Trauer bei Kindern, Trauerphasen, Wenn Kinder trauern

Trauer bei Kindern

Als Abschluss meiner Serie über kindliche Emotionen will ich auch dieses – zugegebenerweise – schwierige Thema Trauer bei Kindern nicht auslassen.

Tod des Urgroßvaters

Unser Sohn war ungefähr 5 Jahre alt, als er das erste Mal mit dem Tod in Berührung kam. Unser jüngerer Sohn war zu diesem Zeitpunkt 2 Jahre alt.

Mein Großvater war gestorben. Die Kinder hatten zu ihrem Urgroßvater keine besonders intensive Beziehung. Aber sie kannten ihn und mochten ihn ganz gerne.

Unser jüngerer Sohn war viel zu klein. Er hat von all den Ereignissen nichts mitbekommen. Es war für ihn zu weit weg. Der Ältere hingegen, bemerkte, dass sich in der Familienstruktur etwas veränderte. Er registrierte, dass die Menschen um ihn herum traurig waren. Und so stellte sich auch die Frage: Soll er zum Begräbnis mit, oder nicht. Nach langem familieninternen Hin und Her entschloss ich mich, meinem Instinkt zu vertrauen und ihn einfach zu fragen. Ich erklärte ihm: „Weißt du, es werden ganz viele Menschen kommen und Abschied von deinem Uropa nehmen wollen. Sie werden traurig sein und weinen. Wir werden in die Kirche gehen und singen. Danach wird er in einer Holzkiste begraben. Die Menschen werden Blumen in das Loch werfen und ihm so zeigen, wie gerne sie ihn hatten. Was meinst du, willst du dabei sein?“
Er entschied, dass das für ihn zu viele Menschen seien. So fand er für sich eine andere Methode, um sich von seinem Uropa zu verabschieden. Er beschloss, zu einem späteren Zeitpunkt das Grab aufzusuchen und einen Stein auf das Grab zu legen. Ich habe keine Ahnung, wie er auf diese Idee gekommen ist, aber so haben wir es dann gemacht.

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