Die 3-P-Formel im Schulalltag

Letzte Woche habe ich ja über die 3-P-Formel im Familienalltag geschrieben. Ganz am Schluss habe ich erwähnt, dass diese Formel für viele andere Gebiete anwendbar ist; unter anderem auch für Schüler.

Natürlich ist die 3-P-Formel im Schulalltag eher für ältere Kinder geeignet. Ich würde meinen, dass Kinder ca. ab dem 8. – 9. Lebensjahr wirklich davon profitieren können.

Die 3-P-Formel kann deinem Kind helfen, sich selbst zu organisieren und zu strukturieren.

Die 3-P-Formel im Schulalltag

Die 3-P-Formel im Schulalltag, Gleichung p+p+p= auf Schultafel

Damit das nicht so abstrakt daher kommt, werde ich dir heute zwei Beispiele bringen. So kannst du dir das dann besser vorstellen und auch deinem Kind gut vermitteln.

Einsatzmöglichkeiten der 3-P-Formel im Schulalltag

Mehr Ordnung und Struktur mit der 3-P-Formel im Schulalltag

Überlegen wir einmal gemeinsam, wo die 3-P-Formel im Schulalltag eingesetzt werden kann:

  • Bei der Erarbeitung von großen Stoffmengen
  • Bei der Erarbeitung und Gliederung von Referaten, Zusammenfassungen oder Facharbeiten
  • Erstellung von Lernplänen
  • Vorbereitung auf Schularbeiten

Das sind nur jene Möglichkeiten, die mir auf Anhieb einfallen. Es gibt aber sicher noch mehr.

Beispiele gefällig?

Ich finde ja, mit Beispielen wird alles gleich viel klarer. Daher werde ich heute die Vorbereitung auf eine Schularbeit und die Erstellung eines Referats als Beispiele darstellen.

Schularbeitsvorbereitung mit der 3-P-Formel

Am Anfang steht immer das Sammeln aller Informationen und notwendigen Schritte.

Dein Kind überlegt also:

  • Wann ist der Schularbeitstermin?
  • Wie lange habe ich Zeit zu lernen?
  • Achtung, das stimmt nicht immer mit der Zeitspanne bis zur Schularbeit überein. Es könnte ja sein, dass da noch andere wichtige Dinge zu tun sind.
  • Welches Stoffgebiet ist relevant?
  • Wie viel Zeit brauche ich, um alles durchzuarbeiten?

1. Schritt: Planung

Jetzt hat dein Kind also alle relevanten Informationen.

Das wichtigste ist, dass es nun überprüft, ob die zur Verfügung stehende Zeit größer ist, als die Zeit, die es zum Durcharbeiten des Lernstoffes braucht.

Wenn das so ist, dann ist alles fein.

Wenn nicht, dann ist der Punkt Prioritäten setzen umso wichtiger. Aber dazu kommen wir noch.

Im nächsten Schritt überlegt dein Kind, wie es den Lernstoff aufteilen will und macht seinen groben Plan.

2. Schritt: Prioritäten setzen

Dieser Schritt ist gerade vor Schularbeiten sehr wichtig. Denn der grobe Plan sollte noch einmal einer gründlichen Prüfung unterzogen werden.

Wo herrschen große Lücken?

Diese Gebiete haben Priorität eins. Sie müssen erarbeitet und gefestigt werden. Denn erst, wenn man etwas annähernd durchschaut hat, kann man es üben.

Obwohl Jean Ayres von einem ganz anderen Bereich – nämlich der Sensorik – gesprochen hat, gilt auch hier der Spruch:

Was man nicht kann, kann man nicht üben!

Jean Ayres

Welche Stoffgebiete beherrscht dein Kind schon gut?

Diese muss es nur noch wiederholen. Das nimmt nicht so viel Zeit in Anspruch.

Diese Einheiten kann es also auch an Tagen unterbringen, wo es viel zu tun hat. Eine andere Möglichkeit ist es, diese Bereiche kurz vor dem Schlafen gehen noch einmal zu wiederholen.

Wie diese Wiederholungen aussehen hängt sehr stark vom jeweiligen Fach ab. In den Sprachen kann es sein, dass Gebiete durchgelesen oder Grammatikregeln durchdacht werden. In Mathematik rate ich immer dazu auch ein paar praktische Beispiele zu machen.

Was tun, wenn die Zeit nicht reicht?

Dann muss dein Kind noch genauer Prioritäten setzen und klug vorgehen.

  • Welche Kenntnisse bringen am meisten Punkte?
  • Was bringt am schnellsten weiter?
  • Wo stellen sich am raschesten Erfolge ein?

Darauf sollte es sich dann konzentrieren. Denn damit ist die Wahrscheinlichkeit eine positive oder gute Note zu erreichen am größten.

3. Schritt: Perfektionismus loslassen? Echt? – Bei Schularbeiten?

Ja genau! Das gilt aber nicht vorher beim Lernen, sondern direkt bei der Schularbeit.

Dafür braucht dein Kind aber bereits vorher Unterstützung und Hilfe beim Überlegen.

Nehmen wir an, dein Kind hat Mathe-Schularbeit.

Dann soll es auf alle Fälle die Beispiele, bei denen es sich ganz sicher ist zuerst rechnen. Wenn es mehrere Beispiele lösen kann, dann soll es als erstes jenes lösen, das die höchste Punktezahl hat.

Erst nachdem es alle Beispiele gelöst hat, die es gut beherrscht, beginnt es mit den Beispielen, wo es unsicher ist.

Immer wieder beobachte ich, dass Kinder die Beispiele nacheinander lösen. Wenn aber das erste Beispiel schwierig ist, dann bleibt oft für die Beispiele die dein Kind sicher kann zu wenig Zeit und es wird nicht fertig. Somit ist die Note schlechter, als sie sein müsste.

Wie ist das bei Schularbeiten in anderen Gegenständen?

Die Vorgangsweise funktioniert auch bei Sprachen. Vor allem dann, wenn es einen Grammatik-Teil gibt und ein freier Text zu schreiben ist. Grammatik kann man lernen. Das schaffen meistens auch die Kinder, die für diese Sprache keine ausgeprägte Begabung haben. Aber gerade dieser Teil gibt wertvolle Punkte für die Gesamtnote.

Referat vorbereiten mit der 3-P-Formel für den Schulalltag

1. Schritt: Planen

Am Anfang steht die Stoffsammlung. Diese kann z. B. mit einem Mindmap erarbeitet werden.

Im Fall eines Referats gehört zur Planung auch die Gliederung. Wenn dein Kind mit einem Mind-Map arbeitet, dann kann auch die Gliederung schon damit gut abgebildet werden.

So kann dieses MindMap aussehen

Wahrscheinlich findet dein Kind zum Stoffgebiet viel mehr Informationen, als es in seiner geplanten Referatszeit unterbringen kann.

2. Schritt: Prioritäten setzen beim Inhalt des Referats

Daher muss dein Kind jetzt Prioritäten setzen.

  • Was ist unbedingt notwendig, damit es sein Thema gut erklären kann?
  • Was sollten andere vom Referat mitnehmen?
  • Was findet gerade dein Kind so spannend, dass es unbedingt erwähnt werden muss?
    Dieser Punkt macht das Referat persönlich.
  • Wie soll der Inhalt dargestellt werden?
  • Ist es eine reine Rede oder gibt es begleitende Unterlagen?
    Vielleicht mag dein Kind ja sein Mind-Map schön gestalten und als Handout nach dem Referat verteilen. Manchmal ist aber seitens der Lehrer auch eine Zusammenfassung gefordert.

Dein Kind muss also nicht nur hinsichtlich des Wissensgebietes Prioritäten setzen. Es verfolgt auch zeitliche Ziele. Erstens soll der zeitliche Aufwand für die Erstellung des Referates möglichst gering sein. Andererseits hat es wahrscheinlich zeitliche Vorgaben hinsichtlich der Dauer, wenn es das Referat hält.

3. Schritt: Perfektionismus ablegen

Dieser Punkt gilt beim Referat zwei Mal.

Bei der Vorbereitung

Es gibt Kinder, die können sich in der Vorbereitung von Unterlagen verlieren. Nichts ist schön genug, nichts perfekt genug.

Hier gilt es, deinem Kind zu zeigen, wo die Waage zwischen Aufwand und Wirkung liegt.

In diesem Artikel findest du Hinweise, wie dein Kind sich die Inhalte gut merken kann, damit es nachher frei sprechen kann.

Beim eigentlichen Vortrag

Dein Kind ist also jetzt gut vorbereitet und hat sein Referat ausgearbeitet und zu Hause einige Male geübt.

Jetzt ist der große Tag und es hält das Referat in der Schule vor dem Lehrer und seinen Klassenkameraden und –kameradinnen.

Grundsätzlich ist dein Kind also gut vorbereitet. Trotzdem kann immer etwas Unvorhergesehenes passieren. Daher ist es wichtig, dass dein Kind – zumindest geistig – auch darauf vorbereitet ist.

Meistens ist es so, dass Kinder im Ernstfall durch die Aufregung eher schneller sprechen. Daher kann es sein, dass dein Kind weniger Zeit braucht, als es zu Hause beim Üben gebraucht hat. Daher sollte dein Kind einen Plan habe, was es tut, falls es zu früh fertig ist. Eine gute Idee ist es immer zu fragen: „Habt ihr noch Fragen zum Thema?“

Oder dein Kind erzählt noch einen zusätzlichen Fakt, der vorher aufgrund der Prioritäten gestrichen wurde.

Wenn es sich verspricht, dann sollte dein Kind wissen, dass das in Ordnung ist. Es sollte beim Üben schon gelernt haben, dass solche Fehler passieren und nicht schlimm sind. Einfach weiter machen!

Hat es den Faden verloren, so sagt es einfach: „Es tut mir leid, ich habe den Faden verloren“ und setzt wieder dort ein, wo es den Faden wieder aufnehmen kann.

All das sind kleine Dinge, die man gut üben kann. Es ist aber so, dass sie viele Erwachsene nicht beherrschen. Genau mit diesen Kleinigkeiten kann dein Kind Eindruck schinden.

Noch mehr davon?

Wenn du möchtest, dass dein Kind mit mehr Methoden dieser Art vertraut gemacht wird, dann schau dir einmal den Sommerferien-Kurs „Wie dein Kind zum Lernprofi wird – Vor-Sprung macht fit!“ an. Er findet im Seminartreff in Wiener Neustadt statt. Ich werde ihn gemeinsam mit Dina Beneken durchführen und wir zeigen deinem Kind spielerisch, wie es sich organisieren und strukturieren kann.

Wie dein Kind zum Lernprofi wird – Der Ferienkurs Vor-Sprung macht fit!

Im Ferienkurs Vor-Sprung finden Dina Beneken und ich gemeinsam mit deinem Kind heraus, welcher Lerntyp es ist und mit welchem Sinneskanal es Lernstoff besonders leicht und schnell aufnimmt. Natürlich lernt dein Kind auch, welche Methoden genau für seinen Lerntyp besonders geeignet sind.


Dein Kind erfährt wie es sich selbst struktureren und organsieren kann. Wir zeigen wie s mit einfachen Tricks seine Leistung optimiert. Nebenbei schulen wir spielerisch Arbeitsgedächtnis, Konzentration und Merktechniken. So wird dein Kind fit für das selbständige Arbeiten, das für die weiterführende Schule erforderlich ist.


Bleib gesund und gelassen!

Deine Mütterversteherin

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