endlich Zeit finden

Zeit finden für das Wesentliche

Die Sommerferien stehen vor der Tür. Alle die Kinder haben, die noch in den Zwängen des Schulalltags stecken, wissen: „Die Luft ist draußen!“ Viel wichtiger ist es schon, die Zeit draußen zu verbringen, herumzutollen, nachlaufen zu spielen, am Trampolin zu hüpfen …

Zeit haben, Zeit planen

Auch im Geschäftsleben begegnen mir immer wieder müde Menschen mit erschöpften Gesichtern. Nicht selten höre ich ein Stöhnen. So viel ist noch zu tun und die Kraft ist schon so aufgebraucht.

Und doch müssen alle noch ein paar Wochen durchhalten. Aber dann, ja dann werden alle endlich Zeit finden.

Genau dem Thema „Endlich Zeit finden“ (die Fotos zu sortieren) widmet sich die Blogparade von Susanne Kumm.

Es geht ihr in erster Linie um Fotos und doch hat sie das Thema so weit gefasst, dass alles Platz hat.

Endlich Zeit finden, um

  • Mit der Seele zu baumeln
  • Die Kästen wieder mal durchzusortieren
  • Gemütlich ein Glas Rotwein mit dem Liebsten auf dem Balkon zu trinken
  • Mit den Kindern die lang versprochene Radtour zu machen
  • Den Zaun zu streichen
  • Und so weiter, usw.

Oft sind es ganz kleine Wünsche und Ziele, die uns das ganze Jahr verfolgen und im Trubel des Alltags untergehen.

Haben wir wirklich so wenig Zeit?

Es stimmt schon, viele bewegen sich im Hamsterrad des Alltags und sind getrieben von Terminen und Verpflichtungen. Ist das wirklich notwendig?

Meine Oma pflegte zu sagen: „Wer keine Zeit hat, hat bloß keine Lust sich Zeit zu nehmen.“

Dieser Spruch ist zugegebenermaßen nicht ganz fair. Dennoch weist er auf etwas Wichtiges hin. Wenn wir für etwas keine Zeit haben, bedeutet das ganz simpel, dass wir unsere Prioritäten anders gesetzt haben. Etwas anderes ist wichtiger. Ob das nun wirklich so ist, oder ob wir das nur glauben, macht keinen Unterschied.

Wie schafft du es also in den (ruhigeren) Schulferien oder im Urlaub Zeit zu finden, für das, was dir wichtig ist?

Oder lauten die richtigen Fragen nicht vielmehr:

  1. Wie erkenne ich, was mir wirklich wichtig ist?
  2. Wie finde/schaffe ich Zeit, für das, was mir wichtig ist? – und
  3. Wie plane ich das, was mir wichtig ist, in meinen normalen Tagesablauf ein?

1. Prioritäten setzen und finden, was dir wichtig ist

Ich zum Beispiel habe das ganze Jahr über Zeit für meinen Beruf. Das ist kein Verdienst, weil mir mein Beruf Berufung und somit ein Bedürfnis ist.

Ebenfalls habe ich immer für meine Kinder Zeit. Ich gebe aber zu, dass meine Flexibilität diesbezüglich abnimmt, je älter meine Kinder werden. Mittlerweile sind sie ja schon 17 und 20 Jahre alt und daher mute ich ihnen zu, sich mit ihren Bedürfnissen nach meinem Zeitplan zu richtigen.

Seit mein Mann im Ausland ist und wir uns sehr unregelmäßig sehen, hat unsere gemeinsame Zeit an Wert gewonnen. Sie ist selten und daher kostbar. Wenn mein Mann im Juli für 14 Tage auf Urlaub zu Hause ist, dann sind das „heilige Zeiten“. Das kommuniziere ich auch meinen Klienten und Geschäftspartnern sehr offen. Ist es sonst für mich kein Thema auch mal abends zu arbeiten und notfalls einen Wochenendtermin einzuschieben, wird das in diesen 14 Tagen nur passieren, wenn mein Mann ohnehin etwas alleine vorhat oder ein akuter Notfall eintritt. Dafür haben auch alle Verständnis.

In den letzten Tagen merke ich, dass ich im Moment auch ganz dringend Zeit für mich benötige. Ich bin mir noch nicht sicher, wo ich die herzaubern werde, aber innerhalb der nächsten Woche, werde ich mir 1 – 2 Tage freispielen, um mich wieder einmal wirklich zu entspannen.

Du siehst schon: Ich habe meine Prioritäten ganz klar verteilt.

Es gibt allerdings eine Sache, die mir wichtig ist und bei der ich immer noch nach einer Lösung suche, um sie gut in meinen Tagesablauf einbauen zu können. Das ist der Sport. Gut gefällt mir das Bewegungskonzept von Gitte Härter, Bewegung spielerisch einzubauen.

Wie sieht das bei dir aus? Weißt du, was dir wirklich wichtig ist und in welcher Reihenfolge?

2. Wie finde/schaffe ich nun Zeit für das, was mir wichtig ist?

Nun hier beginnen meist die Schwierigkeiten endlich Zeit zu finden. Routine befindet sich im Widerstreit mit der Spontanität.
Routinen helfen dir deinen Alltag souverän zu meistern. Alles, was du routiniert machst, hast du schon lange geübt und du beherrscht es voll und ganz. Gleichzeitig haben sich diese Tätigkeiten einen festen Platz in deinem Tagesablauf erobert.

Denke nur an das Zähne putzen. Ich glaube nicht, dass du darüber nachdenken musst, oder dass das je auf deiner To-do-Liste steht ;-)

Tja und dann gibt es diese vielen kleinen Notwendigkeiten des Alltags und die To-dos auf unseren Listen, die sich passgenau zwischen all die festgefahrenen Routinen setzen und so unsere Zeit langsam auffüllen.

Für Spontanität bleibt da nur wenig Platz! – Ganz so ist es nicht. Oft genügt es die Routinen zu durchbrechen, um spontan zu sein. Schöne Anregungen zum anders machen findest du hier.

Hol dir einige Beispiele von oben in Erinnerung:

  • Mit der Seele baumeln kannst du jederzeit zwischendurch. Du brauchst dafür weder am Strand zu sitzen, noch auf einen Berg zu steigen. Der kleine Park um die Ecke oder dein Garten tut es auch. Genieße einfach deine nächste Mittagspause mit einem Buch auf einer Parkbank oder gehe eine Runde spazieren und lasse deine Gedanken schweifen.
  • Für ein Glas Wein mit deinem Liebsten am Balkon braucht ihr nichts weiter zu tun, als eure Abendgestaltung zu verändern. TV wird zugunsten des Balkonerlebnisses gestrichen. Abendlich Sonnenuntergänge haben ohnehin viel mehr Reiz als das TV-Programm.

„Das einzige, was auf der Welt gerecht verteilt ist, ist die Zeit.“, besagt ein altes Sprichwort. Dennoch wirkt es manchmal so, als ob es Menschen gäbe, die immer Zeit haben und andere, die nur mehr von Terminen getrieben sind.

Wo liegt also der Unterschied?

Meiner Beobachtung nach wissen Menschen, die scheinbar immer Zeit haben, ganz genau, was sie wollen und was ihnen wichtig ist. Auch sie lehnen Dinge ab. Sie schieben aber nicht Zeitmangel vor. Ganz ehrlich geben sie zu, dass das für sich momentan nicht wichtig ist, dass sie keine Lust haben oder dass es sie nicht interessiert.

Womit wir bei den Dingen wären, die ohnehin mehr Zeit brauchen und nicht ganz so spontan erfolgen.

3. Wie plane ich das, was mir wichtig ist, in meinen normalen Tagesablauf ein?

Fester Termin

  • Wenn du eine Radtour machen willst, planst du wahrscheinlich die passende Route, suchst einen Tag aus, wo alle Familienmitglieder Zeit haben und wo das Wetter mitspielt.
  • Für den Zaun, wirst du sicher nachdenken, welches Material du brauchst, den Materialbedarf berechnen und das Material besorgen.

Somit steht fest, du wirst einen Termin einplanen. Das ist alles nichts, was du schnell mal zwischendurch erledigst.

Häppchenweise

Beziehungsweise teilst du sie am besten in kleine, machbare Etappenziele auf.

  • Sowohl das Ordnen der Kästen und Schubladen, als auch das Streichen des Zaunes kann, aber muss nicht an einem Tag erfolgen. Du kannst dafür auch die Pomodoro-Technik anwenden. D.h. du teilst dir kleine Tagesziele ein, die du leicht im Alltag unterbringen kannst und die in einer festgesetzten Zeit zu erledigen sind.

Du kannst dir also vornehmen jeden Tag eine Schublade oder ein Schrankfach zu ordnen oder du nimmst dir eine bestimmte Zeitspanne vor (z. B. 30 Minuten), die du diesem Projekt widmest. Auf die Art und Weise kannst du dein Projekt auch abschließen.

Ich habe so im letzten Quartal alle Kästen meines Hauses ausgemistet. Ein Fach geht ganz flott. Auch einfach mal so zwischendurch. Und weißt du was. Es hat mich sehr erleichtert, diesen alten Ballast loszuwerden. Es fühlte sich so gut an, dass ich ab Juli eine zweite Runde beginnen werde. Ich bin sicher, ich werde wieder Dinge finden, von denen ich mich trennen kann.

Genau so kannst du es mit deinen Fotos halten. Jeden Tag ein bisschen.

Fotos werden bei mir anlassbezogen abgespeichert. Jeder Anlass bekommt einen Ordner. Längere Urlaube bekommen für jeden Tag einen Unterordner. So werden die Fotos nach den Aufnahmetagen abgespeichert.

Das funktioniert wunderbar um die Fotos zu finden, wenn ich privat darauf zugreifen will.

In letzter Zeit verwende ich aber immer mehr meiner Fotos auch für meine Blog. Und da bin ich jetzt vor eine Herausforderung gestellt. Um die Fotos wirklich gut themenbezogen zu finden müsste ich sie taggen und umbenennen. – Und dafür brauche ich noch ein gutes System und ich muss mir die Zeit dafür nehmen. Im Moment ist es mir aber noch nicht wichtig genug und andere Dinge gehen vor.

Vielleicht sind die anderen Artikel dieser Blogparade der Anlass, auch das Thema Fotoablage und –tagging in meinen Tagesablauf einzuplanen. Ich bin schon gespannt, ob ich den passenden Anstoß finde.

Teile diesen Beitrag und hilf mit den Familienalltag gelassen zu machen!
1 Kommentar
  1. Susanne Kumm sagte:

    Hallo, liebe Ilse,
    vielen Dank für deinen Beitrag! Kennst du den Spruch „Einen Elefanten isst man in Scheiben?“ Der ist mir eingefallen, als ich den Teil „Häppchenweise“ von dir gelesen habe Und genauso beginnt man doch am besten mit einem großen Projekt: Ziel anvisieren, Zwischenstationen festlegen und dann die erste ansteuern. Vielleicht ist es die Konsequenz, die uns (mir auch!) gelegentlich fehlt, dann auch Schritt für Schritt dran zu bleiben?!
    Besonders toll fand ich einen Satz in deinem Artikel – und zwar: Oft sind es ganz kleine Wünsche und Ziele, die uns das ganze Jahr verfolgen und im Trubel des Alltags untergehen. Und aus ganz aktueller Erfahrung kann ich zwei Dinge hierzu sagen:
    1. Bleiben diese kleine Wünsche und Ziele unerfüllt, wächst die Sehnsucht nach ihnen Jahr für Jahr. Wir sollten sie einfach tun, solange sie uns noch greifbar erscheinen.
    Und
    2. Genau in diesen Momenten, wenn wir unsere Wünsche wahr werden lassen, leben wir :-)
    Hierfür sollten wir mehr Zeit finden!
    Alles Gute wünscht dir,
    deine Susanne

    Antworten

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