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Delegieren und Gelassenheit

 

Delegieren und Gelassenheit

Michaela hat es satt! Sie kümmert sich um den Haushalt und die Kinder, pflegt den Garten und hat – so ganz nebenbei – auch noch einen Halbtagsjob. Jetzt stehen wieder mal die halbjährlichen Kontrolltermine beim Zahnarzt an. Verzweifelt versuche sie einen Termin zu finden, an dem sie Zeit hat und an dem sowohl die Zahnarztordination geöffnet hat, als auch die beiden Kinder keinen Nachmittagsunterricht haben.

Der Zahnarzt ordiniert am Dienstag und Donnerstag nachmittags von 14:00 – 18:00 Uhr. Der ältere Sohn hat am Dienstag Nachmittagsunterricht bis 17:00 Uhr und die Tochter hat Donnerstag nachmittags bis 15:00 Uhr Schule. Michaela hat jeden Donnerstag abends um 18:00 Uhr einen Fixtermin. Nachdem der Weg von der Schulde des Sohnes bis zum Zahnarzt 20 min. in Anspruch nimmt und von der Schule der Tochter 15 Min., bleibt am Dienstag ein Terminloch von 30 Min. und am Donnerstag eines von etwas mehr als 2 Stunden. Gar nicht einfach! Mal ist der Zahnarzt nicht erreichbar, mal hat sie keine Zeit zum Telefonieren, dann ist wieder keine Ordination. Es will einfach nicht klappen!

Kennst du solche Situationen? Wie wäre es mit delegieren? Das kann deinen Alltag wirklich entlasten und zu deiner Gelassenheit beitragen.

Richtiges Delegieren bedeutet:

  • Mehr Zeit für dich
  • Weniger Stress
  • Zeit für Dinge, die dir wichtiger sind
  • Zeit für Dinge, wo deine Qualitäten gefragt sind

Ziele des Delegierens

1. Entlastung

Der erste und wichtigste Punkt ist deine Entlastung. Das erreichst du am besten dann, wenn du Aufgaben voll und ganz abgibst. Wenn du mit der Aufgabe gleichzeitig die Verantwortung übertragen kannst, weil du der Person voll und ganz vertraust, dann ist das umso besser.
Michaela kann die Terminkoordination für den Zahnarzt ihrem Mann übergeben. Wenn er es dann noch schafft, sich die Zeit zu nehmen und mit den Kindern gemeinsam zum Zahnarzt zu fahren, dann ist sie diese Aufgabe los.

2. Verlagerung von Aufgaben

Andererseits erzielst du mit dem Delegieren eine Verlagerung der Aufgaben. Du machst die Aufgaben nicht mehr selbst, sondern unterteilst sie in Teilaufgaben, die du übergibst und bleibst für das Gesamtergebnis verantwortlich.
Michaela kann aber auch ihre Mutter oder Freundin bitten beim Zahnarzt einen Termin in den genau vereinbarten Zeitfenstern auszumachen. So spart sie sich die Telefonate. Ihre Mutter hat vormittags bequem Zeit und hat viel mehr Möglichkeiten die Sprechstundenhilfe des Zahnarztes direkt zu erreichen.

3. Beteiligung am Geschehen

Die dritte Möglichkeit ist die Beteiligung von anderen durch das Delegieren. Wenn die Kinder alt genug sind, kann Michaela auch den Kindern die Terminvereinbarung überlassen. Schließlich geht es um die Termine der Kinder.
Gerade bei Kindern ist Beteiligung immer eine gute Möglichkeit, denn sie werden durch die Übertragung von kleinen Aufgaben schrittweise auf das Leben vorbereitet.

Jede Aufteilung von Hausarbeiten zielt auf Beteiligung ab.

Delegieren bedeutet loslassen

Am meisten bist du dann entlastet, wenn du mit dem Delegieren auch die Verantwortung abgibst. Bei der ersten der genannten Varianten ist das ganz einfach. Schließlich vertraust du dieser Person. Du traust ihr zu, die Aufgabe zu meistern.

Bei der zweiten Variante hast du die Kontrolle und auch die Endverantwortung.

Im dritten Fall kann es für dich zur Herausforderung werden die Verantwortung abzugeben. Aber gerade da ist es besonders sinnvoll. Wenn du zum Beispiel deiner 6-jährigen das Bett machen überträgst, dann ist es wichtig, dass du ihr zuerst einmal zeigst, wie es gemacht wird und worauf sie genau achten soll. Wenn sie es das erste Mal macht, dann zupf bitte nicht gleich am Ergebnis herum, weil das Leintuch nicht ganz richtig gespannt ist, oder die Decke eine Falte hat. Nimm das Ergebnis erst einmal so hin. Merke dir aber, wo Verbesserungsbedarf herrscht und erkläre genau das ein anderes Mal noch genauer.

Damit stellst du sicher, dass du dein Kind nicht in seiner Begeisterung bremst und das ist doch viel wichtiger, als ein 100 % faltenfreies Bett, nicht wahr?

Wie delegierst du am besten?

  • Überlege dir zuerst, WER WAS WANN machen soll.
  • Zerlege große Aufgaben in kleine, gut überschaubare Teilaufgaben, die leicht zu verstehen und gut zu kontrollieren sind.
  • Sie konkret. Lege genau fest, welches Ergebnis du dir wünschst und bis wann du es erwartest.
    Sag also z. B.: „Peter bring bitte im Laufe des Nachmittags das Altpapier zum Container. Wenn ich abends nach Hause kommen, soll das erledigt sein.“
  • Oder: „Klara putz bitte die Schuhe, damit wir morgen früh alle geputzte Schuhe haben.“
    In diesem Fall ist es auch noch wichtig, dass du deinem Kind alle Arbeitsmaterialien die es braucht zur Verfügung stellst. Beim ersten Mal solltest du unbedingt genau erklären, wie das Schuhe putzen vor sich geht. Wir erwarten oft, dass unsere Kinder ohnehin sehen, wie wir das immer machen. Solange sie aber nicht selbst dafür verantwortlich sind, ist es aber für sie nicht wichtig und sie achten nicht darauf.Es kann also hilfreich sein, wenn du gleich alle benötigten Tücher, Bürsten und Pasten bereitlegst und eventuell auch darauf aufmerksam machst, dass es sinnvoll ist, den Boden mit Zeitungspapier abzudecken, damit er geschont bleibt.
  • Du kannst durchaus die Unterstützung, die du durch diese Tätigkeit erfährst noch einmal herausstreichen.
    „Danke, dass du das übernimmst. Du entlastest mich damit und wir können dadurch kann ich schon das Essen vorbereiten und wir können früher zu Abendessen und haben eine ruhige Mahlzeit gemeinsam.“Dies unterstützt gleichzeitig die Motivation dir zu helfen. Denn dadurch sehen deine Kinder, welchen Sinn es hat dir zu helfen.

Was kannst du (im Familienalltag) gut delegieren

  1. Hausarbeiten an andere Familienmitglieder
  2. Terminvereinbarungen
  3. Putz- und Bügelarbeiten an eine Haushaltshilfe
  4. Gartenarbeiten
  5. Einkäufe

Was bringt es deinen Kindern?

Selbstwirksamkeit

Du bindest deine Kinder ins Alltagesgeschehen ein und sie erfahren dadurch, dass sie auch etwas bewirken und beitragen können. Das erhöht das Selbstbewusstsein und fördert die Selbstwirksamkeit.

Freiheit

Delegieren ermöglicht dir Freiheit. Es heißt aber auch, dass du den anderen die Freiheit zugestehst, sich selbst zu entwickeln und einzubringen. Daran solltest du vor allem dann denken, wenn sie für bestimmte Aufgaben ihren eigenen Weg finden, der von deinem abweicht.

Eigenverantwortung

Mit den Aufgaben überträgst du deinen Kindern auch ein Stück der Verantwortung. Das heißt aber auch, dass es ein gut genug gibt. Respektiere ihren Weg und traue ihnen zu, selbst herauszufinden, wenn er nicht ideal ist. Sei tolerant gegenüber ihren Fehlern und lass sie auch Mal etwas Neues ausprobieren. Natürlich hast du die Kontrolle und die Endverantwortung. Wenn du deinen Kindern aber Mitspracherechte (im Rahmen) zugestehst, werden sie sich lieber einbringen. Sonst läufst du in Gefahr, dass sie das Gefühl bekommen, sie machen ohnehin nie etwas gut genug und daher verweigern oder zu bloßen Befehls- oder Aufforderungsempfängern werden und selbst nicht mitdenken.

Du siehst es kann dir einige Freiräume und damit Gelassenheit verschaffen, wenn du Aufgaben innerhalb der Familie delegierst. Es bedeutet aber auch, dass du mit der nötigen Gelassenheit und mit einem gewissen Vertrauensvorschuss delegieren solltest.

Ich wünsche dir viel Erfolg dabei, Aufgaben auszulagern und abzugeben.

Bleib gelassen!

Ilse Maria_Signatur

 

 

 

 

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Familienalltag vereinfachen

Familienalltag vereinfachen? Hier meine 3 Tipps!

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Birgit Geistbeck von Entspannt wohnen hat zu einer Blogparade aufgerufen!

Das Thema: Was sind deine 3 besten Tipps, um den Familienalltag zu vereinfachen. Zum Abschluss gibt es noch ein e-book, das sicher nur so wimmelt von vielen guten Tipps und jede Menge Lesernutzen bietet. Weiterlesen

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delegieren

Delegieren

Delegieren

Richtig delegieren ist gar nicht so einfach. Es erfordert eine Menge Kompetenzen. Schließlich soll ja nicht nur derjenige, der delegiert entlastet werden, sondern auch derjenige, der mit der Aufgabe betraut wird, zufrieden sein. Ich werde mich in dieser Serie auf das Delegieren im Familienbereich beschränken.

4 Gründe warum sich delegieren lohnt?

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Familienleben auf Augenhöhe

Durch Birgit von Entspannt wohnen bin ich auf die Blogparade von Chaos² aufmerksam geworden.
Die Idee entstand, weil sich Papa online vor einiger Zeit mit einem offenen Brief an alle Frauen gewandt hat. Da dieses Thema in Zusammenhang mit Vereinbarkeit von Familie und Beruf steht, bin ich natürlich dabei.

Familienleben auf Augenhöhe

Der Brief

Männer können kein Multitasking

„Ich muss zu meiner Verteidigung sagen, ich habe es wirklich nicht mitbekommen. Ich war nicht auf helfen gepolt sondern auf Pause und habe das irgendwie ausgeblendet. Aber, wenn sie doch solche Schwierigkeiten hatte, warum hat sie mich nicht einfach zur Hilfe gerufen?“

Stimmt, wieso hat sie nicht um Hilfe gerufen? – Meine Frage ist, lieber Andreas: „Hättest du den Hilferuf wahrgenommen?“

Männer können kein Multitastking und wir Frauen auch nicht. Wir könnten es nur gerne.
Genau aus diesem Grund können wir auch nicht immer gleich um Hilfe rufen während wir eine Rasselbande bändigen. Wir haben genug damit zu tun Kind 1 beim Anziehen zu helfen und Kind 2 daran zu hindern, dem Baby die Bausteine zu zeigen. Was so aussieht, dass Kind 2, das noch nicht in den Kinderwagen sieht und gerade mal so hinauflangen kann, die Bausteine irgendwie in den Kinderwagen hineinplumpsen lässt. Das ist zwar gut gemeint, entrüstet aber das schlafende Baby enorm, weil es gerade von einem auf seinen Kopf plumpsenden Baustein geweckt wurde. Fazit: Baby weint und will beruhigt werden, Kind 2 ist irritiert, denn es wollte nur spielen und Kind 1 zieht sich wieder aus, weil es noch schnell vor dem Einkauf auf die Toilette muss.

Übrigens: Ich kenne auch Frauen, die nichts hören, wenn sie auf eine Sache konzentriert sind.

Was wir jedoch definitiv können, ist anderen zuhören und uns für das Wohl der Gruppe/Familie verantwortlich zu fühlen. Diese Eigenschaft wird bei Frauen von klein auf unterstützt. Wir wünschen uns ein Familienleben auf Augenhöhe und boykottieren es gleichzeitig mit Harmoniesucht und Drumherumgerede.

Männer sind einfach so

„Ihr seid wirklich sehr beschäftigt und habt einen stressigen Job. Wir wissen das und wir haben allergrößten Respekt davor, was Ihr leistet. Nur sagen wir das nicht so oft, wie Ihr es gerne hören würdet. So sind wir.“

Seid ihr so? Schade!
Wenn ihr Männer wisst, dass wir das gerne hören würde, sagt es uns! Euch bricht kein Zacken aus der Krone und es ist einfach schön zu hören, dass ihr es bemerkt ;-)
Wir bemühen uns im Gegenzug in unseren Aufforderungen nicht so kryptisch wie Sybille oder das Orakel von Delphi zu sein. Versprochen!

Das muss genetisch sein

„Wie wir nicht sind: notorisch faul. Besonders wenn es um Aufgaben im Haushalt oder um Hilfe mit den Kindern geht. Natürlich wollen wir helfen und Euch entlasten. Nur leider gibt es da ein kleines Problem mit der Kommunikation. Ihr erwartet, dass wir sehen wo Hilfe benötigt wird und wartet darauf, dass wir von uns aus das tun, was Ihr für selbstverständlich haltet.
Achtung: wir sehen das nicht. Wir haben bei vielen Dingen eine ganz andere Hemmschwelle als Frauen. Das muss genetisch sein.“

Genetisch ist es definitiv nicht.

Es hat erstens mit dem Blickfeld zu tun, das bei Männern enger ist. Aber Vorsicht meine Herren, bevor jetzt die Ausreden kommen: Du kannst lernen dein Blickfeld aufzuspannen. Wie das geht, kannst du hier lesen.

Zweitens liegt es an der Erziehung. Männer haben eine andere Hemmschwelle und viele haben nie gelernt, sich für den Haushalt zuständig zu fühlen.
Die meisten Männer, die ich kenne, waren nie allein für einen Haushalt zuständig. Immer war da jemand, der die finale Verantwortung dafür übernommen hat, dass alles eingekauft wird und alles an seinem Platz ist.

Drittens handelt es sich hier um eines der sogenannten Metaprogramme. Metaprogramme sind zutiefst unbewusste Filter unserer Wahrnehmung. Sie steuern, welche Informationen aus der unbewussten Wahrnehmung den Weg in unser Bewusstsein finden. Diese Metaprogramme beeinflussen das, was wir wahrnehmen und auch das worauf wir reagieren und wie wir darauf reagieren.
Wenn jemand sagt: „Ich bin durstig.“, kannst du das als reine Information ansehen und dir denken „Aha, diese Person ist durstig“. Oder du empfindest es als Aufforderung zum Handeln und bringst dieser Person ein Glas Wasser.

Womit wir bei der klaren Ausdrucksweise wären ;-)

„Es wäre schön, wenn wir uns in Euch hineindenken könnten – das würde einiges erleichtern. Solange wir dafür noch keine Maschine gebaut haben (Maschinen bauen können wir nämlich sehr gut), sagt uns bitte was Ihr wollt.“

Hierarchie versus Heterarchie auch in der Sprache

In unserem Kulturkreis bilden Burschen schon früh Hierarchen und wählen im Kindergarten den Chef der „Bande“. Der Chef der Bande sagt natürlich „Hier geht´s lang.“ Und „Alle mir nach.“ Er kommt gar nicht auf die Idee zu sagen: „Wer will, kann jetzt mit mir mitkommen!“

Frauen verhalten sich hingegen eher heterarchisch. Sie sind von klein auf darauf gepolt, nirgends anzuecken und bescheiden zu sein und sich gut in eine Gruppe einzufügen. Darum haben sie eine unklare Sprache. „Jemand müsste den Müll hinaus bringen.“, ist keine klare Aufforderung. Und „Hast du Lust, das Geschirr abzuwaschen?“ schon gar nicht. Spannenderweise begünstigt genau diese Unklarheit ein Familienleben auf Augenhöhe nicht.

Frauen sind so – Männer sind so?

Ich glaube nicht, dass Frauen generell eher auf andere schauen und sich mehr am außen orientieren.
Ich glaube auch nicht, dass Frauen generell sofort helfend zu Seite springen, wenn jemand sagt, er sei durstig.

Ich glaube nicht, dass Männer generell immer auf sich bedacht sind und nur nach innen orientiert sind.
Ich glaube auch nicht, dass Männer generell jede Information wörtlich nehmen.
Ich kenne Männer, die sofort fragen: „Was möchtest du trinken?, wenn ich sage, ich hätte Durst ;-)

Wie gesagt, all das ist eine Frage der Erziehung und des Kulturkreises, in dem ein Kind aufwächst. Das dumme daran ist, dass Kinder dieses Metaprogramm auch unbewusst übernehmen, wenn ihre Vorbilder (in diesem Fall die Mutter) inkongruent sind.
Inkongruenzen gibt es immer dann, wenn jemand anders handelt, als er sagt, oder denkt.

Meine Mutter war zum Beispiel immer berufstätig und das in einer Zeit, wo sie anfänglich streng genommen noch die Zustimmung des Ehemannes gebraucht hätte, um überhaupt arbeiten zu dürfen. Trotzdem hat sie sich immer für Haushalt und Familie verantwortlich gefühlt. Bis ins Detail. Sie hat sämtliche Familientermine ausgemacht und koordiniert, hat die Finanzen verwaltet und war Sekretariat, Köchin und Zimmermädchen in Personalunion. Wir Kinder wurden immer zur Mithilfe angehalten. Mein Vater hat gewisse Tätigkeiten übernommen, seine Ergebnisse waren aber nie gut genug ;-)

So habe ich das Bild übernommen: Eine Frau muss für die Familie da sein und ist für alles in der Familie verantwortlich (Auch wenn sie arbeitet, oder gerade dann, denn dann muss sie ja beweisen, dass niemand unter ihrer „Selbstverwirklichung“ leidet.). Ich habe einige Jahre und viele Ausbildungen gebraucht, um mich davon frei zu strampeln.

Was könnt ihr tun, um solche Situationen zu vermeiden?

  1. Klärt was in der Familie und im Haushalt zu tun ist.
  2. Legt gemeinsam Mindestanforderungen für die zu erledigenden Arbeiten fest.
  3. Bestimmt die Zuständigkeiten.
  4. Wenn jemand eine Arbeit übernimmt, dann lasst es ihn auf seine Weise tun und akzeptiere das Ergebnis.
    (Egal ob er das Kind wickelt oder kocht, oder ob sie ein Bild an die Wand hängt oder die Reifen wechselt.)
  5. Sage klar und deutlich, was du dir wünschst und was du erwartest.
  6. Scheue dich nicht, um Hilfe zu bitten. Mach es rechtzeitig!
  7. Beziehe deine Kinder in die Hausarbeit ein.

Ich glaube das die Einzelpersonen was die Gleichstellung von Mann und Frau betrifft, schon sehr weit sind. Ich beobachte aber auch, dass die Gesellschaft und die Medien noch immer die Unterschiede betonen.
Wie wäre es, gemeinsam und einvernehmlich eine Basis zu finden, die so tragfähig ist, dass Haushalt und Familie gelassen gemeistert werden können. Es geht um gegenseitiges Verständnis und darum herauszufinden, wie der andere die Welt sieht. Wenn wir das wissen, wird ein Familienleben auf Augenhöhe möglich.

Ganz gespannt bin ich schon, wie die Männer unter meinen Lesenden die Lage beurteilen. Schreib doch deine Meinung in die Kommentare.

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Der_kleine_UnterschiedUnd es gibt ihn doch, den Unterschied ;-)

Ich kenne keinen Mann, der es als sein Privatvergüngen ansieht, wenn er den Rasen mäht, oder das Auto wäscht. (Ich bleibe hier absichtlich bei Plattitüden :-) )
Auch wenn es ihm Spaß macht, ist er sich doch bewusst, dass er etwas erledigt hat.
Ebenso kenne ich wenige Männer, die sich Gedanken machen, wie es den anderen Familienmitgliedern geht, wenn sie nach der Arbeit noch trainieren gehen. Oder ob der Sohn vorher eventuell noch schnell zum Fußballtraining gebracht werden sollte. Das Training ist einfach Teil ihres Tagesablaufs. Punkt. Da lassen diese Männer nichts dazwischentreten.

Ich kenne allerdings viele Frauen, die sich überlegen, ob alle gut versorgt sind und ob eventuell noch jemand einen Taxidienst benötigt, bevor sie selbst zum Arzt (!) gehen.

Frauen, die auf einen Kuraufenthalt fahren

  • kochen für 3 Wochen vor
  • schreiben seitenlange Listen, damit keiner etwas vergisst
  • legen fest, welche Freundin wann welches Kind zur Klavierstunde, zum Training, etc. bringt
  • heften Zettel mit Notfallnummern auf den Kühlschrank

Männer packen ihren Koffer und fahren auf Dienstreise. Weg sind sie. Zu Hause wird schon alles weiterlaufen.

Natürlich, jetzt kannst du einwenden, dass das einfach so abgesprochen ist. Ist es nicht trotzdem eigenartig?
Ich finde es wäre zu kurz gedacht, wenn wir das nur als Egoismus der Männer sehen würden. Vielleicht ist das einer der Gründe, warum Männer im Allgemeinen beruflich schneller erfolgreich sind. Sie konzentrieren sich auf das, was sie tun.

Ein Schlüsselerlebnis

Könnten wir Frauen davon nicht etwas lernen? Normalerweise ist es so, dass erst dann jemand eine Aufgabe übernimmt, wenn er eine Notwendigkeit dafür sieht. Wenn also die Hausfrau und Mutter sich um alles kümmert, wieso soll dann jemand anderer aktiv werden? Nehmen wir den Familienmitgliedern vielleicht sogar die Chance etwas dazuzulernen, wenn wir so proaktiv alle Aufgaben an uns reißen?

Ich hatte ein Schlüsselerlebnis mit meinen Kindern. Mein Mann war nicht zu Hause, ich war in Wien unterwegs und es war Winter. Aus diesem Grund hatte ich meine Kinder auch in der früh gebeten darauf zu achten, dass die Gehsteige geräumt sind. Am Abend kam ich nach Hause um festzustellen, dass der Gehsteig nicht geräumt war.
Mein erster Weg führte ins Vorzimmer und mit Kommandostimme rief ich: „Schneeräumen. Jetzt!“ – und sofort trabten meine beiden herunter, um mir beim Schnee räumen zu helfen.

Als wir fertig waren hielt ich ihnen einen Vortrag über Verantwortung und Selbständigkeit und schloss mit der Frage: „Ich weiß genau, dass ihr das alles könnt, wenn ich mal eine Woche weg bin, funtkioniert es doch auch. Ihr seid alt genug, dass ihr schon allein wohnen könntet. (O.K. das war etwas übertrieben ;-) ) Warum habt ihr euch nicht drum gekümmert?“
Die schlüssige Antwort meines Sohnes lautete: „Wir haben gewusst, dass du kommst und dich wieder um alles kümmerst. Du bist ja hier.“

Genau das ist es: Wenn die Mutter im Haus ist, dann verlassen sich oft die selbständigsten Kinder darauf, dass es ein Back-up gibt. Ein kostenloses Erinnerungsservice!

Was kannst du daraus lernen?

Aufteilen_von_AufgabenWenn du eine Aufgabe abgibst, dann gib auch die Verantwortung dafür ab. Lebe damit, auch wenn du das Gefühl hast, du hättest diese Aufgabe besser oder routinierter erledigt. Jeder hat seine eigene Art, etwas zu erledigen und es gibt kein grundsätzliches richtig oder falsch. Zumindest nicht bei der Hausarbeit.
Meine Mutter hat z. B. das Bettzeug immer mit der rechten Seite nach außen zusammengelegt, meine Schwiegermutter macht es andersrum. Ich fand das anfänglich unordentlich. Diese Methode hat aber einen riesigen Vorteil: Wenn du mit den Händen in den Bettüberzug greifst kannst du die Ecken der Decke nehmen und den Überzug einfach drüberstülpen. Das ist wirklich praktisch. Seitdem ich den Nutzen erknnt habe, mache ich es auch so.

Erledigt jemand eine Aufgabe anders als du, dann überleg dir zuerst, wo der Nutzen ist – und entscheide dann, ob du so weitermachen willst, wie bisher oder vielleicht die nue Variante probieren möchtest. Wenn diese Person diese Aufgabe übernommen hat, dann lass sie einfach machen, wie sie will. Solange das Ergebnis stimmt.

Eventuell könnten wir Frauen ja auch von dem Männern lernen. Wir müssen deshalb nicht gleich männlich auftreten oder rüpelhaft sein. In vielen Fällen reicht es schon, wenn wir uns weniger Sorgen machen. Wir müssen nicht alle Eventualitäten für die anderen bedenken. Wir dürfen darauf vertrauen, dass auch die anderen in der Lage sind Probleme zu lösen.

In diesem Sinne wünsche ich dir eine schöne Woche! Ich bin diese Woche Co-Trainerin bei der Hypnosetrainer-Ausbildung und komme jeden Abend erst um ca. 19:00 Uhr nach Hause, danach habe ich noch Vorbereitungen zu machen und das Tagesgeschäft will auch erledigt werden. Für Hausarbeit bleibt also keine Zeit, das müssen diese Woche die anderen machen! Jeder hat seine aufgaben und wird sie neben Schule, Studium und Arbeit erledigen … und ich übe mich im Liegenlassen :-)

Wie geht es dir? Gibst du mit der Arbeit auch die Verantwortung ab?
Oder unterliegst du dem Kontrollwahn?

 

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