Vereinbarkeit von Familie und Beruf

In den vergangenen Wochen habe ich viele erfolgreiche Modelle zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf vorgestellt.
Auffällig ist: Die Modelle sind so vielfältig, wie die Frauen, die ich interviewen durfte. Jede hat ihr persönliches Modell gefunden.

Es gibt kein allgemeingültiges Idealmodell. Etwas haben alle erfolgreichen Modelle gemeinsam. Sie sind sorgsam auf die Bedürfnisse der jeweiligen Familien und auf die Charaktere der Frauen zugeschnitten.

Tipps der PersonalberatungHeute konnte ich die renommierte Personalberaterin Charlotte Eblinger  für einen Gastartikel gewinnen. Sie ist Geschäftsführerin von Eblinger & Partner und iic Partner und wird uns mit Tipps der Personalberatung weiterhelfen.
Ich freue mich sehr darüber und lasse auch dich nicht länger auf die Expertensicht warten.

Die persönliche Ideallösung für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Tipps der Personalberatung

Die persönliche Ideallösung beginnt mit einer Auseinandersetzung mit dem Thema.

  • Was will ich beruflich erreichen?
  • Was will ich arbeiten?

Nicht mit der Frage beginnen, wie, wo und wie lange will ich arbeiten? Das wäre der falsche Ansatz.
Denn mit der Entscheidung, was es sein soll, kann man manche Wie- und Wie lange-Modelle ausschließen.

Wenn frau vor hat, „Karriere zu machen“, d.h. in ihrem Beruf fachlich oder hierarchisch voranzukommen, dann scheiden Teilzeit-Modelle und langfristige Telearbeitsbeschäftigungen aus. Dann ist ein Kompromiss zu finden, der in Richtung Vollzeit und professionelle Kinderbetreuung geht.
Fällt die Entscheidung, einem Job nachgehen zu wollen, der Geld bringt, der Spaß macht und eine Abwechslung zur Mutterrolle darstellt, ohne besonderes Engagement für Führung oder Beförderung, dann stehen die Modelle Teilzeitlösung oder Telearbeitstage tatsächlich zur Wahl.

Warum ist das wichtig?

Weil diese Entscheidung für lange Zeit, für manche sogar die gesamte Dauer des verbleibenden Berufslebens getroffen werden muss, und es später kein Bereuen geben sollte.

Teilzeitlösungen

Teilzeitlösungen ergeben sich ideal, wenn ich beim aktuellen Arbeitgeber nach dem Wiedereinstieg die Elternteilzeit in Anspruch nehme. Der Arbeitgeber muss eine Teilzeitlösung akzeptieren, es fällt ihm aber auch leichter, weil er schon weiß, was ich in der Zeit erledigen kann.

Sollte es notwendig sein, sich einen neuen Teilzeit-Job suchen zu müssen, empfehle ich, sich auch nur auf Inserate zu bewerben, in denen explizit Teilzeit angeführt ist. Es spart beiden Seiten Zeit, nicht bei ausgeschriebenen Ganztagsstellen um die Möglichkeit einer Teilzeit zu fragen.

Wir leben in einer Welt, wo mit ganztags meist auch Überstunden gemeint sind und alle ächzen und stöhnen, weil sie mit ihrer Arbeit nicht fertig werden. Wie soll sie dann in kürzerer Zeit bewältigt werden können?

Telearbeit

Telearbeit, d.h. aus dem Homeoffice, ist in vielen Unternehmen machbar, aber meist erst nach einer Zeit der „Bewährung“, in der man bewiesen hat, dass man auch ohne Kontrolle von zuhause arbeitet. Da und dort gibt es auch Erfolgs-Modelle, d.h. dass es nur ein Gehalt gibt, wenn ein Ziel erfolgreich erreicht wurde, ganz egal, von wo und wie lange es gedauert hat.
Tele-Akqui ist so ein Modell, wo es nur für Verkäufe oder Terminvereinbarungen am Telefon eine Prämie gibt, der Rest ist ein kleiner Fixbetrag. Hier fällt es dem Arbeitgeber bei weitem leichter, den Erfolg im Home Office zu messen.

Das Vorstellungsgespräch

Flexibilität im Vorstellungsgespräch ist wichtig. Die klare Entscheidung für eine Art der Berufstätigkeit ist wichtig, aber alternative Vorschläge des zukünftigen Arbeitgebers sind zu prüfen und Test-Phasen bis zur Erreichung des gewünschten Wie zu akzeptieren.

Gesprächsvorbereitung

Eine Vorbereitung auf das Gespräch mit starken Argumenten kann nur darin liegen, dass ich mir selbst sicher bin, dass ich das Versprochene schaffe und dass ich glaubhaft vermitteln kann, dass meine Kinder in der Zeit, wo ich arbeiten bin, gut untergebracht sind. Wenn ich mir selbst glaube, dann bringe ich die guten Argumente glaubhaft vor. Und bitte die Antwort auf die Frage des potenziellen Arbeitgebers:

  • Was habe ich davon?

vorbereiten. Viele Frauen sind zu sehr damit beschäftigt, daran zu denken, was sie wollen, dass sie ganz aus den Augen verlieren, das dem Gegenüber „schmackhaft“ zu machen.

 

Herzlichen Dank, liebe Charlotte für die Expertensicht und die Tipps der Personalberatung.Expertentipps zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf
Auf die Fragen „Was habe ich als Arbeitgeber davon?“, möchte ich in einem der nächsten Artikel noch genauer eingehen.

Hast du schon jetzt gute Tipps für die Gesprächsvorbereitung?
Dann freue ich mich, wenn du sie mit uns teilst. Schreib doch einfach einen Kommentar.

 

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2 Kommentare
  1. Birgit Geistbeck sagte:

    Interessant, wenn man das Thema Vereinbarkeit mal aus Arbeitgebersicht betrachtet.

    Etwas ist mir allerdings aufgestoßen: „Wenn frau vor hat, „Karriere zu machen“, d.h. in ihrem Beruf fachlich oder hierarchisch voranzukommen, dann scheiden Teilzeit-Modelle und langfristige Telearbeitsbeschäftigungen aus.“

    Ich finde, genau hier sollte sich doch bei den Arbeitgebern etwas ändern. Karriere sollte nicht immer mit Vollzeit einher gehen müssen.

    Antworten
    • Ilse Maria Lechner sagte:

      Liebe Birgit,

      genau an diesem Satz bin ich auch gestolpert.
      Was ich für mich daraus gelernt habe: Ich trage meinen Teil zur Veränderung bei und habe in meinen Interviews gesehen, dass Frauen auch den Mut haben müssen kreativ zu werden und individuelle Lösungen zu fordern. Es hat auch sicher einen Grund, warum viele Frauen, die Familie und Beruf so vereinen wollen, dass auch eine Karriere möglich ist, selbständig werden.

      Wobei auch Karriere ein Begriff ist, der sehr individuell gesehen werden muss.

      In einem hat Charlotte Eblinger absolut recht: Gute Gesprächvorbereitung ist alles. Und: Es hängt von der eigenen Überzeugung ab, wie glaubwürdig eine Frau ihre Argumente vertreten kann.
      Ich kenne auch Frauen, die in Fürhungspositionen sind und Teilzeit arbeiten. Das ist ganz von der Firma abhängig. Spannenderweise sind da große Konzerne – mit einer Konzernmutter in Amerika – oft offener, als Firen hierzulande.

      Es muss noch viel geschehen! Genau das war der Anlass für diese Serie von Artikeln.

      Alles Liebe,
      Ilse

      Antworten

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