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Scham-Mütter-unterdrückte Gefühle

 

Wenn Mütter sich schämen – Ein Tabuthema

Angela

Angela liegt im Krankenhaus. Gestern erst hat sie ihr Kind geboren. Ein wirklich süßes Mädchen – so behaupten zumindest alle. Angela liegt da und betrachtet ihr Kind … und sie fühlt sich merkwürdig einsam dabei. Das kleine Wesen ist ihr fremd. Von plötzlich einsetzender Mutterliebe keine Spur. Das traut sie sich natürlich nicht zu sagen. Sie lächelt, mimt die glückliche Mutter, nimmt die Glückwünsche entgegen und schämt sich. Weil sie nicht fühlt, was sie fühlen sollte. Weiterlesen

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Warum sich Mütter seit Jahrzehnten gegenseitig dieselben Fragen stellen

Mütterfragen

Bildquelle Fragezeichen: www.pixabay.com

Angeregt durch Mutter & Söhnchen, einem wunderbaren Blog, setze ich mich heute mit dem Thema auseinander, warum sich Mütter gegenseitig seit Jahrzehnten dieselben Fragen stellen.

Rollenaufteilung

Ich fange jetzt nicht an mit „Früher war alles besser.“, und doch war früher die Rollenaufteilung klar. Der Mann bringt das Geld heim, die Frau kümmert sich ums Haus.
Doch war das wirklich immer so?
Diese Rollenaufteilung galt erst seit der Mitte des letzten Jahrhunderts, vorher konnten sich nur sehr gut gestellte Bürger diese Aufteilung leisten. Bei der arbeitenden Bevölkerung war die Familie immer schon auf Mitarbeit der Frau angewiesen.

Mit der Frauenbewegung und der zunehmenden Berufstätigkeit der Frauen kam es zu folgender Entwicklung: Die Frauen drängten in den Beruf, die Hausarbeit musste auch erledigt werden. Die Männer ruhten sich – vorerst – auf ihren erworbenen Privilegien aus. Wer gibt Privilegien schon gerne auf.

Zusätzlich waren die Frauen von dem Geist beseelt, alles schaffen zu können. Es wurde ihnen ja auch von allen Seiten so gesagt. … und weil auch Arbeitsleistung zu einem guten Teil auf Gewohnheit beruht, dachten sie gar nicht daran, etwas von ihrer Arbeit abzugeben. Außerdem wollten sie ja beweisen, dass sie sowohl berufstätig sein können, als auch Familie haben können.

Naja und dann dämmerte langsam die Erkenntnis: Frauen sind Göttinnen und auch Menschen ;-)… und als solche steht ihnen nur ein gewisses Maß an Kraft und Energie zur Verfügung.

Viele von uns leben schon mit einem Mann, der von einer berufstätigen Mutter erzogen wurde und der auch kochen kann und im Haushalt mit anpackt.

Das ewig schlechte Gewissen

Trotzdem herrscht die Meinung vor, dass Frauen alles schaffen können. Das stimmt auch!
Wenn wir uns neu arrangieren, unsere Familie einbeziehen, die Aufgaben neu verteilen und auch Abstriche machen.

Keine Frau kann einen Haushalt so führen, wie einst ihre Großmutter und gleichzeitig berufstätig sein und geduldige, liebende Mutter, die ständig Zeit für ihre Kinder hat.
Doch genau das wird uns von der Werbung und von den Medien vorgegaukelt. Alles soll perfekt sein: Der Haushalt, die Kinder, die Leistung im Beruf und natürlich auch das eigene Auftreten und Aussehen.
Besonders jetzt vor Weihnachten (mein Gott, ist es schon so weit?) sind die Zeitschriften voll von den Minuten-Tipps: 10 Minuten für volles Haar, 15 Minuten für ihre strahlende Haut, in nur 7 Minuten zum perfekten Tischschmuck, 30 Minuten für ihre Traumfigur …

Wenn du alle diese Minuten zusammenzählst und dann noch so ca. 8 Stunden Schlaf (welche Frau kommt schon auf 8 Stunden Schlaf), 6-8 Stunden Arbeitszeit, 2 Stunden Familienzeit, 1 Stunde für Haushalt und ca. 1,5 Stunden für Essen dazurechnest, dann merkst du sehr schnell, dass sich das alles an einem Tag gar nicht ausgehen kann. Denn schließlich benötigst du noch Zeit für Körperpflege, zum Einkaufen, usw.

Somit haben die meisten Frauen und Mütter – egal, ob sie nun berufstätig sind, oder nicht – auch ein schlechtes Gewissen. Die einen deshalb, weil sie ja „nur“ Hausfrauen sind und nichts zum Familieneinkommen beitragen, die anderen, weil sie berufstätig sind und nicht unendlich viel Zeit haben, um mit ihren Kindern zu spielen, und vorweihnachtliche Bastelmarathons einzulegen.

Und wie reagieren wir, wenn wir ein schlechtes Gewissen haben? Richtig, wir sind verunsichert und in unserem Selbstwert erschüttert. Das ist unangenehm, ein Gefühl, das wir nicht haben wollen. Also suchen wir nach Möglichkeiten, wie es uns besser geht.

Eine dieser Möglichkeiten ist es, zu sehen, ob bei den anderen alles Gold ist, was glänzt. Ihnen vielleicht durch suggestive Fragen auch ein wenig schlechtes Gewissen zu machen.
Das ist nicht unbedingt fair, aber menschlich nachvollziehbar.

Und die Fragen?

Die Fragen sind auf alle Fälle so gestellt, dass sich die angesprochene Frau ertappt fühlt.

Dauerbrenner sind z. B.:

  • Und wie sind denn die Nächte so?
  • Wann wirst du wieder zu arbeiten beginnen?

    Selbstzweifel

    Bildquelle: pixabay.com

  • Habt ihr schon einen Kindergartenplatz?
  • Befürchtest du nicht, dass du den beruflichen Anschluss verlieren könntest?
  • Wie schaffst du das bloß, mit der Arbeit und den Kindern?
  • Hast du abends überhaupt noch die Nerven, die Aufgaben zu kontrollieren?

Wenn du Kinder hast, dann kennst du diese Fragen und du weißt auch, welche Gefühle sie auslösen können. Was passiert meistens: Wir eiern drum rum und antworten ausweichend.
Und was passiert: Beide Mütter haben ein schlechtes Gewissen. Die eine, weil sie den Eindruck hat, die andere schafft das ohnehin alles locker, die andere, weil sie nicht zugeben möchte, dass diese Frage ins Schwarze trifft.

Die Lösung!

Ich bin ja aus dieser Situation schon herausgewachsen (meine Kinder sind 16 und 19 Jahre) und habe damit in meinen Coachings zu tun.
Trotzdem erinnere ich mich an ein Schlüsselerlebnis, dass ich hatte, als meine Kinder noch klein waren. Ich war in Teilzeitkarenz, da ich einen Job hatte, der mich erfüllte und auch Arbeitsbedingungen hatte, die flexibel genug waren, um Beruf und Familie (halbwegs) gut zu vereinen. Gleichzeitig hatte ich eine Freundin, die sich entschlossen hatte, bei ihren 2 Mädchen zu Hause zu bleiben. Sie war und ist immer noch, sehr kreativ. Zur damaligen Zeit war sie aus ganzem Herzen Vollzeitmama, die gebacken und gebastelt hat, viel mit den Kindern unterwegs war … Ich habe sie immer sehr für ihren Einsatz bewundert und respektiert.

Eines Tages als ich bei ihr war, meinte sie zu ihrer Tochter: „Ach, die Ilse bekommt das alles so perfekt hin.“
Ich musste da lachen, denn so perfekt, wie es ihr schien war es nicht. Ich war oft übermüdet, hatte keine Zeit zum Backen und hätte gerne mehr mit meinen Kindern gebastelt.
Wir haben es dann geschafft, uns hinzusetzen und ein wirklich gutes Gespräch zu führen. Jede von uns hatte die andere bewundert und beneidet. Wir haben uns aber beide mit denselben Ängsten herumgeschlagen. – Nur eben auf der anderen Seite der Medaille.

Genau darum plädiere ich für mehr Ehrlichkeit unter Frauen. Denn wenn wir wissen, wie es der jeweils anderen Gruppe geht, dann können wir uns auch perfekt unterstützen.

Auch das ist einer der Vorteile am Workshop „Hotel Mama schließt“. Du merkst, dass du nicht alleine bist und dass es ganz vielen anderen Müttern auch so geht. Sie haben alle ihre Themen mit der Familie laufen und auch ihre Selbstzweifel. Mit der Unterstützung der Gruppe, wirst du aber merken, dass nicht nur die Kinder mehr von der Hausarbeit übernehmen, sondern dass auch du eine andere Einstellung gewinnst. Hier erfährst du mehr über „Hotel Mama schließt!“

Welche Erfahrungen hast du mit diesem Thema?
Vielleicht hast du ja auch ein Erlebnis dieser Art. Ich freue mich, wenn du es in den Kommentaren teilst.

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