Kinder und Beerdigung, Sollen Kinder mit auf die Beerdigung

Soll dein Kind mit auf die Beerdigung?

Wenn es einen Trauerfall in der Familie gibt, dann stellen sich Eltern oft folgende Fragen:

Sollen Kinder mit auf eine Beerdigung?
Ab welchem Alter kann ich meinem Kind diese Situation zumuten?
Traue ich es mir als Elternteil überhaupt zu, mein Kind in dieser Situation gut zu begleiten?

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So viele Fragen. Bei der Entscheidung solltest du verschiedene Faktoren berücksichtigen. Sie hängt unter anderem vom Alter und dem Reifegrad deines Kindes ab. Aber die wichtigste Person bei dieser Entscheidung ist dein Kind selbst.

Trau deinem Kind die Entscheidung zu

Kinder spüren wenn Erwachsene traurig sind und es ihnen nicht gut geht. Ein Trauerfall in der Familie lässt sich also nicht vor ihnen geheim halten.

Kinder verkraften oft auch viel mehr als Erwachsene vermuten.

Ich bin immer dafür, auch die Kinder zu befragen, was sie wollen. Diese Überzeugung entspringt einerseits meiner jahrelangen Erfahrung mit Kindern, andererseits meinen Gesprächen mit Erwachsenen. Denn tatsächlich beklagen sich viele Erwachsene, dass sie mit einem Trauerfall nicht abschließen konnten, weil sie als Kind vom Begräbnis ausgeschlossen waren.

Drittens kann ich aber auch auf sehr persönliche Erlebnisse als Mutter zurückgreifen. Als mein Großvater starb, war unser älterer gerade 4 ½ Jahre alt. Ich habe damals versucht ihm die Situation so gut es ging zu erklären. Mein Großvater hatte ein Geschäft. Dementsprechend groß war auch das Begräbnis. Darauf bereitete ich meinen Sohn in einfachen Worten vor. Ich erklärte ihm, dass ein Begräbnis so etwas wie ein Abschiedsfeier sei. Ein Pfarrer und wahrscheinlich auch einige andere Leute würden eine Rede halten. Ich erklärte ihm, dass der Sarg in die Erde kommt und dass auch alle bei der Familie vorbeigehen und sagen, wie leid ihnen der Verlust seines Uropas tut.

Unser Großer hörte sich das interessiert an und meinte dann: „Nein Mama, da will ich nicht mit. Ich gehe nachher mit dir zum Grab und lege eine Zeichnung und einen schönen Stein hin.“ – So haben wir das dann auch gemacht.

Beim Begräbnis meines Schwiegervaters ein paar Jahre später war unser älterer Sohn 8 Jahre und unser jüngerer 5 Jahre. Für beide stand es außer Frage, dass sie beim Begräbnis dabei sein wollten.

Das Begräbnis als Abschiedsritual

Ein Begräbnis ist ein wichtiges Abschiedsritual in unserem Kulturkreis. Mit dem Begräbnis wird für viele Angehörige der Verlust erst konkret. Vorher ist noch so viel zu erledigen, es herrscht hektische Betriebsamkeit. Endlich dürfen alle trauern.

Ein Begräbnis ist aber nicht nur Abschied. Es ist das letzte Fest zu Ehren dieses Menschen.

Ich bin normalerweise eine Befürworterin den Kindern Entscheidungen abzunehmen oder möglichst leicht zu machen. Im Fall von Begräbnissen, glaube ich aber, dass Kinder ein sehr gutes Gespür haben, was sie brauchen, um gut Abschied nehmen zu können.

Warum haben viele Erwachsene Bedenken ein Kind zum Begräbnis mitzunehmen

Häufig sehen sich Eltern mit guten Ratschlägen von außen konfrontiert: „Das könnt ihr doch dem Kind nicht zumuten!“ oder „In dem Alter versteht das Kind das ohnehin nicht.“

In Wirklichkeit steht da oft die Angst der Erwachsenen dahinter. Denn oft sind es die Erwachsenen die Angst vor der Macht der Gefühle haben, die über sie hereinbrechen.

Eltern haben oft Sorge, dass sie selbst in ihren Gefühlen gefangen sind und alle Energie brauchen um sich einigermaßen aufrecht zu halten. Sie fürchten ihren Kindern dann nicht mehr gerecht zu werden und sie nicht schützen und stützen zu können. Damit haben sie sogar oft Recht. Aber auch das lässt sich regeln.

Kinder trauern ganz natürlich

Kinder trauern sehr direkt und doch ganz anders als Erwachsene.
Der Tod gehört zum Leben dazu. Das kannst du vor deinem Kind nicht verbergen. Es ist eine Tatsache.

Somit haben die meisten Kinder auch keine Schwierigkeiten mit einer Beerdigung.

Außerdem gehören Kinder eben auch zur Familie und haben das gleiche Recht an einer Beerdigung teilzunehmen, wie alle anderen.

Vorbereitung ist essenziell

Allerdings ist die richtige Vorbereitung wichtig. Erkläre deinem Kind in einfachen Worten und knappen Sätzen, wie die Beerdigung ablaufen wird. Was passiert mit dem toten Menschen? Wie ist das mit dem Grab?

Ermutige dein Kind alle Fragen zu stellen, die ihm auf dem Herzen liegen. Bereite dich selbst darauf vor, dass es für dich vielleicht schwierig und fordernd wird. Manche Kinder stellen durchaus auch Fragen wie: „Wie lange braucht so ein Körper, bis er wieder zu Erde wird?“

Erkläre deinem Kind auch wie es sich verhalten soll und wie sich andere Personen verhalten werden. Bereite es darauf vor, dass einige Menschen weinen werden.

Sag deinem Kind, dass es jederzeit seine Meinung ändern darf. Es kommt immer wieder vor, dass sich Kinder im letzten Moment anders entscheiden und doch nicht oder doch auf die Beerdigung mitgehen wollen.

Eine Möglichkeit der Vorbereitung ist mein Online-Workshop Kindertrauer

Willst du dein Kind in seinem Trauerprozess wirkungsvoll begleiten?

Dann ist mein Online-Workshop „Kindertrauer“ genau das richtige für dich.
Für die Teilnahme brauchst du nur einen PC oder Laptop, eine stbile Internetverbindung, eine Kamera und ein Mikro. Schon bist du startklar.

Im Online-Workshop zeige ich dir:

Wie du mit deinem Kind ins Gespräch kommst

Woran du erkennst, dass dein Kind genug Information hat

Warum es wichtig ist, deine eigene Trauer zu zeigen

Mit welchen Ritualen du dein Kind unterstützen kannst

Der nächste Workshop wird am 26.09.2020 statt.

Sorge für eine Bezugsperson

Wenn du selbst eine direkte Angehörige bist und selbst im Trauerprozess bist, dann sorge dafür, dass es eine Bezugsperson gibt, die sich gegebenenfalls um dein Kind kümmern kann und ihm auch während der Feier alle Fragen beantwortet.

Diese Bezugsperson ist dann auch bereit, falls dem Kind alles zu viel wird und es sich doch entschließt, dass es jetzt nach Hause möchte. Das ist in Ordnung!

Kinder sorgen auch oft für unbeschwerte Momente

In ihrer Unbefangenheit sorgen Kinder aber auch oft für rührende und unbeschwerte Momente. Sie zaubern trotz aller Trauer den Anwesenden oft ein kleines Lächeln ins Gesicht.

Ein Mädchen sagte z. B. während der Beerdigung ganz laut: „Opa sei nicht so traurig. Ich verspreche dir, wir bringen der Oma jede Woche die lila Blumen, die sie so mag.“

Außerdem vermittelt die Anwesenheit von Kindern auf ganz leise Weise, dass das Leben weitergeht und ein Stück von den Verstorbenen weiterlebt. Das kann von einigen Menschen als sehr tröstlich empfunden werden.

Gute Nachbereitung

Erinnerungen schaffen

Eine Beerdigung beschäftigt Kinder oft noch im Nachgang. Da hilft es sich schöne Erinnerungen an die verstorbene Person zu vergegenwärtigen.

Vielleicht magst du ja mit deinem Kind nachdenken, was ihr mit der verstorbenen Person verbindet, welche schönen Erlebnisse ihr gemeinsam hattet und wie sie in eurem Herzen weiterlebt.

Fragen im Nachgang

Auch im Nachgang werden Fragen auftauchen. Manche entstehen durch die Beerdigung selbst. Andere zeigen, dass das Kind das Erlebte verarbeitet, sich eigene Gedanken macht und vielleicht auch neue Ängste entwickelt.

Das ist aber normal. Viele Kinder machen sich nach einem Trauerfall im Familienkreis Gedanken, ob die Eltern auch weiterleben. Manche Kinder fragen auch ob sie selbst sterben müssen.

Sei offen für diese Fragen und gib Antwort so gut du es vermagst.

Wie du solche Fragen beantworten kannst, kannst du im Artikel 21 Tipps mit Kindern über den Tod zu sprechen nachlesen.

Bleib gesund und gelassen!

Deine

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mit Kindern über den Tod sprechen

21 Tipps – So kannst du mit Kindern über den Tod sprechen

Mit Kindern über den Tod zu sprechen ist immer wieder herausfordernd. Wenn Kinder Fragen zum Tod haben, sind Erwachsene oft schockiert.
Einerseits stellen Kinder ihre Fragen oft zu den unpassendsten Zeitpunkten. Andererseits sind sie oft schockierend sachlich und pragmatisch.

22 Tipps um mit Kindern über den Tod zu sprechen, Mutter mit Tocher auf dem Bett liegend im Gespräch

Über Grundsätzliches zum Thema Kindertrauer habe ich ja schon hier geschrieben.

Hier erfährst du mehr über das Todesverständnis von Kindern in verschiedenen Altersstufen.

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Hilfe-bei-trauer

Trauer – ein unerwünschtes Gefühl

Heute möchte ich dir eine kleine Übung vorstellen, die Hilfe bei Trauer bieten kann.

Es gibt Gefühle, die die meisten Menschen schätzen und gerne haben wollen. Allen voran die Liebe.

Und dann gibt es eine Gruppe von Gefühlen, die allgemein als schlecht abgestempelt werden. Zu dieser Gefühlsgruppe gehört neben Wut, Angst und Scham auch die Trauer.

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In meiner Kinesiologie-Ausbildung habe ich gelernt: Ein Gefühl ist ein Gefühl. Punkt. Es ist für sich betrachtet weder gut noch schlecht. Die Bewertung geben wir ihm, weil wir es entweder gerne spüren – das gute Gefühl; oder eben nicht gerne spüren – das schlechte Gefühl.

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Todesverständnis von Kindern

Das Todesverständnis von Kindern in ihren Entwicklungsstufen

Weißt du über das Todesverständnis von Kindern im Laufe der Entwicklung Bescheid?

Der Tod ist unserer Gesellschaft immer noch ein Tabu. Viele Eltern versuchen ihre Kinder mit den Themen Tod und Sterben zu verschonen. Dabei kommen Kinder unweigerlich im Laufe ihres Lebens mit dem Tod in Berührung. Meistens sind sie auch gar nicht schockiert. Oft sind sie sogar eher neugierig.

Was Kinder aber gut kennen, ist das Gefühl der Trauer. Aber auch mit diesem Gefühl haben viele Erwachsene so ihre Schwierigkeiten. Sie bewerten Gefühle nach gut und schlecht, gut oder böse, erwünscht oder unerwünscht.

Das Todesverständnis von Kindern

Zu den erwünschten Gefühlen gehören Liebe, Freude und Geborgenheit.

Wut, Angst, Trauer und Scham stehen auf der anderen Seite. Diese Gefühle gelten oft als unerwünscht, hemmend und schlecht.

Allerdings sind wir es, die einem Gefühl die Bewertung geben. Trauer ist keineswegs ein schlechtes oder gar sinnloses Gefühl. Darüber aber ein anderes Mal mehr.

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Von Erwachsenen kannst du viel über das Thema Kindertrauer lernen

Das Thema Kindertrauer ist mir ein großes Anliegen.
Spannenderweise beginnen sich auch immer mehr Erwachsene zu öffnen, wenn sie hören, dass Kindertrauer eines meiner Themen ist. Viele von ihnen erzählen mir dann nicht von den Erlebnissen mit ihren Kindern. Nein, sie schildern mir Erlebnisse, die sie als Kinder hatten und die sich tief in ihr Gedächtnis eingegraben haben. Nach heute nach teilweise 40 Jahren beschäftigen sie diese Erlebnisse.

vermeide diese 6 Dinge beim trauernden Kind

Es sind traurige Erlebnisse, die sie in der Kindheit hatten und in denen die Erwachsenen nicht ideal reagiert haben. Genau aus diesen Geschichten lerne ich immer wieder dazu. Wenn ein Thema eine erwachsene Person nach so vielen Jahren noch beschäftigt, kann ich annehmen, dass sie für das Kind zumindest prägend gewesen sein muss; wenn es nicht gar traumatisch war.

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