machst, auf der vermerkt ist, was in die Schule mit muss. Dienstag ist Sport? – Dann steht auf der Montag-Abend-Pack-Checkliste Sportbeutel nicht vergessen!

So lernt dein Kind nach und nach eigenständig diese Liste abzuarbeiten.

Anordnungen befolgen

Während in der Grundschule jedes Mal darauf hingewiesen wird, dass die Deutsch-Schulübung ins blaue Heft kommt, wird das an den höheren Schulen zwar an den ersten Tagen gesagt, dann aber sollte dein Kind das wissen. Aber wie übt man das?

Mein Vorschlag lautet: Übt an ganz normalen Alltagssituationen, wo du deinem Kind eine Reihe von Anweisungen gibst, die es sich merken und nacheinander abarbeiten muss. Das kann man nämlich wirklich gut trainieren.

Du könntest z. B. schon auf dem Heimweg vom Einkaufen mit deinem Kind besprechen, dass es dir gleich nach dem Aussteigen aus dem Auto hilft den Einkauf rein zu tragen. Danach soll es sich die Schuhe ausziehen und die Hände waschen. Anschließend kann es das Obst waschen und in die Obstschüssel legen. Schon hat dein Kind eine Reihe von Arbeitsaufträgen erhalten, die es in einer bestimmten Reihenfolge abarbeiten soll. Je öfter es solche Dinge macht, desto eher wird es merken, dass es bereits im Gespräch genau aufpassen muss. Es muss sich die Aufträge gut merken und auch abarbeiten.

Selbstorganisation

Hilf deinem Kind sich selbst zur organisieren. Zeig ihm, wie es ein Hausaufgaben-Heft führt. Kein Schüler kann sich alles merken, was er in den einzelnen Fächern erledigen soll.

Vielleicht mag dein Kind auch eine Hausaufgaben-Mappe haben, in die alles hineinkommt, was es für die Erledigung der Hausaufgaben braucht: die entsprechenden Hefte, Bücher und Arbeitsblätter. So ist alles übersichtlich an einem Platz und zu Hause braucht nur diese Mappe gemeinsam mit dem Hausaufgaben-Heft zur Hand genommen werden.

Lernplan erstellen

Am Anfang ist es – wie schon beschrieben – für die Kinder schwer abzuschätzen, wie lange sie zum Lernen brauchen und wie oft sie etwas wiederholen müssen, bis sie es können.

Daher ist es sinnvoll, wenn du dein Kind anfänglich dabei unterstützt eine Struktur zu entwickeln.

Setzt euch gemeinsam hin und überlegt, was dein Kind an welchem Tag lernen muss und wie viel Zeit es dafür braucht. Dann erstellt ihr einen Lernplan. Er sieht aus, wie der Stundenplan in der Schule. Nur, dass halt statt Englischunterricht Englisch Vokabel lernen am Programm steht.

Pausen einplanen und Ausgleich

Wer arbeitet braucht auch Pausen. Das gilt auch für das Lernen. Ermutige dein Kind also Pausen einzuplanen.

Gerade Kinder, die viel lernen brauchen auch Abwechslung. Achte also darauf, dass sich dein Kind auch mit Freunden trifft, Sport betreibt oder ein Hobby hat, bei dem es Entspannen kann.

Kontrolle

Vor allem am Anfang kann liebevolle elterliche Kontrolle sehr unterstützend sein:

  • Sind alle Aufgaben gemacht?
  • Wurden die Aufgaben vollständig gelöst?
  • Gab es bei der Aufgabenstellung Missverständnisse?
  • Wurden alle Vokabel wiederholt?
  • Ist klar, dass auch für die „Nebengegenstände“ gelernt werden muss?

Sei Waiter

Heidi Maier-Hauser hat in ihrem Buch Leben-ermutigen-loslassen den Begriff des Waiters eingeführt. Sie beschreibt die elterliche Rolle wie die eines Kellners (Waiters) in einem luxuriösen Restaurant. Dieser Kellner steht still und wartend (engl. wait) im Hintergrund bis er gebraucht wird.

Sie meint auch Eltern sollten sich still und beobachtend im Hintergrund halten, bis sie gebraucht werden und keinesfalls zu früh eingreifen. Denn Kinder brauche die Erfahrung, dass sie selbst etwas geschafft haben. Greifen Eltern zu früh ein, so nehmen sie den Kindern das Erfolgserlebnis.

Der Stufenplan für dein Eingreifen

  1. Lass dein Kind selbst versuchen, mit den Aufgabenstellungen zurecht zu kommen. Warte ab!
  2. Wenn dein Kind feststeckt, dann versuche es durch gezielte Fragen auf den richtigen Weg zu bringen. Kläre worin die Schwierigkeit besteht. Für viele Kinder ist allein die Tatsache, dass sie darüber nachdenken, warum sie nicht weiterkommen, schon der Schritt zur Lösung. Andere lernen bei dieser Vorgangsweise Probleme zu benennen.
  3. Wenn dein Kind die Aufgabenstellung nicht versteht, dann erkläre sie mit eigenen Worten. Vielleicht mag dein Kind aber lieber einen Mitschüler oder eine Mitschülerin anrufen. Denn gemeinsam kommen Kinder oft schneller zu einer Lösung.
  4. Wenn die Aufgabe trotzdem zu schwer ist, dann hilf beim ersten Schritt. Oft ist das die Initialzündung, dass dein Kind allein weiter machen kann.
    Wenn es gar nicht anders geht, dann überlege gemeinsam mit deinem Kind, wie die Aufgabe gelöst werden kann. Die erste Idee sollte dabei immer von deinem Kind kommen.

Du möchtest das nicht selbst machen?

Kein Problem, wenn du in der Nähe von Wiener Neustadt wohnst, dann gibt es eine Lösung.

Vor-Sprung macht dein Kind fit für den Übertritt

Dina Beneken und ich bereiten dein Kind im Ferienkurs „Wie dein Kind zum Lernprofi wird – Vor-Sprung macht fit!“ auf den Übertritt in die weiterführende Schule vor.

  • Wir finden gemeinsam mit deinem Kind heraus, welcher Lerntyp es ist.
  • Dein Kind erfährt, welche Lerntechniken besonders unterstützend sind.
  • Dein Kind bekommt Strategien an die Hand, um sich selbst zu organisieren.
  • Spielerisch trainieren wir Merkfähigkeit, Konzentration und Arbeitsgedächtnis.
  • Dein Kind lernt Motivationstechniken kennen.
  • Und vor allem wird dein Kind merken, wie viel Spaß es machen kann gemeinsam mit anderen zu lernen.

Unser Grundsatz ist: Lernen muss sich nicht immer wie lernen anfühlen!

Daruf kannst du dein Kind vorab vorbereiten

Verschiedene Lehrpersonen

Unterschiedliche Lehrer zu haben bedeutet auch mit verschiedenen Vorlieben konfrontiert zu sein. Ein Lehrer liebt eine bunte Heftführung, eine andere Lehrerin legt großen Wert auf die Mitarbeit während der Stunde, der nächsten ist eine gute Struktur in den Heften wichtig.

Diese Eigenheiten muss dein Kind zuerst einmal erkennen und dann soll es sie auch noch passgenau umsetzen. Das ist anfangs wirklich schwer. Du kannst dein Kind dabei unterstützen, indem du dir über die einzelnen Personen erzählen lässt und ihr gemeinsam überlegt, was dieser Lehrer oder diese Lehrerin mag. Oder auch was sie besonders aufregt. Dann fällt es deinem Kind leichter sich auf dieses Verhalten einzustellen. Das bedeutet nicht, dass dein Kind sich wie ein dressiertes Äffchen verhalten soll. Aber es wird sehen, dass es mit manchen Lehrkräften besser auskommt, wenn es auf diese Eigenheiten Rücksicht nimmt. In Wirklichkeit ist das ein sehr kluges Verhalten, das allen das Leben erleichtert.

Arbeitsaufträge genau lesen und nicht nur überfliegen

Zeige deinem Kind das es wichtig ist Arbeitsaufträge zuerst einmal in Ruhe durchzulesen und durchzudenken und nicht gleich in Aktionismus zu verfallen. Denn so manche Aufgabe hat eine unvermutete Wendung.

Lehrer nicht voreilig beurteilen

Vielleicht kommt dir oder deinem Kind das Verhalten eines Lehrers oder einen Lehrerin komisch vor. Möglicherweise findest du ihn zu streng oder sie zu rigide. Viele Lehrer und Lehrerinnen sind anfangs streng und werden dann netter. Sie wissen, dass sie am Anfang klare Verhältnisse schaffen müssen, damit sie gut unterrichten können. Versuche neutral zu bleiben und deinem Kind das auch so zu kommunizieren. Du tust ihm damit vor allem dann einen Gefallen, wenn die Chemie zwischen dieser Person und deinem Kind nicht die beste ist.

Lehrer zuhören und Signale deuten lernen

Bring deinem Kind bei Lehrern genau zuzuhören. Denn die meisten Lehrer sind interessiert, dass ihre Schülerinnen und Schüler Erfolge haben. Daher gibt es mehr oder weniger versteckte Vorwarnungen. Wenn eine Lehrkraft sagt: „Schaut euch bis zur nächsten Stunde/vor der Schularbeit diese Seite noch einmal an.“, dann heißt das meistens „So etwas in der Art wird abgefragt.“

Wenn Schüler und Schülerinnen diese Signale deute können, dann tun sie sich bei der Vorbereitung leichter.

Wie immer gilt auch beim Übertritt in die weiterführende Schule

Bleib gesund und gelassen!
Deine Mütterversteherin

Teile diesen Beitrag und hilf mit den Familienalltag gelassen zu machen!
wie lernen Kinder richtig lernen

Lerntypen – Welcher Lerntyp ist mein Kind?

Im zweiten Teil der Serie Lernen lernen geht es jetzt ans Eingemachte. Wir schauen, was dein Kind tun kann, um gehirngerecht zu lernen.

Vorher möchte ich allerdings noch einige Dinge klären.

Lerntypen, Welcher Lerntyp ist mein Kind

Lerntypen – Gibt es die wirklich?

Nachdem die Menschen wissen wollten wie lernen funktioniert, haben sie natürlich auch versucht, eine Einteilung zu finden. Wir Menschen streben nach Ordnung und Struktur und alles, was eine Struktur hat, ist erstens leichter zu lernen und zweitens gibt es uns das Gefühl der Sicherheit. Es gibt uns die Illusion des Beherrschbaren. Daher gibt es natürlich auch Einteilungen in Lerntypen. Du merkst ich spreche nicht von einer Einteilung, sondern von Einteilungen. Denn ganz so einfach ist die Sache mit den Schubladen doch nicht.

Ich finde zwei Einteilungen ganz nützlich um sich zu orientieren.

1. Lerntypen nach VAKOG

VAKOG ist ein Akronym – ein Wort, das sich aus den Anfangsbuchstaben der Begriffe visuell-auditiv-kinästhetisch-olfaktorisch und gustatorisch zusammensetzt.

Es handelt sie um unsere Sinneskanäle: sehen, hören, fühlen, riechen, schmecken.

Alles was um dich herum passiert, nimmst du mit deinen Sinnen auf. Deine Sinne sind also auch am Lernen beteiligt.
Wobei es beim Lernen drei Hauptkanäle gibt: sehen, hören und fühlen.

Demnach werden die Lerntypen folgendermaßen eingeteilt:

Visueller Lerntyp

Das sind Menschen, die sich Sachverhalte besonders gut merken, wenn sie diese sehen. Sie merken sich oft genau, auf welcher Seite eines Buches sie bestimmte Fakten gelesen haben. Wenn sie sich an etwas erinnern, dann läuft vor ihrem geistigen Auge ein Film ab oder es entsteht ein Bild.

Auditiver Lerntyp

Diese Menschen merken sich besonders gut Dinge, die sie hören. Für sie ist es sehr wichtig, ob Lehrende eine angenehme Stimme haben, ob sie moduliert und akzentuiert sprechen. Auch die Sprachmelodie spielt eine Rolle. Sie hören gerne Podcasts und Hörspiele und können diese Inhalte oft wortgetreu wiedergeben.

Kinästhetischer Lerntyp

Dieser Typ muss Dinge fühlen, spüren, ausprobieren und selbst machen. Es geht also sowohl um die Berührung durch die Finger, also auch um Emotionen.

Der Geschmacks- und der Geruchssinn spielen beim Lernen eine untergeordnete Rolle. Du solltest diese Sinne aber nicht vernachlässigen. Vor allem bei der Gestaltung der Lernumgebung können sie hilfreich sein.

Beim Lernen gibt es allerdings noch 2 Sondertypen.

Auditiv-digitaler Typ

Diese Menschen brauchen viel Struktur und sie merken sich am besten Zahlen, Daten und Fakten. Sie lieben Charts und Tabellen und gehen sehr analytisch vor.

Kommunikativer Typ

Diese Menschen lernen am besten in Gruppen und im Dialog bzw. im Gespräch.


Ich halte es aber für falsch zu sagen: „Ich bin Lerntyp xy!“, und nur mehr nach diesem Lerntyp zu lernen.
Erstens gibt es kaum reine Typen. Die meisten Menschen sind Mischtypen.
Hier findest du übrigens einen schönen Artikel von Geolino zu dem Thema.

Das sollte allein durch die Beschreibung des auditiv-digitalen und des kommunikativen Typs klar geworden sein. Denn Kommunikation und Gespräch hilft fast allen Menschen beim Lernen. Allein schon deshalb, weil Beziehung entsteht und durch die Beziehung Emotionen entstehen. Wie wir bereits im Teil 1 dieser Serie gesehen haben, sind Emotionen ganz wichtig für das Gehirn, um eine Lernbereitschaft herzustellen.

Zweitens sollte es dein Ziel sein, auch andere Sinneskanäle und Typologien zu bedienen, wenn du leicht und einfach lernen willst.

Je mehr Aufnahmekanäle du nützt, desto leichter ist es für dein Gehirn die Informationen abzulegen und zu verknüpfen und danach auch wieder abzurufen.

Ilse Lechner

Psst, in unserem Sommer-Ferien-Kurs Vor-Sprung – Fit für den Übertritt lernt dein Kind gehirngerecht zu lernen. Es erfährt welcher Lerntyp es ist und welche Lernmethoden am besten zu ihm passen. Wir zeigen ihm auch, wie es sein Spektrum erweitern kann, sodass es alle Sinneskanäle nützt.

2. Lerntypen nach den Fragen, die sie stellen (4-Mat-System)

Man kann die Lerntypen auch nach den Fragen, die sie stellen, einteilen.

Dieses Modell stammt von David Kolb und Bernice McCarthy und baut auf der Typologie von C.G. Jung auf. Es gibt also die Typen Denken, Fühlen, Empfinden und Intuieren und von allen Typen jeweils eine introvertierte und eine extravertierte Variante.

Die vier Typen des 4-Mat-Systems

Warum-Typ

Dieser Typ ist ein Entscheider, seine Motivation ist der Sinn. Er trachtet also hinter allem was er tut einen Sinn zu erkennen. Vom Lerntyp her ist er ein reflektiver Beobachter. Es interessiert ihn immer das Warum.
Warum soll ich mich mit einem Thema beschäftigen?
Warum ist es gerade jetzt interessant?
Diesem Typ geht es um die Brisanz der Information. Er möchte das, was er lernt, in Bezug zu seinem aktuellen Leben bringen.

Was-Typ

Das ist der Typ des klassischen Wissenschaftlers. Definitionen sind sein Ding. Diese Typen sind Denkende, denen es um Informationen geht. Sie brauchen Definitionen, Fakten und Daten. Ohne den Was-Typ wäre die Einteilung der Arten in Gattungen, Arten, Klassen und Unterklassen nie passiert. Das ist ihr Reich.

Der Wie-Typ

Dieser Typ ist ein Entdecker und Improvisierer. Wie-Typen lieben es zu experimentieren. Sie wollen immer wissen, WIE etwas geht/funktioniert. Wie-Typen wollen selbst machen, ausprobieren. Sie brauchen Handlungsanleitungen, die sie nachvollziehen können. Bares Wissen ohne Umsetzung scheint ihnen wertlos. Alles dreht sich um Problemlösungen und Anwendungsmöglichkeiten.

Wozu (noch)-Typ

Dieser Typ denkt weiter. Er legt seine Erfahrungen um und versucht sie in anderen Gebieten anzuwenden. Es sind die Visionäre, die an den Möglichkeiten interessiert sind; Praktiker, die Chancen nützen wollen. Sie wägen auch Chancen gegen Risiken ab und denken bei allem: Wozu kann ich das noch benutzen. Wenn du jemanden siehst, der aus einem Kleiderbügel einen Kochbuchhalter macht, dann ist das sicher ein Wozu (noch)-Typ.

Auch hier gilt wieder:Es gibt kaum Typen in reiner Form. Das ist auch gut so, denn so können wir einander besser verstehen und gut aufeinander eingehen. Klick um zu Tweeten

Außerdem – du ahnst es schon – bauen sich die Typen nach den Fragen mit der Entwicklung erst langsam auf. Fast alle Kinder haben rund um das 4. Lebensjahr das Warum-Alter. Diese Phase ist für Eltern unheimlich anstrengend, aber auch sehr wichtig. Kinder dieses Alters haben einen großen Forschergeist und je ausführlicher und geduldiger ihre Fragen beantwortet werden, desto besser können sie sich entwickeln. Ich weiß, es ist an manchen Tagen lästig, aber mit der geduldigen Beantwortung der Fragen hältst du die Neugier und die Lernbereitschaft deines Kindes lebendig.

Wie dein Kind zum Lernprofi wird – Der Ferienkurs Vor-Sprung macht fit!

Im Ferienkurs Vor-Sprung finden Dina Beneken und ich gemeinsam mit deinem Kind heraus, welcher Lerntyp es ist und mit welchem Sinneskanal es Lernstoff besonders leicht und schnell aufnimmt. Natürlich lernt dein Kind auch, welche Methoden genau für seinen Lerntyp besonders geeignet sind.


Dein Kind erfährt wie es sich selbst struktureren und organsieren kann. Wir zeigen wie s mit einfachen Tricks seine Leistung optimiert. Nebenbei schulen wir spielerisch Arbeitsgedächtnis, Konzentration und Merktechniken. So wird dein Kind fit für das selbständige Arbeiten, das für die weiterführende Schule erforderlich ist.


Übrigens:
Eltern müssen nicht allwissend sein. Es ist in Ordnung, wenn du einmal sagen musst: „Das weiß ich selbst nicht.“ In diesem Bekenntnis liegt die große Chance, dass ihr euch gemeinsam auf die Suche nach der Lösung oder den Fakten macht. Auch so lernt dein Kind ganz wichtige Dinge für sein Leben:
Menschen müssen nicht unfehlbar sein.
Wie suche ich nach Informationen.

Dabei wird es feststellen, dass es Spaß macht, sich gemeinsam auf Forschungsreise zu begeben.

Bleib gesund und gelassen!

Teile diesen Beitrag und hilf mit den Familienalltag gelassen zu machen!
wie lernen Kinder richtig lernen

Lernen lernen

„Wie lernt mein Kind richtig lernen?“

Das ist ein Stoßseufzer vieler Eltern.
Erwachsene erwarten von Kindern, dass sie lernen. Das können die meisten Kinder auch gut, so lange sie klein sind und einfach nur ihren Interessen nachgehen dürfen. Sie machen das, was sie wollen und werden darin besser. Dabei ist es egal, ob es sich um das Trinken aus einem Glas, das Gehen lernen, Fahrrad fahren, malen oder etwas Anderes handelt.

Sicher hast du aber bemerkt, dass dein Kind bei all diesen Dingen etwas tun darf. Es ist aktiv. Es macht Bewegungen, übt sie ein und lernt dabei. Dein Kind macht genau das, was es gerade interessant findet. In diesem Alter lernen Kinder scheinbar mühelos und von selbst.

lernen lernen, 2 Kinder mit globus und lernmaterial

Dann kommt die Schule und mit ihr Wissenserwerb. Die meisten Kinder lernen in Volks- und Grundschule noch sehr gut. Sie freuen sich auf die Buchstaben, wollen das erste Buch lesen und freuen sich, dass sie rechnen können. Aber schon hier tauchen bei manchen Kindern Schwierigkeiten auf. Sie mühen sich ab und plagen sich.

Sie erkennen, dass sie aktiv üben müssen. Weil von ihnen aber erwartet wird, dass sie etwas üben, das im Moment alle machen und was sie vielleicht im Moment gar nicht interessiert, wird es mühsam. Daher sollten Kinder spätestens jetzt Unterstützung bekommen und lernen, wie sie richtig selbst lernen.

Weiterlesen
Teile diesen Beitrag und hilf mit den Familienalltag gelassen zu machen!