Wie öffentlich darf sterben sein?

Sterben in Würde

Der Tod ist ein Tabu-Thema unserer Gesellschaft.

Alte Menschen werden in Betreuungseinrichtungen „versteckt“, Kranke in Krankenhäusern oder Pflegeeinrichtungen gepflegt.
Über den Tod sprechen wir nicht. Meistens jedenfalls! Wie viel Öffentlichkeit verträgt das Thema sterben, um Würde überhaupt möglich zu machen?

Da ich mit Eltern gemeinsam am Thema Kindertrauer arbeite, ist das für mich anders.
Ich spreche offen über Krankheit, Verlust, Tod und diverse andere Trauererlebnisse.

Ich bin sehr dafür das Thema Trauer und Tod zu enttabuisieren. Es muss wieder Platz in unserer Gesellschaft haben. Das würde meiner Überzeugung nach auch dazu führen, dass wir die Alten mehr achten und der gegenseitige Respekt wächst. Aber das ist eine Geschichte, die auf einen anderen Blogartikel warten muss.

Vor ein paar Wochen ist aber etwas passiert, was mich vor viele philosophische Fragen gestellt hat.

Eine bekannte Online-Marketerin ist gestorben

Nicht nur das; sie hatte ihre Krankheit und ihr Leiden vor einigen Monaten öffentlich gemacht. Immer wieder postete sie auf diversen Medien, wie es ihr geht.

Die öffentliche Verabschiedung

Sterben in Würde

Kurz vor ihrem Tod nahm sie eine Sprachnachricht auf. Diese Sprachnachricht war für die Öffentlichkeit bestimmt. Ihr Mann Galor brachte sie mit der Nachricht ihres Todes in die Sozialen Medien.

Es war eine Verabschiedung von der Öffentlichkeit. Auf der Aufnahme merkt man, dass Mara – oder Dari, wie sie sich in den letzten Jahren nannte – das Sprechen schwer fällt. Sie ringt selbst mit ihren Emotionen. Gleichzeitig macht sie anderen Mut, das Leben nach ihren Maßstäben zu leben und keinen Gedanken darüber zu verschwenden, was andere darüber denken.

Mara hat ihren Tod und ihr Sterben also selbst öffentlich gemacht.

Ein Schritt, der mir als Expertin für Trauer höchsten Respekt abverlangt. Ganz egal, welche Motive dahinter standen. Sie hat ein Stück weit dazu beigetragen, das Thema zu enttabuisieren. Das ist großartig.

Ich kannte Mara/Dari

Was dann auf den Social Media losbrach, hat mich nachdenklich gemacht.

Gefühlt begann jeder zweite Post in diesen Tagen mit „Ich kannte Mara/Dari …“

Menschen, die sie gekannt hatten oder die sie auch nur durch ihre Podcasts/Blogartikel/Facebook/Twitter kannten fühlten sich berufen, etwas über Mara zu sagen.

Das zeigt, wie sehr sich Menschen mit anderen Menschen verbunden fühlen können, obwohl sie sie selbst nie – oder zumindest kaum gesehen haben.

Viele fühlten sich von Maras letzten Worten berührt.

Du darfst nicht schlecht über Tote sprechen

Und dann begann etwas, das auch offline immer wieder zu beobachten ist. Es fällt nur nicht so auf. Die Gruppe von Menschen, die es mitbekommt ist kleiner.

Plötzlich hatten alle nur Positives über Mara zu sagen.

Auch Menschen, die zu Lebzeiten Differenzen mit ihr hatten oder kein gutes Haar an ihr ließen, äußerten sich plötzlich über die vielen guten Eigenschaften von Mara.

Spannend, dass es uns so viel leichter fällt, das Gute zu sehen, wenn jemand tot ist.

Das ist ein vollkommen natürlicher Effekt.

Zu Lebzeiten tragen wir Konflikte aus, gehen in Konfrontation, grenzen uns ab, haben vielleicht Angst vor Konkurrenz.

Und Mara hat sich nie gescheut zu polarisieren. Sie hat nach ihren Richtlinien gelebt. Konsequent.

Ich weiß noch, wie vor ein paar Jahren ein anderes Video viral ging. Es war aus einer privaten Videokonferenz herausgerissen. Und es warf kein gutes Licht auf Mara. Fast jeder hatte eine Meinung dazu. Die wenigsten machten darauf aufmerksam, dass diese Sequenz aus einer Videokonferenz herausgeschnitten war. Die Öffentlichkeit kannte die Zusammenhänge nicht.

Fast niemand hat sich über den – offensichtlichen – Vertrauensbruch aufgeregt. Denn nur durch einen solchen konnte dieses Material an die Öffentlichkeit gelangen.

Mara ging hocherhobenen Kopfes aus diesem Vorfall heraus; und er hat ihr nicht geschadet.

Einige derer, die damals über sie hergefallen sind, wussten jetzt nur Gutes zu berichten.

Das ist normal. Das eigene Gewissen sorgt für Wiedergutmachung.

Es gab aber auch Stimmen, die meinten, das wäre Maras letzter genialer Marketing-Schachzug, um ihr Unternehmen frei von der Verbindung mit ihrem Namen zu machen. Mara war das Zugpferd. Mit dieser Nachricht hätte sie die Brücke zum Unternehmen geschlagen.

Andere verabschiedeten sich öffentlich und nannten in ihrer Nachricht den Grund für ihr Ableben – Krebs – nicht beim Namen. Sie versteckten sich hinter dem Begriff „heimtückische Krankheit“. Auch dafür gab es Kritik.
Aber Menschen sind halt so. Manche Menschen sprechen Dinge klar an, andere reden lieber drum rum und sagen es „durch die Blume“.

Ein Kribbeln im Rücken blieb

Ich weiß das alles. Aber als ich die ganzen Nachrufe, Ehrbekundungen und positiven Zuschreibungen gelesen habe, musste ich erst schmunzeln. Als ich dann merkte, wie oft kommentiert wurde und wie viel diskutiert wurde, kam das erste Mal der Gedanke „Clickbaiting!“ in mir auf.

Aber war es das wirklich?

War es nicht ein ganz normaler Verarbeitungsprozess, der hier ebenso öffentlich eingesetzt hat, wie sonst auch? Nur eben mit gewaltiger Breitenwirkung.

Clickbaiting mit Clickbaiting!

Kaum hatte ich diese Gedanken, schon kamen die anderen Posts. Die die meinten: „Ihr wollt alle nur vom Tod dieser Online-Marketerin profitieren!“. „Clickbaiting!“ stand wieder im Raum. (Und ich gestehe es, auch mein erster Gedanke.)

Diese Posts wurden ebenso viel kommentiert und es wurde genauso diskutiert, wie auf den anderen.

Ich begann nachzudenken.

War das dann auch Clickbaiting? Nur subtiler?

Oder war es ein gerechter Aufschrei? War es einer der Menschen, die auch im offline-Leben andere darauf aufmerksam gemacht hätten: „Merkst du, was du da tust? Du hast an diesem Menschen früher kein gutes Haar gelassen und jetzt sprichst du nur positiv.“

Ja, diese Menschen gibt es! Auch offline!

Wenn es einer dieser Menschen war, dann war es kein Clickbaiting. Es war einfach nur eine Diskussion, die sich verselbständigt hat.

Gar nicht so einfach

Wenn der Tod öffentlich wird, dann ist es gar nicht mehr so einfach die natürlichen Reaktionen vom Kalkül auseinanderzuhalten.

Das muss es auch nicht sein.

Ein Mensch ist gestorben

Das wichtigste bleibt eine Tatsache: Ein Mensch ist gestorben.

Dieser Mensch hat zufällig gewählt seinen Tod öffentlich zu machen. Dafür gebührt diesem Menschen großer Respekt.

Dieser Mensch hat mit seinen letzten Worten andere ermutigt und ihnen gezeigt, dass es möglich ist, konsequent nach den eigenen Maßstäben zu leben.

Kannte ich Mara?

Diese Frage ist nicht leicht zu beantworten.

Ich habe mir Mara zwei sehr intensive Ausbildungen gemacht. Ich habe sie also ein Stück weit kennen gelernt. Das war ganz am Anfang ihrer Online-Karriere.

Mein Gefühl sagt mir aber, dass Mara sehr vielschichtig war.
In dieser Ausbildung haben wir auch über die sogenannte Geschäftspersona gesprochen. Das ist die Person, die wir nach außen zeigen. Die wir werden. Im Business.

Ich habe Mara als eine verdammt schnelle Denkerin und noch schnellere Umsetzerin erlebt.

Ich bin mir sicher, dass die Person, die sie in den Social Media gezeigt hat eine solche Persona war. Das macht jeder von uns. Wir alle streben danach unser Privatleben – zum Teil – zu schützen. Wenn dein Leben also sehr öffentlich verläuft, dann ist das umso wichtiger.

Mara ist mir dann weit vorausgezischt. Sie war auch in ihrer Business-Entwicklung schneller. Das ist in Ordnung. Das war ihre Art.

Ich würde lügen, wenn ich behaupte, es hätte mich nicht anfänglich zum Nachdenken und Zweifeln gebracht. Ich gestehe, dass ich manchmal auch ein wenig Neid auf ihren Erfolg verspürt hatte.

Wir haben über genau dieses Thema einmal miteinander gesprochen. Ich beschwerte mich, dass es bei mir nicht so schnell voranging. Ihre etwas traurige Antwort darauf war: „Dafür hast du einen Mann, den du liebst und zwei Kinder. Das ist mir nicht vergönnt. Ich suche immer noch nach der Liebe.“

Die Liebe hat sie mit Galor ja offensichtlich doch noch gefunden! Darüber freue ich mich für sie.

Wie öffentlich darf oder soll sterben sein?

Ich glaube nicht, dass es dafür eine allzeit richtige Antwort gibt. Das können immer nur die Betroffenen und ihre Angehörigen selbst entscheiden. Und Mara hat mit ihrer Nachricht selbst entschieden!

„Bleib gelassen!“, sag ich, – wie immer – zu dir

Genieße das Leben und glaub an dich!“, würde Mara – höchstwahrscheinlich – zu dir sagen.

P.S.: Maras Namen habe ich genannt, weil sie selbst entschieden hat, mit ihrer Geschichte an die Öffentlichkeit zu gehen. Alle anderen Namen von Diskutanten habe ich nicht genannt.

PP.S.: Ich habe mit diesem Artikel gewartet, damit sich meine Gedanken setzen und ordnen können.

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Effizienz bis zur Selbstaufgabe?

Heute stelle ich dir Petra vor. Petra ist das berühmt-berüchtigte Beispiel, in dem wir uns alle manchmal wieder erkennen.

Sie hat zwei Kinder. Sie liebt es Mutter zu sein. Sie liebt auch ihren Mann, ihr Haus, ihren Beruf.

Petras Tag

Schon morgens um 05:00 Uhr steht sie vor den anderen auf.
Um 05:15 wirft eine Maschine Wäsche in die Waschmaschine und geht mit dem Hund spazieren.
Circa um 06:00 Uhr ist sie zurück, putzt das Bad, macht die Betten und räumt im Schlafzimmer auf.
Um 06:20 macht sie Frühstück und weckt die Kinder.
Während die Kinder aufstehen, wirft sie noch schnell eine weitere Maschine Wäsche in die Waschmaschine und hängt die Wäsche auf.
Da alle sportbegeistert sind und sie einen Mann hat, der stets adrett gekleidet sein muss, fällt jede Menge Wäsche an.
Auch Petra hat jede Menge Berufswäsche. Sie ist Masseurin. Weiterlesen

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Grenzen setzen in der Trotzphase

grenzen-setzen-im-trotzalter

„Mein Kind ist jetzt in der Trotzphase!“ ist ein Satz den ich von genervten Eltern immer wieder höre. Die nächste Frage ist dann oft: „Wie kann ich im Trotzalter Grenzen setzen, ohne mein Kind in seinem Drang nach Autonomie zu behindern?“

Von vielen Eltern wird diese Phase als besonders anstrengend empfunden. Stehen doch aufgrund des wachsenden Autonomiebedürfnisses des Kindes beinahe täglich neue Machtkämpfe und Konflikte an.

Marias Mutter formulierte es mir gegenüber einmal so: „Ich habe manchmal wirklich schon morgens Angst. Schließlich weiß ich nicht, ob nicht schon beim Frühstück der erste Brüllanfall erfolgt, weil mein Kind heute seinen Kakao nicht aus der roten Tasse trinken kann.“

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Ilse Maria Lechner, persönlich

Es schwirrt ein Blogstöckchen durch die Luft. – Wieder einmal! Schon vor Jahren (2013) habe ich 20 Dinge über mich veröffentlich.
Durch Karin von TilaDigital bin ich auf die Idee gekommen, diesen Beitrag zu überarbeiten und zu erweitern (2019). Es wird sich also Bekanntes mit Dingen mischen, die du noch nicht über mich weißt.

Warum ich das tue?
Ich sage den Eltern immer wieder, dass Beziehung vor Erziehung kommt. Nur wenn wir in Beziehung sind, dann werden die Kinder uns zuhören, über unsere Meinung nachdenken und unsere Werte annehmen.
Mit meinen Leserinnen – also mit dir – möchte ich auch in Beziehung treten. Und Beziehung entsteht nun einmal dadurch, dass man Dinge übereinander weiß. (Dazu trage ich mit diesem Artikel bei.) Aber auch dass man gemeinsame Erlebnisse schafft. In meinem Blog bin ich dabei auf dich angewiesen. Denn du liest den Blog und kommentierst vielleicht, wenn du dich berührt fühlst.

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Loslassen

Die Beziehung zwischen Mutter und Kind ist geprägt von Phasen von Innigkeit, die dann wieder von Prozessen des Loslassens unterbrochen wird. So wachsen Kinder und so gewinnen sie Stück für Stück Selbständigkeit.

Nicht immer fällt Müttern dieser Prozess leicht und ich halten den Satz „Du musst lernen los zu lassen!“ für genauso lästig wie den Satz „Jetzt beginnt der Ernst des Lebens!“. Spannenderweise fallen diese Sätze oft im selben Kontext und sind nur an andere Personen gerichtet. Trennungsschmer kommt auch bei Müttern vor.

Trennungsschmerz bei Müttern

Loslassen ist integraler Bestandteil des Mutterseins

Das erste Mal lässt du dein Baby los, wenn es deinen Körper verlässt. Neun Monate ist es in dir herangewachsen. Und dann kommt der Moment loszulassen. Nachdem du dein Kind wahrscheinlich kennen lernen willst, fällt das Loslassen in diesem Fall relativ leicht. Ich kenne allerdings Mütter, die von sich sagen, am liebsten wären sie immer schwanger ;-)

Die nächsten Punkte am Weg des Loslassens sind schon festgelegt. Das Baby schläft im eigenen Bett, es wird aktiver und braucht weniger Körperkontakt. Wenn du gestillt hast, dann folgt die Phase des Abstillens, die auch eine Trennungsphase für Mutter und Kind darstellt.

Oft sind weder Mutter noch Kind bereit für diesen Schritt, dann heißt es behutsam vorgehen und sich Zeit zu lassen. Wenn du für diesen Prozess eine Expertin suchst, so kann ich dir Tabea Laue herzlich empfehlen.

Später lässt du dein Kind los, wenn es selbst zu gehen beginnt und die Welt erforscht. Es will nicht mehr immer an der Hand gehen und bewegt sich mehr und mehr von dir weg.

Dieses Loslassen macht Angst und ruft Trennungsschmerz hervor.

Schließlich hast du dich mit deinem Kind als Einheit wahrgenommen. Sicher, es gab Tage, an denen dir diese Symbiose auf die Nerven ging. Im Grunde genommen fandest du es aber sehr nett.

Bei den meisten Familien wird das Thema Loslassen mit dem Kindergartenbesuch richtig akut. Vorher können sich alle Beteiligten noch irgendwie rumschummeln.

Bei den meisten Familien wird das Thema Loslassen mit dem KITA-Besuch richtig akut. Vorher können sich alle noch irgendwie rumschummeln. Klick um zu Tweeten

Sowohl dir als Mutter, als auch deinem Kind fällt das Loslassen leichter, wenn du alle Etappen ruhig vollziehst. Wenn ihr euch vor dem Kindergarten schon daran gewöhnt habt, dass es auch Zeiten gibt, wo ihr getrennt seid, dann wird es nicht so viele Schwierigkeiten geben.

Die Ursachen von Trennungsschmerz

Wenn dein Kind in den Kindergarten kommt, dann wird es selbständig und lernt, ohne dich auszukommen. Das kann Verlustängste und echten Trennungsschmerz auslösen. Auch bei dir als Mutter.

Du verlierst die Kontrolle

Ab jetzt weißt du nicht mehr, was dein Kind zu jeder Minute des Tages macht. Das Leben deines Kindes entzieht sich deiner Kontrolle. Das ist die Ursache für unangenehme Gefühl, Schmerz und Angst. Schließlich warst du bis jetzt die Hauptperson im Leben deines Kindes und umgekehrt. Du hast es umsorgt und getröstet. Jetzt lernt es ohne dich zurecht zu kommen.

Starke Mutter-Kind-Bindung

Viele Frauen merken gar nicht, wie sehr sie ihr Leben auf das Kind einstellen. Einerseits geht ihnen die ständige Verfügbarkeit auf die Nerven und sie fühlen sich ausgelaugt. Andererseits können sie in dieser Zeit auf das Leben ihres Kindes größtmöglichen Einfluss nehmen.

Du merkst, dass dein Kind – und damit auch du – älter wird

Oft fällt es Eltern schwer zu sehen, dass ihr Kind älter wird, mehr Verantwortung übernehmen kann und auch in der Lage ist Aufgaben für die Gemeinschaft zu erledigen. Sie wollen ihr Kind möglichst lange klein halten. Sei es, weil sie Kleinkinder so niedlich finden, oder auch, weil sie damit ihre eigene Jugend festhalten.

Gerade bei diesem Punkt spielt der Faktor Gewohnheit eine große Rolle. Wenn du etwas oft machst, dann stellt sich schnell eine Gewohnheit ein. Du brauchst nicht mehr an alles zu denken, wenn du es tust. Ein gutes Beispiel ist dafür Auto fahren. Du sitzt nicht mehr wie in den Anfangstagen im Auto und denkst: „Runterschalten – Blinken – Spiegel-Spiegel-Schulter-Blick – runterschalten – einschlagen – um die Kurve fahren“ Du tust es einfach.

Ich bin unlängst bei einem Kinderkurs in die Gewohnheitsfalle getappt. Du kannst es dir in diesem Video ansehen.
https://youtu.be/u7QYLu7dcXM

Bedenken das Kind jemand anderem anzuvertrauen

Sein Kind einer anderen Bezugsperson anzuvertrauen setzt sehr viel Vertrauen voraus. Wenn du dein Baby einmal für ein paar Stunden von deiner eigenen Mutter betreuen lässt, dann weißt du genau worauf du dich einlässt. Schließlich kennst du deine Mutter schon dein ganzes Leben. Du kennst ihre Werte, weißt, wie sie in Krisensituationen reagiert und du weißt auch, dass sie in vielen Fällen in deinem Sinne handeln wird.

Sein Kind einer anderen Bezugsperson anzuvertrauen setzt sehr viel Vertrauen voraus! Klick um zu Tweeten

Bei einer Pädagogin weißt du das am Anfang nicht. Du musst ihr einen Vertrauensvorschuss entgegenbringen. Du kannst nur darauf vertrauen, dass sie ihren Beruf gelernt hat, genug Erfahrung und Kompetenz mitbringt, um deinen kleinen Liebling gut zu versorgen.

Dazu kommt, dass du dir zwar die Betreuungseinrichtung in vielen Fällen aussuchen kannst. Nicht aber die Bezugsperson innerhalb dieser Einrichtung. Du hast keine Wahl. Das kann schon Bedenken auslösen. Dazu kommt, dass auch viele Kinder am Anfang weinen, wenn sie von der Mama getrennt werden.

Manchmal wenden sich Kinder auch von sich aus Betreuungspersonen innerhalb einer Einrichtung zu (wenn sie die Wahl haben), die du selbst nicht ausgesucht hättest. Sie finden bei dieser Person etwas, von dem sie sich angezogen fühlen.

Und dann gibt es die Ausnahmen

Ich z. B. hielt mich für eine dieser Ausnahmen. Bei beiden Kindern fiel mir das Abstillen leicht. Es erfolgte im Einklang mit den Kindern. Auch das Gehen lernen und der Kindergarteneintritt hat wenig ausgemacht. Dann kam der Schuleintritt und wieder fühlte ich nichts von dem Trennungsschmerz, den andere Mütter beschrieben. Ich fühlte mich schon über dieses Phänomen erhaben! Wenn ich es geahnt hätte. Hochmut kommt bekanntlich von dem Fall!

Als unser Sohn allerdings ins Gymnasium kam und mit dem Bus 20 Minuten bis zur Schule fahren musste, änderte sich schlagartig alles. Mein kleiner Großer wollte natürlich vom zweiten Schultag an allein in die neue Schule fahren. Schließlich war er auch bereits am zweiten Schultag allein in die Volksschule gegangen.

Voll erwischt!

Mich hat es damals voll erwischt. Wir hatten unserem Sohn extra ein Handy gekauft, damit er uns immer erreichen konnte. Bereits am zweiten Tag rief er mich an, weil die Klassenkollegen seine Schuhe versteckt hatten. Ich musste ihn telefonisch anleiten, sein Problem allein zu lösen – und ging dabei im Kreis. Ich war nicht in der Lage ihm zu helfen. Er hätte es auch gar nicht gewollt.

Am dritten Tag stieg er drei Stationen zu früh aus dem Bus und statt mich anzurufen ging er den ganzen Weg zu Fuß nach Hause. Er kam eine geschlagene Stunde zu spät. Meine Anrufe auf seinem Handy hatte er nicht gehört, weil es in der Schultasche am Rücken war! Ich hab rotiert, mir alle möglichen schrecklichen Dinge ausgemalt und mir schon überlegt, ob ich die Polizei verständigen soll.
Und dann kam er lachend und seelenruhig nach Hause. Erschöpft vom langen Fußmarsch und glücklich, es ganz allein und selbständig geschafft zu haben.

Du siehst, für Trennungsschmerz ist es nie zu spät ;-)

Dieses Erlebnis hat jedoch auch mich gelehrt Vertrauen in mein Kind und seine Kompetenz zu haben.

Du leidest unter Trennungsschmerz und wünscht dir Unterstützung?

Ich bin für dich da!

Schreib mir ein E-Mail oder mach dir jetzt gleich einen Termin für eine virtuelle Happy Hour aus, indem du auf den Button klickst. Ich nehme mir eine halbe Stunde Zeit, höre dir zu und bin mit Herz und Hirn bei der Sache. Gemeinsam klären wir, wie ich dich am besten unterstützen kann.

Mein Termin für die virtuelle Happy Hour!

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