Kursbereiche müssen einfach sein

Mein Anspruch: Kursbereiche müssen einfach sein. Am besten sind sie auch noch gut gegliedert und übersichtlich, damit sich die Teilnehmenden gut zurecht finden.

Hast du schon einmal einen Online-Kurs gekauft? Und wenn ja, war es dir als Kundin wichtig, mit welchen Mitteln dieser Kurs aufgesetzt war?

Wenn du kein absoluter Technik-Nerd bist, war dir das als Kunde höchstwahrscheinlich egal. Denn für Kunden zählen andere Faktoren, als für die Kursersteller.

Kusbereiche müssen einfach sein, Bild einer Frau die in den Bleistift beißt und verzweifelt auf den Laptop schaut

Kursbereiche einfach und übersichtlich

Ich habe versucht in meinem Kursbereich beides zu berücksichtigen. Wie weit mir das gelungen ist und was mir fehlt, kannst du hier lesen.

Was mir als Kundin wichtig ist

Ich erstelle nicht nur Kurse, ich buche und kaufe auch immer wieder welche. Daher kenne ich zumindest meinen Kundenanspruch ziemlich genau:

  • Ich möchte keine Schwierigkeiten bei der Zahlungsabwicklung.
    Nichts ist doofer, als wenn die Überweisung nicht klappt, eine Karte nicht anerkannt wird oder eine Zahlung doppelt abgebucht wird und du dich als Kunde damit rumschlagen musst. Leider habe ich all das schon erlebt.
  • Die Kursplattform soll einfach zu bedienen sein.
    Einloggen – Klick auf den Kurs – und schon kann ich arbeiten. So mag ich das.
  • Ich möchte einen Überblick über die Lektionen haben und mich gut zurecht finden.
  • Ich liebe Gamification und mag es, wenn ich Lektionen nach dem Abarbeiten abhaken kann.
  • Wenn ich diese Fortschrittskontrolle auch noch so gestalten kann, dass ich selbst weiß, welche Inhalte ich später noch einmal wiederholen möchte, dann ist das umso besser.
  • Schließlich und endlich liebe ich begleitete Kurse. Denn ich habe festgestellt, dass die meisten Selbstlernkurse bei mir auf der Festplatte verstauben.

Nach meiner Erfahrung geht es den meisten meiner Kundinnen ähnlich.

Wie sehe ich das als Kurserstellerin?

Prinzipiell genauso. Denn mein Anspruch ist es, das zu liefern, was ich auch selbst gerne bekommen würde.

Allerdings kommen noch ein paar Aspekte dazu:

  • Da ich meine Kurse im DACH-Raum anbiete (also Deutschland, Österreich und Schweiz) möchte ich keine steuerlichen Sperenzchen (österr. Ausdruck für Schwierigkeiten und unnötige Verzögerungen). Also muss ein Zahlungsanbieter her, damit ich nicht jedes Mal überlegen muss, wo die Kundin wohnt, welcher Steuersatz dort gilt und wie ich diese Steuer in diesem Land abführen kann.
  • Der Zahlungsanbieter soll möglichst viele Möglichkeiten zur Zahlung anbieten. Denn meine Kundinnen sollen entscheiden können, welche Zahlungsvariante für sie am besten ist.
  • Ich möchte Einmalzahlungen und Ratenzahlungen anbieten, ab und zu Rabatte genehmigen oder Gutscheine ausstellen.
  • Ich habe gerne die Oberhoheit über meine Inhalte und den Überblick über die Kosten.
    Bei manchen externen Kursplattformen hängen die Kosten von der Anzahl der Teilnehmenden ab. Ich will mich hier nicht beschränken lassen.
  • Ich möchte eine gewisse Flexibilität in der Gestaltung.

Die eierlegende Wollmilchsau …

… gibt es leider nicht.
Für mich war schnell klar, dass ich meinen Kurs- und Mitgliederbereich selbst hosten werde. Das heißt es gibt eine Kursseite mit einer eigenen WordPressinstallation. Das ist wichtig, damit die Kursinhalte unabhängig von meiner Webseite sind.

Da ich unabhängig sein möchte kam ein Kursanbieter wie elopage oder coachy nicht in Frage.

Eine eigene Lösung erlaubt es mir auch die Kosten besser überblicken zu können. Denn externe Anbieter können immer wieder mal ihre Bedingungen ändern.

Ich bin technisch einigermaßen affin, aber bei weitem nicht sattelfest. Allerdings gibt es Menschen, die ich fragen kann, oder bei denen ich mir Hilfe hole. Allen Beatrice Krammer von Online-Magie. Sehr viel habe ich auch von Sara Menzel-Berger gelernt.

Von der praktischen Seite her sind mir die Kursbereiche von Karin Cvrtila und Claudia Kauscheder immer ein Vorbild. Beide haben einen Hang zur Perfektion und verbessern ständig.

Welche Tools brauche ich

Digistore als Zahlungsanbieter

Digistore24 steht für mich als Zahlungsanbieter an der absoluten Spitze. Denn ich finde die Handhabung von der Kundenseite her genial. Als Anbieterin habe ich viel mehr Möglichkeiten, als ich derzeit nutze. Leider ist die Anbieterseite nicht ganz so intuitiv zu erfassen, das machen aber die vielen Funktionen wieder wett.

Thrive Apprentice als Kursplattform

Thrive Apprentice bietet mir als Kurserstellerin viele Gestaltungsmöglichkeiten. Außerdem kann ich Vorlagen erstellen, die ich immer wieder verwenden kann. Ich kann die Einstellungen für Überschriften, Absätze und Buttons definieren und immer wieder verwenden. So muss ich nicht jedes Mal Form, Größe und Farbe festlegen und mein Kursbereich hat ein einheitliches und harmonisches Aussehen.

Die Kursteilnehmerinnen und Mitglieder sollen sich ja wohlfühlen und rasch zurecht finden. Da ist der Wiedererkennungswert wichtig.

Wishlist als Zugangsregelung

Wenn du einen Kurs besuchst, werden deine Zugangsdaten abgefragt. Die Kursinhalte sind sozusagen für die Öffentlichkeit „versteckt“. Denn schließlich sollen nur die zahlenden Kunden Zugang haben.

Als ich meinen Kursbereich aufgesetzt habe, brauchte ich noch ein extra Tool, um diese Zugangsregelung zu machen. Mittlerweile bietet Thrive Apprentice das auch an. Ich belasse mein System aber wie es ist. Getreu dem alten EDV-ler Spruch „Never change a running System“.

So lange alles funktioniert wie es soll wäre es unnötige Arbeit und mit dem Risiko verbunden, dass irgendwelche Informationen und Zugänge verloren gehen.

Kostenwahrheit

Ein wichtiger Entscheidungsgrund von kaufmännischer Seite war für mich auch, dass ich Wishlist als AppSumo lifetime-Deal kaufen konnte. Das bedeutet ich zahle einmal und kann das Tool lebenslang nutzen. Ich kann mir also sicher sein, dass keine weiteren Kosten auf mich zukommen.

Auch Thrive Apprentice habe ich damals als Lifetime-Deal gekauft. Hier bin ich aber am überlegen, ob ich nicht meine beiden Seiten auf die Thrive Familie umstelle. Das wird die Zukunft zeigen. Das würde dann bedeuten, dass jährlich Lizenzkosten auf mich zukommen. Allerdings bietet Thrive so viele schöne Spielereien wie z. B. Quizzes. Daher kann ich fast nicht widerstehen.

Der Kostenfaktor ist insofern auch für meine Kundinnen bedeutend, weil ich ja wiederkehrende Kosten irgendwie in meine Kalkulation einbeziehen muss. Ich möchte Familien leistbare Angebote bieten. Allein schon deshalb versuche ich Kosten für Tools uns Spielereien gering zu halten.

Was fehlt?

Meine Kundinnen wünschen sich, dass sie Lektionen nicht nur abhaken können, sondern sie wollen diese Häkchen auch wieder wegnehmen. So können sie schnell sehen, welche Lektionen sie noch einmal ansehen wollen.

Das ist derzeit bei Thrive Apprentice nicht möglich. Es können zwar abgeschlossene Einheiten markiert werden, jedoch kann man derzeit diese Markierung nicht aufheben.
Da ich diese Firma als sehr kooperativ erlebe, kann ich mir vorstellen, dass diese Funktion zukünftig eingeführt wird.

Mittlerweile habe ich mich mit „meinen“ Teilnehmerinnen auf eine Zwischenlösung geeinigt, die für alle passt. Ich stelle eine Liste der Inhalte zum Ausdrucken zur Verfügung. Auf dieser Liste kann abgehakt und angestrichen werden.

Fazit

Ich bin zufrieden mit meiner Lösung. Ab und an schiele ich auf diverse Plugins mit neuen Funktionen. Die Erfahrung hat mich gelehrt, dass die einfache Lösung immer vorzuziehen ist.

Wenn du jetzt neugierig geworden bist und auch einmal meinen Kursbereich sehen willst, dann trag dich doch in die Warteliste von Mamas im Aufwind ein. Das ist mein Mitgliederbereich.
Oder du wirst Abonnentin meiner Entfaltungspost und erfährst als Erste über neue Workshops, Kurse und Angebote.

Dieser Artikel ist mein Beitrag zur Blogparade von Beatrice Krammer. Wenn du dich für Kursbereiche interessierst, dann solltest du unbedingt die Zusammenfassung lesen, die bei Beatrice Mitte Oktober erscheint. Du findest dort sicher viele spannende Anbietende und weißt dann wo du nach passenden Kursen suchen kannst.

Bleib gesund und gelassen,

Deine Mütterversteherin

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Zehnertablett mit dem goldenen Perlenmaterial von Montessori, Tablett mit 4 Fächern, in einem liegen 9 einzelne Perlen, im zweiten Fach 9 Zehnerstäbchen, im 3 Fach liegen 9 Hunderter, im letzten Fach ein Tausenderkubus

Eine der größten Hürden beim Rechnen lernen ist die Zehnerüberschreitung. Es ist wichtig, dass dein Kind die Zehnerüberschreitung kann, damit es die schriftlichen Rechenverfahren versteht. Zehnerüberschreitung leicht gemacht – wäre das nicht ein Hit?

Bereits in der ersten Klasse lernt dein Kind bis 20 rechnen und muss somit den Zehnerübergang meistern.

Während die meisten Kinder im Zahlenraum 10 flugs rechnen können bereitet das Rechnen mit Zehnerüberschreitung oft Schwierigkeiten. Es braucht viel Erklärung und viel Übung, bis es richtig sitzt, wie wir in Österreich sagen.

Zehnerüberschreitung leicht gemacht, Zehnerübergang, Zehnertablett von Maria Montessori
Das Zehnertablett des Goldenen Perlenmaterials von Maria Montessori, die Kinder erfahren, dass nach jeweils 9 Einheiten einer Kategorie/eines Stellenwertes, der Sprung auf den nächsten Stellenwert erfolgt.

Zehnerüberschreitung oder Zehnerübergang

Zehnerüberschreitung leicht gemacht – durch Verständnis für das dekadische System

Wir rechnen mit einem Dezimalsystem. Das bedeutet, dass unser Zahlenraum auf der Zahl 10 aufgebaut ist. Jeweils nach 9 Einheiten einer Kategorie kommt es zu einem Sprung im Stellenwert. Der Sprung über den Zehner. Dieser Sprung markiert das Erreichen des nächsten Stellenwertes.

Einfach gesagt:

  • 10 Einer sind gleich viel wert wie ein Zehner
  • 10 Zehner sind gleich viel wert wie ein Hunderter
  • 10 Hunderter sind gleich viel wert wie ein Tausender
  • Daraus folgt, dass 10 Einheiten einer Kategorie gegen eine Einheit der nächsten Kategorie getauscht werden können. Diese Erfahrung ist für das schriftliche Rechnen sehr wichtig.
Zehnerüberschrietung leicht gemacht mit Montessori-Material

Ab hier wird es spannend, denn das System 1, 10 und 100 wiederholt sich.

  • 10 Tausender ergeben einen Zehntausender
  • 10 Zehntausender ergeben einen Hunderttausender
  • 10 Hunderttausender ergeben eine Million.

Exkurs: Duodezimalsystem

Es gibt auch andere Zahlensysteme, die z. B. auf der Zahl 12 aufgebaut sind. Das wäre denn ein duodezimales System. 12 sind dann ein Dutzend, 12 Dutzend sind ein Gros.

Was muss dein Kind können, um fit für den Zehnerübergang zu sein?

  • Dein Kind braucht ein Mengenverständnis.
  • Es muss Zahlen der Menge zuordnen können.
  • Die Zahlenzerlegung im Zahlenraum 10 muss sitzen.
  • Ergänzung auf 10 sollten im Schlaf beherrscht werden.
  • Die +/- Aufgaben im Zahlenraum 10 sollten automatisiert sein.
  • Dein Kind sollte verstanden haben, was verdoppeln und halbieren bedeutet.

Viele Wege führen zur Zehnerüberschreitung

Um Kindern die Zehnerüberschreitung zu erklären, gibt es verschiedene Methoden.
In Österreich wird meistens im zweiten Semester des ersten Schuljahres begonnen, über den Zahlenraum 10 hinaus zu rechnen.

In den meisten Schulbüchern wird das Teilschrittverfahren oder der Zehnerstopp als erste Erklärung eingeführt. Oft bleibt es die einzige Erklärung und nicht jedes Kind kommt mit dieser Erklärung zurecht.

Verschiedene Erklärungswege für die Zehnerüberschreitung

Teilschrittverfahren

Ich beginne mit diesem Verfahren, weil es in den meisten Schulbüchern verwendet wird.

Die Aufgabe 7 + 8 wird dann folgendermaßen gerechnet.

  1. 7 + 3 = 10 (Die 8 wird in 3 + 5 zerlegt und von 7 wird auf 10 ergänzt.)
  2. 10 + 5 = 15

Oftmals wird diese Aufgabe so angeschrieben:

Die Kraft der 5

Du kannst dein Kind unterstützen, indem ihr beide mit den Fingern eine Zahl zeigt. Also streckt dein Kind beispielsweise 7 Finger aus und du 8. Dann kann es passieren, dass dein Kind erst einmal die beiden Hände, mit 5 ausgestreckten Fingern zusammenzählt, um auf Zehn zu kommen und dann die übrigen Finger dazu zählt.

Das bedeutet, dass beide Zahlen zerlegt werden in 5 + 2 bzw. 5 + 3.

Diese Strategie bietet sich besonders beim Verdoppeln an. Aber auch für alle anderen Aufgaben, wo die einzelnen Summanden größer als 5 sind. Also 6 + 7, 6 + 8, 6 + 9, 7 +6, 7 + 7, 7 + 8 usw.

Verdoppeln +/- 1

Damit dein Kind diese Methode anwenden kann sollte es gut verdoppeln und halbieren können.

Diese Methode eignet sich dann, wenn die einzelnen Summanden sich genau um 1 unterscheiden.
Bei 8 + 9 wäre der Rechenweg dann 9 + 9 = 18 – 1= 17 oder eben 8 + 8 = 16 + 1 = 17

Diese Methode kann dann auch auf +/-2 erweitert werden.

Zehnertrick

Rechnung mit den Summanden 9 lassen sich mit dem Zehnertrick ableiten.

Bei 8 + 9 wäre der Rechenweg dann 8 + 10 = 18 – 1= 17

Du siehst also viele Wege führen nach Rom oder zur Zehnerüberschreitung.

Das Wichtigste

Allerdings fehlt uns noch eine wichtige Voraussetzung. Dein Kind braucht das Verständnis, warum diese Zehnerüberschreitung so bedeutsam ist.

Daher ist es wichtig, dass die Kinder die Einteilung in Einer, Zehner und Hunderter begriffen haben.
Dein Kind muss also verinnerlicht haben, dass 10 Einer einen Zehner ergeben.

Materialeinsatz

Grundsätzlich ist zählendes Rechnen in der ersten Klasse in Ordnung. Ich bin ein großer Freund der Zuhilfenahme der Finger. Denn seine Finger hat dein Kind immer mit.

Dieses zählende Rechnen ist wichtig, um ein Gefühl für die Zahlen und die Mengen zu entwickeln.

Gutes Material zum Veranschaulichen der Rechenschritte weist eine Zehnerstruktur auf.

Das Material sollte immer nur Hilfsmittel und nicht Selbstzweck sein. Als Montessori-Pädagogin bin ich ein großer Fan von Material. Auch wenn Kinder dazu neigen, am Material zu zählen. Sie entwickeln dadurch ein „Gefühl“ für Zahlen.

Ein tolles Material für die Zehnerüberschreitung ist das Perlenmaterial und die Kartensätze von Maria Montessori. Denn anhand dieses Materials wird durch den „Tausch“ der Wechsel in den nächsten Stellenwert erfasst und das schriftlich addieren vorbereitet.

Kartensatz mit goldenem Perlenmaterial

Mit Hilfe dieses Materials können auch große Zahlen gut dargestellt werden.

Wie du selbst dieses Material einfach und doch sinnvoll ersetzen kannst, zeige ich dir in diesem Video.

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Durch den Einsatz des Kartensatzes und der gefärbten Kiesel können auch schon junge Kinder mit großen Zahlen rechnen.

Ich wünsche dir und deinem Kind viel Spaß beim Ausprobieren!

Wenn du möchtest, dass dein Kind Spaß an Mathematik hat, dann schau dir doch mein Angebot für die musikalische Reise ins Zahlenland an.

Bleib gesund und gelassen,

Deine Mütterversteherin

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Ich tauche meinen Kopf unter Wasser, atme durch den Mund aus und beobachte, wie die Luftblasen entlang meiner Wangen und Ohren nach oben steigen. Meine Arme ziehen durch. Ich gleite im Wasser. Und ich genieße es! Ich bin glücklich!

Für dich ist das vielleicht ganz normal. Ich jedoch musste 54 Jahre werden, um beim Brustschwimmen den Kopf ins Wasser zu tauchen.

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Verantwortung abgeben und Erschöpfung vermeiden

Als Mutter Verantwortung abgeben ist nicht so leicht. Vor einiger Zeit wurde mir dankenswerter Weise von Michèle Liussi und Katharina Spangler das Buch „Die Klügere gibt ab“ zur Verfügung gestellt. Kleiner Spoiler: Dieses Buch bietet wirklich wertvolle Tipps, wie das mit der Mama-Fürsorge gelingen kann.

Ich hatte mir vorgenommen auf meinem Blog eine Rezension zu schreiben. Dazu habe ich das Buch wirklich ausführlich gelesen und es wie ein Arbeitsbuch gesehen.

Wenn ich Bücher für mich lese, dann bin ich meistens in ein paar Stunden durch.

Dieses Buch wollte ich lesen, wie eine Mama, die die Inhalte dringend braucht. Ich habe es als Arbeitsbuch benutzt und darin unterstrichen und Anmerkungen gemacht.

Als Mutter Verantwortung abgeben

Natürlich gelingt mir das nicht ganz, denn ich lese auch immer als Kollegin und Vortragende. In dieser Funktion bin ich nickend vor dem Buch gesessen. Viele Dinge, die ich immer wieder in meinen Kursen, Vorträgen und Webinaren betone, sind von den beiden Autorinnen zusammengefasst und auf den Punkt gebracht.

Allerdings konnte ich beim Lesen wirklich das erste Mal die Position der betroffenen Mama einnehmen und stellte fest: „Das liest sich alles so leicht, wie setze ich das bloß um?“

Nachdem ich als junge Mutter selbst erfahren habe, wie überfordernd die Welt mit Kind plötzlich ist, bekam ich ein neues Einsehen, wie überfordernd sich eine Mutter von guten Tipps fühlen kann.

Hier hilft der vielleicht wichtigste Satz in dem Buch:

„Du liest einen Ratgeber, der voll ist mit Tipps und Tricks, wie es besser gehen kann. Das hilft – macht aber vielleicht auch zusätzlichen Druck. Das ist nicht unsere Absicht. Denke an dieser Stelle daran, dass niemand alles perfekt und `richtig´ machen kann.“

Die Klügere gibt ab – Buchzitat

Dieser Satz steht auf Seite 79 und ich wünschte, er wäre schon auf den ersten Seiten zu finden.

Struktur und Aufbau des Buches

Format

Das Buch ist ein Paperback im Format ca. im Din A5 Format. Es 224 Seiten und ist 1,5 cm dick. Es hat also durchaus Handtaschenformat, wenn man wie ich größere Handtaschen bevorzugt.

Das finde ich sehr sympathisch, weil ich normalerweise immer ein Buch in meiner Handtasche habe um Wartezeiten zu überbrücken.

Das Papier ist angenehm dick und hochwertig. Ich mag die Haptik eines guten Buches.

Inhaltliche Gliederung

Gegliedert ist das Buch in 6 Kapitel mit einem Literaturverzeichnis mit weiteren Informationen im Anhang.

Das zweite Vorwort ist von Inke Hummel. Inke hat selbst mehrere Erziehungsratgeber geschrieben.

Grob kann man den Ablauf folgendermaßen beschreiben:

  • Erhebung des Ist-Zustandes
  • Werkzeugkoffer
  • Hilfe suchen und Verantwortung abgeben (Im Buch selbst wird von Verantwortung teilen gesprochen.)
  • Netzwerke bilden
  • Krisen im Familienalltag
  • Wenn es wieder besser geht

Die Tipps und Tricks sind praxisnah und viele davon habe ich selbst bereits seit Jahren immer wieder erprobt und empfohlen.

Optische Gestaltung

Beim Aufbau des Buches merkt man, dass der Humboldt Verlag viel Erfahrung mit Erziehungsratgebern und Büchern für Mütter hat.

Die Schrift ist angenehm zu lesen und nicht zu klein.

Die Einleitungen zu jedem Kapitel sind farblich abgesetzt und geben ein Gefühl, was die Lesenden erwartet.

Erfahrungsberichte sind extra mit einem großen Anführungszeichen am Seitenrand gekennzeichnet und ebenfalls farblich abgesetzt. Das macht es leicht, eine gesuchte Stelle wieder zu finden.

Wichtige Fakten finden sich in farblich abgesetzten Containern mit einem dicken lila Rand.

Formulierungshilfen sind mit einer Sprechblase am Seitenrand gekennzeichnet.

Übungssequenzen und Reflexionseinheiten haben einen Stift als Markierungszeichen.

Alles, was dabei helfen soll Netzwerke aufzubauen (dein Dorf) hat kleine Häuser als Marker.

All diese kleinen Maßnahmen unterstützen die Struktur und helfen rechtzeitig beim Lesen auch zu entscheiden: „Habe ich jetzt genug Zeit und Muße, dieses Kapitel anzugehen.“

Denn eine Übungssequenz erfordert nun einmal mehr Zeit als die reine Information.

Dieses Buch ist also gut gegliedert, klar verständlich und absolut alltagstauglich. Das ist etwas, worauf ich aus meiner Erfahrung Wert lege. Denn Erziehungsratgeber und Elternratgeber sollten sprachlich so geschrieben sein, dass du sie zwischendurch lesen und den Inhalt auch dann noch aufnehmen kannst, wenn du schon müde bist. Das ist bei diesem Buch absolut der Fall.


Die Familie als System

Mir ist immer wichtig, dass die ganze Familie gesehen wird. Obwohl sich dieses Buch hauptsächlich an Mütter richtet, hat es immer auch die Partnerperson im Blick.

Plant feste Dates ein und sprecht nicht über das Kind oder die Kinder.

Die Klügere gibt ab – Buchzitat

Diesen Ansatz halte ich für extrem wichtig, wenn die Eltern sich als Paar nicht verlieren wollen.

Gleichzeitig gehen die Autorinnen auch auf andere Familiensysteme ein und haben auch Alleinerziehende im Blick.

Viele alleinerziehende Frauen versuchen deshalb [weil sie kritisch beäugt und diskriminiert werden] unsichtbar zu sein und „sich zusammenzureißen“, bis sie nicht mehr können. Sie bitten nicht um Hilfe.

An dieser Stelle bitten wir dich: Tu es! Bitte um Hilfe! Du hast alles Recht der Welt genauso wie alle Mütter auf diesem Planeten, Hilfe zu bekommen.

Die Klügere gibt ab – Buchtzitat

Im Kapitel „Das ist alles zu viel“ gehen Michèle Liussi und Katharina Spangler auch auf Hilfsangebote in verschiedenen Lebenssituationen ein.

Ich kann dir dieses Buch wirklich empfehlen, wenn du als Mama mehr auf dich achten willst.

Meine Lieblingszitate

Natürlich kann ich inhaltlich nicht allzu viel verraten. Allerdings möchte ich ein paar meiner Lieblingssätze aus dem Buch zitieren, vielleicht wirst du dann neugierig genug, um es zu lesen.

Einige davon befinden sich so oder ähnlich in meinem eigenen Sprachgebrauch und die Mütter, in meinem Mitgliederbereich Mamas im Aufwind hören sie in Ähnlicher Form bei jedem Treffen von mir.

  • Die Geburt eines Kindes ist ein großer, für viele wahrscheinlich sogar der größte Umbruch im Leben.
  • Eltern sein bedeutet, im Spannungsfeld zu leben zwischen Kindeswohl, Eigenwohl und Partnerschaftswohl. Selten lässt sich alles vereinen.
  • Vergiss nicht einmal am Tag in Ruhe und im Sitzen zu essen.
  • Koche hin und wieder größere Mengen, damit du etwas einfrieren kannst und an hektischen Tagen etwas zum Auftauen parat hast.
  • Selbstfürsorge ist kein Projekt, sondern eine innere Haltung, eine Lebenseinstellung.
  • Für mehr Ehrlichkeit unter Eltern: Kommuniziere deine Normalität.
  • Wenn du jemand um Hilfe bittest, und diese abgelehnt wird, dann nimm das niemals persönlich.
  • Fehlt es dir an Möglichkeit oder bist du ein sehr schüchterner Mensch, dann schau dich nach offiziellen Elternnetzwerken in deiner Region um.
  • Sprich positiv über Kita, Krippe & Co. Gerne darf es auch etwas Vorfreude sein, mit der ihr gemeinsam einen Rucksack oder eine Brotdose für den Kita-Start kauft. Lass es für dein Kind kein notwendiges Übel, sondern ein spannendes Abenteuer werden.
  • Noch immer werden Frauen dafür verurteilt, das sie allein sind, sie werden kritisch beäugt, ob sie der Lage auch gewachsen sind – und gleichzeitig wegen der Folgen ihrer strukturellen Diskriminierung, nämlich ihrer finanziell angespannten Lage, ausgeschlossen.

Fazit

Ein Buch, das ich absolut empfehle.

Ich habe mir die Strategien und Methoden selbst im Laufe meiner vielen Ausbildungen erarbeitet. Als junge Mutter hätte ich mir ein Buch wie dieses gewünscht. Es hätte mir mein Leben leichter gemacht.

Ich freue mich schon auf das im September erscheinende Buch „Und täglich grüßt das Schuldgefühl“ von den beiden Autorinnen.

Zukünftig wird es hier wieder mehr Buchbesprechungen geben.

Bleib gesund und gelassen!

Deine Mütterversteherin

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Das Thema Grenzen ist im Umgang mit Kindern immer präsent. Es taucht in Form von verschiedenen Fragen auf:

  • Muss ich bewusst Grenzen setzen?
  • Wie lernt mein Kind Grenzen kennen ohne dass ich Macht ausübe?
  • Wie wahre ich meine Grenzen?

Eine sehr spannende wurde mir unlängst in einer Facebook-Gruppe gestellt.
„Wie kann ich auch einmal Fünf gerade sein lassen, das Ganze etwas lockerer sehen und wo sind Grenzen angesagt?“

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