Ich tauche meinen Kopf unter Wasser, atme durch den Mund aus und beobachte, wie die Luftblasen entlang meiner Wangen und Ohren nach oben steigen. Meine Arme ziehen durch. Ich gleite im Wasser. Und ich genieße es! Ich bin glücklich!

Für dich ist das vielleicht ganz normal. Ich jedoch musste 54 Jahre werden, um beim Brustschwimmen den Kopf ins Wasser zu tauchen.

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Verantwortung abgeben und Erschöpfung vermeiden

Als Mutter Verantwortung abgeben ist nicht so leicht. Vor einiger Zeit wurde mir dankenswerter Weise von Michèle Liussi und Katharina Spangler das Buch „Die Klügere gibt ab“ zur Verfügung gestellt. Kleiner Spoiler: Dieses Buch bietet wirklich wertvolle Tipps, wie das mit der Mama-Fürsorge gelingen kann.

Ich hatte mir vorgenommen auf meinem Blog eine Rezension zu schreiben. Dazu habe ich das Buch wirklich ausführlich gelesen und es wie ein Arbeitsbuch gesehen.

Wenn ich Bücher für mich lese, dann bin ich meistens in ein paar Stunden durch.

Dieses Buch wollte ich lesen, wie eine Mama, die die Inhalte dringend braucht. Ich habe es als Arbeitsbuch benutzt und darin unterstrichen und Anmerkungen gemacht.

Als Mutter Verantwortung abgeben

Natürlich gelingt mir das nicht ganz, denn ich lese auch immer als Kollegin und Vortragende. In dieser Funktion bin ich nickend vor dem Buch gesessen. Viele Dinge, die ich immer wieder in meinen Kursen, Vorträgen und Webinaren betone, sind von den beiden Autorinnen zusammengefasst und auf den Punkt gebracht.

Allerdings konnte ich beim Lesen wirklich das erste Mal die Position der betroffenen Mama einnehmen und stellte fest: „Das liest sich alles so leicht, wie setze ich das bloß um?“

Nachdem ich als junge Mutter selbst erfahren habe, wie überfordernd die Welt mit Kind plötzlich ist, bekam ich ein neues Einsehen, wie überfordernd sich eine Mutter von guten Tipps fühlen kann.

Hier hilft der vielleicht wichtigste Satz in dem Buch:

„Du liest einen Ratgeber, der voll ist mit Tipps und Tricks, wie es besser gehen kann. Das hilft – macht aber vielleicht auch zusätzlichen Druck. Das ist nicht unsere Absicht. Denke an dieser Stelle daran, dass niemand alles perfekt und `richtig´ machen kann.“

Die Klügere gibt ab – Buchzitat

Dieser Satz steht auf Seite 79 und ich wünschte, er wäre schon auf den ersten Seiten zu finden.

Struktur und Aufbau des Buches

Format

Das Buch ist ein Paperback im Format ca. im Din A5 Format. Es 224 Seiten und ist 1,5 cm dick. Es hat also durchaus Handtaschenformat, wenn man wie ich größere Handtaschen bevorzugt.

Das finde ich sehr sympathisch, weil ich normalerweise immer ein Buch in meiner Handtasche habe um Wartezeiten zu überbrücken.

Das Papier ist angenehm dick und hochwertig. Ich mag die Haptik eines guten Buches.

Inhaltliche Gliederung

Gegliedert ist das Buch in 6 Kapitel mit einem Literaturverzeichnis mit weiteren Informationen im Anhang.

Das zweite Vorwort ist von Inke Hummel. Inke hat selbst mehrere Erziehungsratgeber geschrieben.

Grob kann man den Ablauf folgendermaßen beschreiben:

  • Erhebung des Ist-Zustandes
  • Werkzeugkoffer
  • Hilfe suchen und Verantwortung abgeben (Im Buch selbst wird von Verantwortung teilen gesprochen.)
  • Netzwerke bilden
  • Krisen im Familienalltag
  • Wenn es wieder besser geht

Die Tipps und Tricks sind praxisnah und viele davon habe ich selbst bereits seit Jahren immer wieder erprobt und empfohlen.

Optische Gestaltung

Beim Aufbau des Buches merkt man, dass der Humboldt Verlag viel Erfahrung mit Erziehungsratgebern und Büchern für Mütter hat.

Die Schrift ist angenehm zu lesen und nicht zu klein.

Die Einleitungen zu jedem Kapitel sind farblich abgesetzt und geben ein Gefühl, was die Lesenden erwartet.

Erfahrungsberichte sind extra mit einem großen Anführungszeichen am Seitenrand gekennzeichnet und ebenfalls farblich abgesetzt. Das macht es leicht, eine gesuchte Stelle wieder zu finden.

Wichtige Fakten finden sich in farblich abgesetzten Containern mit einem dicken lila Rand.

Formulierungshilfen sind mit einer Sprechblase am Seitenrand gekennzeichnet.

Übungssequenzen und Reflexionseinheiten haben einen Stift als Markierungszeichen.

Alles, was dabei helfen soll Netzwerke aufzubauen (dein Dorf) hat kleine Häuser als Marker.

All diese kleinen Maßnahmen unterstützen die Struktur und helfen rechtzeitig beim Lesen auch zu entscheiden: „Habe ich jetzt genug Zeit und Muße, dieses Kapitel anzugehen.“

Denn eine Übungssequenz erfordert nun einmal mehr Zeit als die reine Information.

Dieses Buch ist also gut gegliedert, klar verständlich und absolut alltagstauglich. Das ist etwas, worauf ich aus meiner Erfahrung Wert lege. Denn Erziehungsratgeber und Elternratgeber sollten sprachlich so geschrieben sein, dass du sie zwischendurch lesen und den Inhalt auch dann noch aufnehmen kannst, wenn du schon müde bist. Das ist bei diesem Buch absolut der Fall.


Die Familie als System

Mir ist immer wichtig, dass die ganze Familie gesehen wird. Obwohl sich dieses Buch hauptsächlich an Mütter richtet, hat es immer auch die Partnerperson im Blick.

Plant feste Dates ein und sprecht nicht über das Kind oder die Kinder.

Die Klügere gibt ab – Buchzitat

Diesen Ansatz halte ich für extrem wichtig, wenn die Eltern sich als Paar nicht verlieren wollen.

Gleichzeitig gehen die Autorinnen auch auf andere Familiensysteme ein und haben auch Alleinerziehende im Blick.

Viele alleinerziehende Frauen versuchen deshalb [weil sie kritisch beäugt und diskriminiert werden] unsichtbar zu sein und „sich zusammenzureißen“, bis sie nicht mehr können. Sie bitten nicht um Hilfe.

An dieser Stelle bitten wir dich: Tu es! Bitte um Hilfe! Du hast alles Recht der Welt genauso wie alle Mütter auf diesem Planeten, Hilfe zu bekommen.

Die Klügere gibt ab – Buchtzitat

Im Kapitel „Das ist alles zu viel“ gehen Michèle Liussi und Katharina Spangler auch auf Hilfsangebote in verschiedenen Lebenssituationen ein.

Ich kann dir dieses Buch wirklich empfehlen, wenn du als Mama mehr auf dich achten willst.

Meine Lieblingszitate

Natürlich kann ich inhaltlich nicht allzu viel verraten. Allerdings möchte ich ein paar meiner Lieblingssätze aus dem Buch zitieren, vielleicht wirst du dann neugierig genug, um es zu lesen.

Einige davon befinden sich so oder ähnlich in meinem eigenen Sprachgebrauch und die Mütter, in meinem Mitgliederbereich Mamas im Aufwind hören sie in Ähnlicher Form bei jedem Treffen von mir.

  • Die Geburt eines Kindes ist ein großer, für viele wahrscheinlich sogar der größte Umbruch im Leben.
  • Eltern sein bedeutet, im Spannungsfeld zu leben zwischen Kindeswohl, Eigenwohl und Partnerschaftswohl. Selten lässt sich alles vereinen.
  • Vergiss nicht einmal am Tag in Ruhe und im Sitzen zu essen.
  • Koche hin und wieder größere Mengen, damit du etwas einfrieren kannst und an hektischen Tagen etwas zum Auftauen parat hast.
  • Selbstfürsorge ist kein Projekt, sondern eine innere Haltung, eine Lebenseinstellung.
  • Für mehr Ehrlichkeit unter Eltern: Kommuniziere deine Normalität.
  • Wenn du jemand um Hilfe bittest, und diese abgelehnt wird, dann nimm das niemals persönlich.
  • Fehlt es dir an Möglichkeit oder bist du ein sehr schüchterner Mensch, dann schau dich nach offiziellen Elternnetzwerken in deiner Region um.
  • Sprich positiv über Kita, Krippe & Co. Gerne darf es auch etwas Vorfreude sein, mit der ihr gemeinsam einen Rucksack oder eine Brotdose für den Kita-Start kauft. Lass es für dein Kind kein notwendiges Übel, sondern ein spannendes Abenteuer werden.
  • Noch immer werden Frauen dafür verurteilt, das sie allein sind, sie werden kritisch beäugt, ob sie der Lage auch gewachsen sind – und gleichzeitig wegen der Folgen ihrer strukturellen Diskriminierung, nämlich ihrer finanziell angespannten Lage, ausgeschlossen.

Fazit

Ein Buch, das ich absolut empfehle.

Ich habe mir die Strategien und Methoden selbst im Laufe meiner vielen Ausbildungen erarbeitet. Als junge Mutter hätte ich mir ein Buch wie dieses gewünscht. Es hätte mir mein Leben leichter gemacht.

Ich freue mich schon auf das im September erscheinende Buch „Und täglich grüßt das Schuldgefühl“ von den beiden Autorinnen.

Zukünftig wird es hier wieder mehr Buchbesprechungen geben.

Bleib gesund und gelassen!

Deine Mütterversteherin

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Das Thema Grenzen ist im Umgang mit Kindern immer präsent. Es taucht in Form von verschiedenen Fragen auf:

  • Muss ich bewusst Grenzen setzen?
  • Wie lernt mein Kind Grenzen kennen ohne dass ich Macht ausübe?
  • Wie wahre ich meine Grenzen?

Eine sehr spannende wurde mir unlängst in einer Facebook-Gruppe gestellt.
„Wie kann ich auch einmal Fünf gerade sein lassen, das Ganze etwas lockerer sehen und wo sind Grenzen angesagt?“

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Angela sitzt müde vor mir. Sie ist vollkommen ausgelaugt. „Wie schaffe ich das bloß alles?“, fragt sie sich. Diese Frage überschattet alles.
Diese Frage blockiert sie so sehr, dass sie auf die Frage: „Warum bist du hier?“ keine Antwort weiß. Ebenso, wie auf viele andere Fragen.

„Ich habe mir diese Fragen in letzter Zeit selbst oft gestellt“, klagt sie, „aber ich finde darauf einfach keine Antwort. In mir herrscht nur eine unendliche Leere. Verbunden mit dem Wunsch nach Veränderung. Doch auch da, habe ich nicht einmal eine Idee, wo es hingehen soll.“

Eigentlich“ wünscht sich Angela Leichtigkeit, Spaß und Freude für ihr Leben. Doch im Moment scheint ihr das unerreichbar. („Eigentlich“ ist so ein Wort, das ich nicht besonders mag, denn es schwächt alle Aussagen sofort ab und klingt, als ob ein „aber“ folgen müsste.) Wortwert hat hier gut beschrieben, dass „eigentlich“ eine verbale Tretmine ist.

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Du fragst dich wie Planung gelingt und warum du überhaupt planen sollst?

Ich gebe es ehrlich zu: Zu Planung hatte ich früher ein gespaltenes Verhältnis.

Einerseits sehe ich ein, dass Planung in manchen Dingen notwendig ist und sie hilft auch Zeit und Geld zu sparen.

Wenn ich ein Haus bauen will, ist es durchaus sinnvoll, wenn ich mir zuerst darüber klar werde, wie dieses Haus aussehen soll, damit ich dann alle Schritte der Reihe nach planen kann. Keiner würde den Dachstuhl erstellen, bevor überhaupt noch der Keller ausgehoben ist. Das ist doch logisch!

Klarerweise lasse ich mir da auch verschiedene Angebote legen und vergleiche Ausführung und Kosten. Meiner Erfahrung nach ist aber gerade beim Hausbau das günstigste Angebot nicht immer das Beste. Aber das ist eine andere Geschichte.

Planung – brauch ich nicht …

Genau dieser Ansatz war es auch, der mich lange Zeit davon abgehalten hat, meine beruflichen Projekte zu planen. Ich folge der Logik und habe ein sehr gutes Gedächtnis. Ich behalte die einzelnen Schritte im Kopf. – Wozu also planen?

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