Gelassenheitstoolbox

Dein Gelassenheits-Notfallplan

Wie du weißt, wurde ich vor ungefähr einem Monat operiert. Die ganze Vorgeschichte zog sich über ein halbes Jahr und auch mir fiel es in dieser Situation nicht immer leicht gelassen und ausgeglichen zu bleiben. Gott sei Dank verfüge ich über einen riesigen Notfallkoffer an Methoden – meine Gelassenheitstoolbox.

Nachdem mir einige dieser Methoden für mich im letzten halben Jahr oft den Tag gerettet haben und mir geholfen haben, nicht in einen Strudel aus negativen Gedanken und Gefühlen zu geraten, dachte ich mir, es wäre eine gute Idee, diese Methoden einmal für dich zusammenzufassen. Damit auch du so eine Gelassenheitstoolbox hast.

Die Gelassenheitstoolbox

  1. Atmen

Ich kann es gar nicht oft genug betonen. Atmen hilft. Immer!

Das klingt so banal und ist unglaublich wirkungsvoll. Wenn du gestresst bist, dann entspannen ein paar ruhige, tiefe Atemzüge sofort.

Im Stress neigen wir dazu flach zu atmen und wenn du dich auf deine Atmung konzentrierst, dann wird sie automatisch tiefer und langsamer. Du brauchst das nicht bewusst zu tun. Es passiert von ganz alleine. So wird dein Körper gleich wieder gut mit Sauerstoff versorgt, das Gehirn kann besser arbeiten und auch dein Blutdruck normalisiert sich.

  1. Auf Abstand gehen

Wann immer es geht, verlasse die Situation, die dich stresst. Geh aus dem Zimmer, nötigenfalls suche die Toilette auf. So kannst du zur Ruhe kommen, dein Gemüt ein wenig abkühlen lassen und wieder einen klaren Kopf bekommen.

Das hilft dir auch, dich emotional von dem Ereignis zu lösen und dich selbst als eigenständiges Individuum wahrzunehmen.

  1. Nein-Sagen lernen

Jedes Nein zu einer anderen Person, ist ein Ja zu dir selbst. Natürlich nur, wenn es aus den richtigen Gründen ausgesprochen wird.

Sage dann Nein, wenn etwas deinen Grundsätzen widerspricht, wenn du keine Zeit hast, wenn es dich belastet. Es sollte kein Nein aus einem Justament-Standpunkt sein. Benütze dieses Nein, um deine Grenzen zu wahren.

  1. Analysiere deine Situation

Überlege, was dich stört. Was bringt dich auf die Palme? Wodurch fühlst du dich gestresst?

Du selbst bist für dich und deine Situation verantwortlich. Meistens ist die Umwelt nur der Auslöser für deinen Stress und deinen Ärger.

  1. Reden und Schweigen

Das klingt jetzt nach einem Widerspruch in sich, wird aber gleich klarer.

Reden

Schütte einer Vertrauensperson dein Herz aus und hole dir eventuell auch Feed-back. So erfährst du, was du anders machen hättest können, um zu einem positiven Ergebnis zu kommen. Oder auch, wie du die Situation beeinflussen kannst.

Übertreibe aber nicht; du kannst eine Situation auch zerreden. Sei auch vorsichtig, in der Wahl deiner Gesprächspartner. Wer verdient dein Vertrauen?

Schweigen

Wenn du gerade emotional sehr geladen oder wütend bist, sei vorsichtig mit Worten. Du könntest Porzellan zerschlagen. Worte können sehr verletzend wirken und oft wird in der Hitze des Gefechts etwas gesagt, was du später bereust.

Überhören

Eine Sonderform des Schweigens stellt das überhören dar. Du musst nicht jedes böse Wort hören und schon gar nicht auf jeden Angriff reagieren. Sehr nett drücken das STS im Song Großvater aus:

Du host nur gsogt, I hab si gern, I muas net alles, was sie sogt a immer hern …

Du kannst viele Konflikte vermeiden, wenn du nicht auf alles, was du hörst reagierst.

Schreien und Brabbeln

Schlucke den Ärger nicht hinunter, sondern schaffe ein Ventil. Du kannst z. B. einen Schrei loslassen. Am besten allein und in einem Raum für dich selbst. So wird es für dich leichter. Du kannst das immer dann tun, wenn du gerade allein bist und die Grenzen anderer Personen nicht verletzt.

Selbstgespräche

Selbstgespräche helfen manchen Menschen sich zu fokussieren. Ich gehöre auch dazu ;-)

Diese Menschen können dadurch Störgeräusche ausblenden und klar und strukturiert bleiben.

  1. Wasser

Wasser trinken

Der menschliche Körper besteht zum überwiegenden Teil aus Wasser. Wasser spielt eine hervorragende Rolle in unserem Stoffwechsel und in all unseren Regelsystemen.

Wasser hilft auch Stresshormone wieder auszuschleusen. Es unterstützt unser Gehirn bei der Arbeit. Es ist ein wichtiger Botenstoff im Körper. Wasser trinken ist also immer eine gute Idee.

Hände waschen

Wenn du emotional sehr belastet bist – vor allem, wenn diese Belastungen von außen sind – dann kannst du deinen Körper beim Loslassen unterstützen, indem du die Hände wäschst.

Halte dazu die Hände unter kaltes, fließendes Wasser und lasse das Wasser vom Ellbogen Richtung Fingerspitzen abrinnen. Drehe deine Hände unter dem Wasserstrahl und schüttle sie danach ab. Das hat mir nach dem Aufenthalt in überfüllten Wartezimmern voller negativer Emotionen sehr gut geholfen.

  1. Bewegen

Sport

Bewegung hilft Stresshormone abzubauen. Das hat einen ganz einfachen Grund.

Als sich die Urmenschen noch Gefahren wie Säbelzahntigern ausgesetzt sahen, halfen ihnen die Stresshormone kurzfristige Höchstleistungen zu bringen. Die ausgeschütteten Stresshormone erhöhen die Herz- und Atemfrequenz und den Blutdruck, sie erweitern die Blutgefäße und die Bronchien. All das zu dem Zweck, dass die Muskeln und Organe gut durchblutet und der Mensch zu einer schnellen Flucht fähig ist. Die ausgeschütteten Hormone wurden während der Flucht wieder abgebaut.

Das ist ein ganz sinnvolles System. Wenn wir einem Säbelzahltiger gegenüber stehen. Unser Stress hat heutzutage andere Ursachen. Wir sitzen dabei oft im Büro, haben Prüfungen, halten Vorträge. An Flucht ist nicht zu denken. So bauen wir diesen Hormoncocktail auch nicht ab.

Sport und Bewegung an der frischen Luft hilft uns, diese Hormone wieder abzubauen.

Progressive Muskelentspannung

Stress setzt sich aber auch in der Muskulatur fest und führt zu Verspannungen. Diesen Verspannungen kannst du mit progressiver Muskelentspannung entgegen wirken.

Auch Yoga und Tai Chi haben eine ähnliche Wirkung auf den Organismus.

  1. Vertagen, Vergeben und Vergessen

Das ist eine Gruppe von Maßnahmen, die vor allem bei Konflikten mit Personen angebracht ist. Aber auch bei Problemen können diese Tools wirksam sein.

Vertagen

Wenn im Moment keine Lösung in Sicht ist, dann hilft es, das Problem zu vertagen. Diese Maßnahme eignet sich super bei Konflikten, die zu eskalieren drohen. Sie gibt allen Beteiligten die Möglichkeit, sich zu beruhigen und zu überlegen, wie es weitergehen kann.

Vertagen ist aber auch eine Möglichkeit, wenn deine Gedanken, um etwas kreisen, das außerhalb deines Einflussbereiches liegt (z. B. Krankheit). Es hilft dir immer den nächsten Schritt zu sehen und dich nicht verrückt zu machen.

Vergeben

Dies betrifft dich vor allem dann, wenn du von jemanden verletzt wurdest. So lange du noch böse auf die Person bist, bist du auch emotional gebunden.

Finde dich einfach mit der Situation ab und akzeptiere sie, ohne immer daran zu denken.

Solange du böse und frustriert bist, hängst du an der Situation fest. Die Person, die dich verletzt hat, denkt wahrscheinlaich gar nicht mehr daran. Du verletzt dich also jedes Mal, wenn du wieder dran denkst, selbst.

Vergeben bedeutet sich zu erinnern und loszulassen.
(unbekannt)

Vergessen

Dieser Punkt hängt eng mit dem vorhergehenden zusammen. Vergeben ermöglicht echtes vergessen und ein Loslassen der Vergangenheit. Verletzungen können heilen und alte Wunden dürfen sich schließen.

Wenn du eine Hauabschürfung hast, dann kratzt du auch nicht jeden Tag die Schrunden ab. Das würde nur den Heilungsprozess verlangsamen.

  1. Umgang mit Kritik

Keiner kann dich zwingen Kritik anzunehmen. Du kannst sie dir in Ruhe anhören und dann entscheiden, was davon du annimmt und was nicht.

Eine ehrliche, gerechtfertigte, wertschätzende Kritik ermöglicht es dir, dich weiter zu entwickeln und zu verbessern.

Wenn die Kritik überzogen und ungerecht ist, dann nimm sie nicht!

Sei selbst vorsichtig mit Kritik

Kritisiere niemals ungefragt. Du musst andere Menschen nicht verbessern. Kümmere dich stattdessen um dich selbst und deine Entwicklung.

  1. Jedes Ding hat zwei Seiten

Suche nach dem positiven Aspekt

Jedes Ding hat zwei Seiten – auch alles was uns widerfährt. Nichts ist nur schlecht. Gewöhne dir daher an, nach der anderen, der positiven Seite zu suchen.

Wirst du krank, dann ermöglicht dir das vielleicht die lang ersehnte Auszeit zu nehmen. Nicht umsonst gibt es in der Schweiz dein Ausdruck „Ich nehme mir eine Grippe.“

Eine schwierige Trennung macht vielleicht den Platz frei für eine neue Liebe und eine Partnerschaft auf Augenhöhe.

Nimm auch die Position des Anderen ein

Versuche dein Gegenüber zu verstehen. Jeder Mensch hat auch gute Seiten. Arroganz ist oft versteckte Unsicherheit. Feindseligkeit hat oft Angst als Ursache. Wenn du dein Gegenüber verstehst, dann gelingt es dir Missverständnisse abzubauen und du kannst ins Gespräch kommen.

  1. Lachen

Niemand zwingt dich genauso missmutig zu sein, wie die anderen.

Das Wetter ist schlecht? Wie wäre es im Regen zu tanzen, statt über das schlechte Wetter zu motzen.

Bekämpfe deine eigene Wut oder auch Angriffe mit Humor. Es nimmt den anderen sofort den Wind aus den Segeln.

Außerdem baut lachen Stress ab. Es stärkt die Abwehrkräfte und hebt die Stimmung. Das ist auch der Grund, warum Lach Yoga so hilfreich ist.

  1. Achte auf deine Haltung

Haltung beeinflusst die Stimmung. Das ist eine unleugbare Tatsache. Wenn du in dich zusammengesunken bist und auf den Boden schaust, dann wirst du eher traurig werden.

Richtest du dich auf und richtest deinen Blick leicht nach oben, so hebt sich auch automatisch deine Stimmung. Simulierst du dann noch ein Lächeln, dann signalisieren deine Muskeln dem Gehirn, dass du gut drauf bist … und du wirst es bald sein.

  1. Achte auf deine Gedanken

Diesen Punkt habe ich bereits hier  und hier beschrieben. Und in diesem Artikel zeige ich dir, wie du mit positiven Gedanken in den Tag startest.

  1. Dankbar sein

Dankbarkeit reduziert Stress. Sie motiviert, verbessert unsere Beziehungen und verbannt negative Gefühle. Sie richtet uns auf schöne Dinge aus und hilft uns, positive Erlebnisse in Erinnerung zu behalten.

Wenn du dir langfristig etwas Gutes tun willst, so führe ein Dankbarkeitstagebuch. Notiere dazu einfach täglich mindestens drei Dinge für die du dankbar bist.

  1. Achte deine Erfolge

Zu guter Letzt: Sei stolz auf deine Erfolge. Sie werden dir in dunklen Zeiten helfen zu sehen, dass nicht nur alles schwarz und dunkel ist.

Auch hier hilft wieder ein Tagebuch: Das Erfolgstagebuch.

Du kannst diese beiden Tagebücher ganz einfach kombinieren. Die einfachste und effizienteste Form ist ein Papierkalender in dem du jeden Morgen drei Dinge notierst, für die du dankbar bist. Du wirst gut gelaunt und motiviert in deinen Tag starten.

Abends hältst du dann drei Dinge fest, die dir gut gelungen sind. Finde mindestens drei Dinge und seien sie noch so klein. Du fokussierst dich damit auf deinen Erfolg und du wirst sehen, deine Erfolge werden größer und mehr.

Diese Toolbox ist sehr umfangreich. Meinen Newsletter-Abonnenten steht auf der exklusiven Downloadseite ein passendes Freebie zur Verfügung.

Du wünscht dir Unterstützung auf dem Weg zu Gelassenheit

Dann klicke hier und du kommst zu meinem Online-Kalender. Sofort kannst du dir dort einen passenden Termin für dein kostenfreies 30 Minuten Kennenlerngespräch aussuchen. Dieses Gespräch führen wir ganz nach deinem Wunsch über Telefon, Skype oder in meinem virtuellen, privaten Meeting-Raum.

Bleib gelassen!

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2 Kommentare
  1. Petra Schwehm sagte:

    Wow, das ist eine tolle und sehr umfangreiche Sammlung an Ressourcen, danke dafür Ilse!
    Ganz vieles davon integriere ich auch in meinen Alltag, zum Beispiel die Dankbarkeits- oder Erfolgsliste, und es hat eine enorm erhebende Wirkung.
    Was mir auch immer gut tut, ist zu meditieren und in die Natur zu gehen.

    Alles Liebe,
    Petra

    Antworten
    • Ilse Maria Lechner sagte:

      Liebe Petra,

      die Natur ist für mich auch eine schier unerschöpfliche Kraftquelle. Neuerdings beginne ich auch den Wert der Bewegung für mich zu entdecken. Ich genieße es so richtig, wenn ich spüre, dass meine Muskeln arbeiten durften.
      So merke ich auch, dass nicht jede Methode immer gleich passend ist und ich selbst immer wieder andere Schwerpunkte setze. Ich freue mich selbst auch immer wieder, wenn ich wieder auf etwas Neues stoße, es ausprobiere und merke, dass es mir gut tut.

      Alles Liebe
      Ilse

      Antworten

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