Rückblick 2021 „Wie dein Kind zum Lernprofi wird – Vor-Sprung macht fit!“

Ich freue mich riesig, dass der Kinderferienkurs „Wie dein Kind zum Lernprofi wird – Vor-Sprung macht fit!“ heuer stattgefunden hat.
Liebevoll wird dieser Kurs intern nur Vor-Sprung genannt. Denn genau das leistet der Kurs: Wir vermitteln Lerntechniken, zeigen deinem Kind wie es sich selbst motiviert und organisiert.

Bei Kursen ist es ja immer so, dass ich als Kursleiterin eine Vorstellung habe, was so ein Kurs leisten soll und wie er ablaufen könnte. Vorstellen kann ich mir viel. Wirklich bewährt hat sich ein Konzept erst nach dem ersten Durchlauf, wenn es allen Kindern Spaß gemacht hat und die Eltern vom Ergebnis begeistert sind.

Zwar hatten wir mit unvorhergesehenen Ereignissen zu kämpfen. Dina musste wegen familiärer Angelegenheiten am Dienstag abbrechen. Doch mein jüngerer Sohn (Jugendgruppenleiter, Jugendreferent der evang. Kirche und Student der technischen Mathematik) sprang spontan ein. Dafür bin ich sehr dankbar.

Die Kids fanden es cool auch mit einem jungen Mann Kontakt zu haben.

Das war beim Vor-Sprung 2021 definitiv der Fall. 4 von 6 Kindern sagten beim Abschied: „Ilse, wenn du das das nächste Jahr wieder machst, dann bin ich wieder dabei!“

Das ist das schönste Lob, das ich mir vorstellen kann. Der Vor-Sprung findet also im nächsten Jahr sicher wieder statt. Der Termin wird spätestens im Oktober 2021 festgelegt.

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wie lernen Kinder richtig lernen

Lerntypen – Welcher Lerntyp ist mein Kind?

Im zweiten Teil der Serie Lernen lernen geht es jetzt ans Eingemachte. Wir schauen, was dein Kind tun kann, um gehirngerecht zu lernen.

Vorher möchte ich allerdings noch einige Dinge klären.

Lerntypen, Welcher Lerntyp ist mein Kind

Lerntypen – Gibt es die wirklich?

Nachdem die Menschen wissen wollten wie lernen funktioniert, haben sie natürlich auch versucht, eine Einteilung zu finden. Wir Menschen streben nach Ordnung und Struktur und alles, was eine Struktur hat, ist erstens leichter zu lernen und zweitens gibt es uns das Gefühl der Sicherheit. Es gibt uns die Illusion des Beherrschbaren. Daher gibt es natürlich auch Einteilungen in Lerntypen. Du merkst ich spreche nicht von einer Einteilung, sondern von Einteilungen. Denn ganz so einfach ist die Sache mit den Schubladen doch nicht.

Ich finde zwei Einteilungen ganz nützlich um sich zu orientieren.

1. Lerntypen nach VAKOG

VAKOG ist ein Akronym – ein Wort, das sich aus den Anfangsbuchstaben der Begriffe visuell-auditiv-kinästhetisch-olfaktorisch und gustatorisch zusammensetzt.

Es handelt sie um unsere Sinneskanäle: sehen, hören, fühlen, riechen, schmecken.

Alles was um dich herum passiert, nimmst du mit deinen Sinnen auf. Deine Sinne sind also auch am Lernen beteiligt.
Wobei es beim Lernen drei Hauptkanäle gibt: sehen, hören und fühlen.

Demnach werden die Lerntypen folgendermaßen eingeteilt:

Visueller Lerntyp

Das sind Menschen, die sich Sachverhalte besonders gut merken, wenn sie diese sehen. Sie merken sich oft genau, auf welcher Seite eines Buches sie bestimmte Fakten gelesen haben. Wenn sie sich an etwas erinnern, dann läuft vor ihrem geistigen Auge ein Film ab oder es entsteht ein Bild.

Auditiver Lerntyp

Diese Menschen merken sich besonders gut Dinge, die sie hören. Für sie ist es sehr wichtig, ob Lehrende eine angenehme Stimme haben, ob sie moduliert und akzentuiert sprechen. Auch die Sprachmelodie spielt eine Rolle. Sie hören gerne Podcasts und Hörspiele und können diese Inhalte oft wortgetreu wiedergeben.

Kinästhetischer Lerntyp

Dieser Typ muss Dinge fühlen, spüren, ausprobieren und selbst machen. Es geht also sowohl um die Berührung durch die Finger, also auch um Emotionen.

Der Geschmacks- und der Geruchssinn spielen beim Lernen eine untergeordnete Rolle. Du solltest diese Sinne aber nicht vernachlässigen. Vor allem bei der Gestaltung der Lernumgebung können sie hilfreich sein.

Beim Lernen gibt es allerdings noch 2 Sondertypen.

Auditiv-digitaler Typ

Diese Menschen brauchen viel Struktur und sie merken sich am besten Zahlen, Daten und Fakten. Sie lieben Charts und Tabellen und gehen sehr analytisch vor.

Kommunikativer Typ

Diese Menschen lernen am besten in Gruppen und im Dialog bzw. im Gespräch.


Ich halte es aber für falsch zu sagen: „Ich bin Lerntyp xy!“, und nur mehr nach diesem Lerntyp zu lernen.
Erstens gibt es kaum reine Typen. Die meisten Menschen sind Mischtypen.
Hier findest du übrigens einen schönen Artikel von Geolino zu dem Thema.

Das sollte allein durch die Beschreibung des auditiv-digitalen und des kommunikativen Typs klar geworden sein. Denn Kommunikation und Gespräch hilft fast allen Menschen beim Lernen. Allein schon deshalb, weil Beziehung entsteht und durch die Beziehung Emotionen entstehen. Wie wir bereits im Teil 1 dieser Serie gesehen haben, sind Emotionen ganz wichtig für das Gehirn, um eine Lernbereitschaft herzustellen.

Zweitens sollte es dein Ziel sein, auch andere Sinneskanäle und Typologien zu bedienen, wenn du leicht und einfach lernen willst.

Je mehr Aufnahmekanäle du nützt, desto leichter ist es für dein Gehirn die Informationen abzulegen und zu verknüpfen und danach auch wieder abzurufen.

Ilse Lechner

Psst, in unserem Sommer-Ferien-Kurs Vor-Sprung – Fit für den Übertritt lernt dein Kind gehirngerecht zu lernen. Es erfährt welcher Lerntyp es ist und welche Lernmethoden am besten zu ihm passen. Wir zeigen ihm auch, wie es sein Spektrum erweitern kann, sodass es alle Sinneskanäle nützt.

2. Lerntypen nach den Fragen, die sie stellen (4-Mat-System)

Man kann die Lerntypen auch nach den Fragen, die sie stellen, einteilen.

Dieses Modell stammt von David Kolb und Bernice McCarthy und baut auf der Typologie von C.G. Jung auf. Es gibt also die Typen Denken, Fühlen, Empfinden und Intuieren und von allen Typen jeweils eine introvertierte und eine extravertierte Variante.

Die vier Typen des 4-Mat-Systems

Warum-Typ

Dieser Typ ist ein Entscheider, seine Motivation ist der Sinn. Er trachtet also hinter allem was er tut einen Sinn zu erkennen. Vom Lerntyp her ist er ein reflektiver Beobachter. Es interessiert ihn immer das Warum.
Warum soll ich mich mit einem Thema beschäftigen?
Warum ist es gerade jetzt interessant?
Diesem Typ geht es um die Brisanz der Information. Er möchte das, was er lernt, in Bezug zu seinem aktuellen Leben bringen.

Was-Typ

Das ist der Typ des klassischen Wissenschaftlers. Definitionen sind sein Ding. Diese Typen sind Denkende, denen es um Informationen geht. Sie brauchen Definitionen, Fakten und Daten. Ohne den Was-Typ wäre die Einteilung der Arten in Gattungen, Arten, Klassen und Unterklassen nie passiert. Das ist ihr Reich.

Der Wie-Typ

Dieser Typ ist ein Entdecker und Improvisierer. Wie-Typen lieben es zu experimentieren. Sie wollen immer wissen, WIE etwas geht/funktioniert. Wie-Typen wollen selbst machen, ausprobieren. Sie brauchen Handlungsanleitungen, die sie nachvollziehen können. Bares Wissen ohne Umsetzung scheint ihnen wertlos. Alles dreht sich um Problemlösungen und Anwendungsmöglichkeiten.

Wozu (noch)-Typ

Dieser Typ denkt weiter. Er legt seine Erfahrungen um und versucht sie in anderen Gebieten anzuwenden. Es sind die Visionäre, die an den Möglichkeiten interessiert sind; Praktiker, die Chancen nützen wollen. Sie wägen auch Chancen gegen Risiken ab und denken bei allem: Wozu kann ich das noch benutzen. Wenn du jemanden siehst, der aus einem Kleiderbügel einen Kochbuchhalter macht, dann ist das sicher ein Wozu (noch)-Typ.

Auch hier gilt wieder:Es gibt kaum Typen in reiner Form. Das ist auch gut so, denn so können wir einander besser verstehen und gut aufeinander eingehen. Klick um zu Tweeten

Außerdem – du ahnst es schon – bauen sich die Typen nach den Fragen mit der Entwicklung erst langsam auf. Fast alle Kinder haben rund um das 4. Lebensjahr das Warum-Alter. Diese Phase ist für Eltern unheimlich anstrengend, aber auch sehr wichtig. Kinder dieses Alters haben einen großen Forschergeist und je ausführlicher und geduldiger ihre Fragen beantwortet werden, desto besser können sie sich entwickeln. Ich weiß, es ist an manchen Tagen lästig, aber mit der geduldigen Beantwortung der Fragen hältst du die Neugier und die Lernbereitschaft deines Kindes lebendig.

Wie dein Kind zum Lernprofi wird – Der Ferienkurs Vor-Sprung macht fit!

Im Ferienkurs Vor-Sprung finden Dina Beneken und ich gemeinsam mit deinem Kind heraus, welcher Lerntyp es ist und mit welchem Sinneskanal es Lernstoff besonders leicht und schnell aufnimmt. Natürlich lernt dein Kind auch, welche Methoden genau für seinen Lerntyp besonders geeignet sind.


Dein Kind erfährt wie es sich selbst struktureren und organsieren kann. Wir zeigen wie s mit einfachen Tricks seine Leistung optimiert. Nebenbei schulen wir spielerisch Arbeitsgedächtnis, Konzentration und Merktechniken. So wird dein Kind fit für das selbständige Arbeiten, das für die weiterführende Schule erforderlich ist.


Übrigens:
Eltern müssen nicht allwissend sein. Es ist in Ordnung, wenn du einmal sagen musst: „Das weiß ich selbst nicht.“ In diesem Bekenntnis liegt die große Chance, dass ihr euch gemeinsam auf die Suche nach der Lösung oder den Fakten macht. Auch so lernt dein Kind ganz wichtige Dinge für sein Leben:
Menschen müssen nicht unfehlbar sein.
Wie suche ich nach Informationen.

Dabei wird es feststellen, dass es Spaß macht, sich gemeinsam auf Forschungsreise zu begeben.

Bleib gesund und gelassen!

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wie lernen Kinder richtig lernen

Lernen lernen

„Wie lernt mein Kind richtig lernen?“

Das ist ein Stoßseufzer vieler Eltern.
Erwachsene erwarten von Kindern, dass sie lernen. Das können die meisten Kinder auch gut, so lange sie klein sind und einfach nur ihren Interessen nachgehen dürfen. Sie machen das, was sie wollen und werden darin besser. Dabei ist es egal, ob es sich um das Trinken aus einem Glas, das Gehen lernen, Fahrrad fahren, malen oder etwas Anderes handelt.

Sicher hast du aber bemerkt, dass dein Kind bei all diesen Dingen etwas tun darf. Es ist aktiv. Es macht Bewegungen, übt sie ein und lernt dabei. Dein Kind macht genau das, was es gerade interessant findet. In diesem Alter lernen Kinder scheinbar mühelos und von selbst.

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Dann kommt die Schule und mit ihr Wissenserwerb. Die meisten Kinder lernen in Volks- und Grundschule noch sehr gut. Sie freuen sich auf die Buchstaben, wollen das erste Buch lesen und freuen sich, dass sie rechnen können. Aber schon hier tauchen bei manchen Kindern Schwierigkeiten auf. Sie mühen sich ab und plagen sich.

Sie erkennen, dass sie aktiv üben müssen. Weil von ihnen aber erwartet wird, dass sie etwas üben, das im Moment alle machen und was sie vielleicht im Moment gar nicht interessiert, wird es mühsam. Daher sollten Kinder spätestens jetzt Unterstützung bekommen und lernen, wie sie richtig selbst lernen.

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Meine liebsten Motivationskicks

Dieser Artikel über meine liebsten Motivationskicks wurde erstmals im Juni 2015 veröffentlicht und im April 2020 überarbeitet

Manchmal kommt es vor, dass wir Aufgaben vor uns haben, die uns im Moment absolut nicht freuen. Viel lieber würden wir etwas anderes machen.

Es geht nicht nur uns Erwachsenen so. Kindern geht es auch so!

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Bei Kindern bemühen wir uns meist, ihnen die Aufgaben so schmackhaft wie möglich zu machen, bzw. in ein Spiel einzubinden.
Diesbezüglich habe ich gemeinsam mit meinen Kindern viel über Selbst- und Fremdmotivation gelernt. Mein oberstes Bestreben war immer, meinen Kindern die Arbeit leicht und freudvoll zu gestalten. Ich selbst bin von Haus aus zwar ein eher fauler (ja, ich stehe dazu), aber organisierter und disziplinierter Mensch. Meine oberste Prämisse ist es, die Dinge so schnell als möglich zu erledigen, dann habe ich sie hinter mir und auch aus dem Kopf.

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Gelassenheit im Umgang mit schlechten Schulleistungen

Gelassenheit im Umgang mit schlechten Schulleistungen - schlechte Schulleistungen

Vielen Eltern machen schlechte Schulleistungen ihrer Kinder zu schaffen. Einerseits machen sie sich sofort Sorgen, dass ihr Kind keinen ordentlichen Beruf ergreifen kann, andererseits werden sie auch an die eigene Schulzeit erinnert.

Nichts katapultiert uns so schnell in die eigene Schulzeit zurück, wie eine schlechte Note des Kindes, in einem Fach, wo wir selbst auch nicht gerade die Überflieger waren. Da steigen sofort Ängste hoch.
Es sind nicht immer die Ängste um das Kind. Oft sind es die eigenen Schulerinnerungen und die damit verbundenen Gefühle, die Eltern dann beherrschen.

Aus diesem Grund habe ich hier ein paar Grundsätze für Gelassenheit im Umgang mit schlechten Schulleistungen des eigenen Kindes zusammengetragen.

Eine schlechte Note ist noch kein Beinbruch

Das klingt banal. In der heutigen Leistungsgesellschaft streben wir aber nach schneller, höher, stärker besser. Ich beobachte, dass gerade für Eltern von guten Schülern, oft eine Welt zusammenbricht, wenn das Kind einmal mit einer wirklich schlechten Note kommt.

Hier hilft wirklich die Erinnerung. Eine schlechte Note ist kein Beinbruch. Vielleicht war das Kind nicht ganz gesund oder es hatte einen schlechten Tag.

Am besten unterstützt du dein Kind, indem du eine neutrale Haltung bewahrst. Gute Schüler ärgern sich meist selbst genug, wenn sie wissen, dass die Fehler vermeidbar waren.

Und wenn sie wirklich mal den Stoff nicht beherrschen, dann hilft gezieltes Nachholen besser als jeder Vorwurf. Mit Vorwürfen verunsicherst du dein Kind.

DU bist nicht dein Kind

Ruf dir in Erinnerung, dass du deine Schulleistungen schon erbracht hast und übergib deinem Kind, die Verantwortung für seine Leistung. Unterstütze es, wo du kannst. Du hast aber keinen Grund für ein schlechtes Gewissen, wenn dein Kind schulisch nicht glänzt. Jeder Mensch hat andere Qualitäten.

Falle nicht in alte Muster

Vermeide es in alte Muster zu fallen. Wenn du dir in einem Gegenstand schwer getan hast und nun bringt dein Kind in genau dem Gegenstand schlechte Noten nach Hause, dann steigen die alten Gefühle wieder hoch. In diesem Zustand kannst du deinem Kind weder helfen, noch es unterstützen.

Bei uns war es so, dass mein Mann in der Schule nicht gerade ein Sprachgenie war. Das lag nicht an seiner mangelnden sprachlichen Begabung, sondern an seinen Lehrern und an seiner Legasthenie. Ich wiederum war in Latein ständig zwischen sein und nicht-sein.

Brachten unsere Kinder in einem dieser Gegenstände schlechte Noten nach Hause, so war mein Mann vor allem in den Sprachen sehr betroffen und ich in Latein. Der jeweils andere fand das gar nicht schlimm. Aus genau diesem Grund übernahm derjenige es, mit dem Kind zu lernen.

Stärken stärken

Unterstütze dein Kind nicht nur, sich in dem Gegenstand weiterzubilden, wo es Mängel hat, sondern hilf ihm auch seine Stärken zu finden und auszubilden. Dein Kind ist in Englisch schlecht, hat aber eine ausgeprägte sportliche und handwerkliche Begabung. Dann hilf ihm diese Begabung auszubauen. Wenn es dort Erfolge hat, dann wird es nicht so schnell schulmüde werden.

Der richtige Schultyp

Genau auf diese Begabung kannst du in den weiterführenden Schulen Rücksicht nehmen. Wir in Österreich sind in der glücklichen Lage, dass wir sehr viele verschiedene Schultypen haben, die eine gute Ausbildung ermöglichen und die individuelle Neigung unterstützt. Viele Schultypen schließen mit Matura ab und ermöglichen so ein anschließendes Studium, falls das Kind dann noch andere Interessen entwickelt.

Spätzünder

Einige Kinder sind wirklich Spätzünder. Sie tun sich anfänglich schwer im Lernen. Alle glauben sie schaffen es nie und dann – plötzlich – kommt der Moment, wo ihnen buchstäblich „der Knopf aufgeht“ und sie breschen leistungsmäßig vor.

Sonderfall Pubertät

In der Pubertät haben auch viele Schüler einen Leistungseinbruch. Ich kann mich noch gut erinnern, dass ich im Alter von 17 im ersten Semester fast nur schlechte Noten nach Hause brachte – und das auch in Gegenständen, wo ich sonst Einserschülerin war. Am meisten machte mir das selbst zu schaffen. Ich hatte gelernt und den Stoff auch begriffen und trotzdem konnte ich bei den Schularbeiten die Leistung nicht bringen. Genauso plötzlich wie der Spuk begann, war er auch nach 3 Monaten wieder vorbei. Ich war allerdings in diesen drei Monaten sehr betrübt und habe permanent an mir gezweifelt. Zum Glück hatte ich kluge, verständnisvolle Lehrer und Eltern, die mich gestärkt und unterstützt haben.

Baustelle Gehirn

In der Pubertät verschaltet sich das Gehirn neu. Das ist eine große Chance. Denn alles, was Kinder bis zu diesem Alter nicht wirklich gelernt haben, können sie jetzt nachholen. Andererseits erfordert dieser Umbau des Gehirns auch einige Maßnahmen. Die Myelinschichten um die Nervenenden lösen sich auf, damit sich neue Verschaltungen bilden können. Diese Myelinschichten wirken wie Isolatoren an den Nervenenden. Ist diese Schicht weg, liegen die Nervenenden blank, wie ein Stromkabel und ebenso wie bei einem Stromkabel, kann es buchstäblich zu gedanklichen Kurzschlüssen kommen.

Das erleichtert das Lernen natürlich nicht gerade :-)

Wie reagieren

Am besten mit Ruhe und Verständnis. Diese akute Zeit geht bald vorüber und die Jugendlichen haben es mit sich selbst schwer genug. Das heißt jetzt nicht, dass du deinem kleine Puber-tier alles durchgehen lassen sollst, aber wenn du siehst, dass es sich ohnehin schon selbst quält, hat es keinen Sinn auch noch Salz in die offenen Wunden zu streuen.

Fordern und Fördern

Jugendliche brauchen auch Anreiz und sie können zu Höchstleistungen auflaufen, wenn sie gefördert und gefordert werden. Dabei ist es wichtig, wirklich ihr Interesse zu wecken und den Funken der Begeisterung zu entzünden.
Wenn du selbst das Interesse deines Kindes nicht nachvollziehen kannst, dann versuche ihm den Kontakt zu Menschen zu ermöglichen, die seinen Wissensdurst stillen können.
Ein Freund meines Sohnes hatte ein riesen Interesse an allen Insekten und er begann auch diverse Arten selbst zu züchten. Das gesamte nötige Fachwissen eignete er sich durch Bücher und aus dem Internet an.

Ursachenforschung, wenn das Leistungstief länger dauert

Wenn das Leistungstief länger dauert, dann solltest du dich vor allem mit pubertierenden Jugendlichen, auf Ursachenforschung begeben. Die schlechten Noten können auch ein Signal für andere Probleme sein.

Schlechte Noten durch mangelndes Interesse

Nicht jeder Gegenstand ist für dein Kind gleich interessant. Das kann am Gegenstand an sich, aber auch am unterrichtenden Lehrer liegen.

Bei Pubertierenden stehen im Moment auch vielleicht andere Interessen im Vordergrund. (Freunde, Musik, Hobbies)

Schlechte Noten durch Über- oder Unterforderung

Bei Überforderung solltest du dir überlegen, ob dein Kind an der richtigen Schule ist. Viele Eltern schicken ihr Kind aus Überzeugung aufs Gymnasium. Möglicherweise ist das Kind jedoch eher handwerklich interessiert und kann mit all diesem akademischen Wissen nichts anfangen.

Auch Unterforderung kann ein Grund für schlechte Leistungen sein. Das Kind langweilt sich und passt kaum auf. Die Gefahr dabei: Es verlässt sich so sehr darauf, dass es alles kann, dass es den Zeitpunkt verpasst, wo sein Wissen endet und es wirklich etwas Neues lernen könnte. Dadurch können Lücken entstehen.

Schlechte Noten durch Krankheit

Auch Krankheit kann eine Ursache für einen plötzlichen Leistungsabfall sein. Wenn Jugendliche krank sind und oft fehlen, dann sind sie nicht nur körperlich, sondern auch seelisch belastet, weil sie den Kontakt zu den Freunden verlieren. Dazu sind sie mit dem Nachholen des versäumten Stoffes noch zusätzlich belastet.

Schlechte Noten durch familiäre Probleme

Nicht selten macht sich Stress und Streit in der Familie bei den Schulnoten bemerkbar. Kinder sind sehr sensibel für das familiäre Klima und sie merken oft schon lange vor einer Trennung, dass etwas nicht stimmt.

Schlechte Noten durch Mobbing

Schwierigkeiten mit den Schulkollegen können sehr belastend sein und dann bleibt kein Platz mehr für Konzentration auf den Schulstoff. Das ist eine Situation, die besonderes Fingerspitzengefühl erfordert. Denn gerade diese Kinder wollen oft nicht über ihre Probleme sprechen.

Du siehst die Ursachen sind mannigfaltig.

Was immer auch die Ursache ist, bewahre die Nerven und sei für dein Kind da. Eine schlechte Note ist kein Grund zu Beunruhigung. Auch wenn das Leistungstief länger dauert, muss das kein Anlass zum Drama sein. Im Ernstfall kannst du Kontakt zur Schule und zu den Lehrern suchen. Möglicherweise stellt sich dort die Situation anders, oder zumindest differenzierter dar. Vielleicht ist die Klassenarbeit ja insgesamt schlecht ausgefallen und dein Kind steht – relativ gesehen – gar nicht so schlecht da. Das kannst du nur herausfinden, wenn du das Gespräch suchst.

Ich wünsche dir viel Gelassenheit im Umgang mit den Schulleistungen deiner Kinder!

 

Bleib gelassen!

Ilse Maria_Signatur

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