Qualität einer Kinderkrippe entscheidet

 

Neulich war mein Bruder zu Besuch in Österreich.
Er arbeitet bei einem internationalen Unternehmen und lebt zur Zeit in Chile.

 

Diskussionen über die Qualität einer Kinderkrippe

Wie mein Mann und ich haben mein Bruder und meine Schwägerin zwei Kinder.
Ich weiß nicht warum, aber im Laufe eines Gesprächs kamen wir plötzlich auf das Thema Kinderbetreuung.

Ich entschied mich als meine Kinder klein waren dafür, mich eine Zeit lang ausschließlich dem Familienmanagement zu widmen.
Aus dem einfachen Grund, weil wir damals gerade unser Haus umbauten, mein Mann über ein dreiviertel Jahr im Ausland verbrachte und auch noch ein naher Angehöriger schwer krank war. Ich habe diese Zeit mit den Kindern genossen und bereue keine Sekunde. Dennoch wäre meine Wahl heute wohl eine andere, weil sich die Lebensumstände in den vergangen 15 Jahren doch sehr verändert haben. Ich habe auch erfahren, wie schwierig sich ein Wiedereinstieg ins Arbeitsleben gestalten kann.

Im Gegensatz dazu entschied sich meine Schwägerin von Anfang an dafür, berufstätig zu bleiben. Sie ist Sprachwissenschafterin und kann vieles auch im Homeoffice erledigen. Trotz allem braucht sie dafür Ruhe.
So kamen beide Kinder bereits im Alter von einem Jahr in eine Kinderkrippe. Sie verbrachten dort den Vormittag und wurden zu Mittag wieder abgeholt. Den Nachmittag widmete meine Schwägerin ausschließlich ihren Kindern. Mit dieser Lösung ging es allen gut.

Qualität Kinderkrippe

Bildquelle: www. pixabay.com, OpenClips

Diese Krippe war etwas ganz Besonderes. Sie war sehr persönlich geführt und hatte einen wunderbaren Betreuungsschlüssel. 9 – 12 Kinder wurden von 3 Erwachsenen liebevoll betreut. Sowohl mein Neffe, als auch meine Nichte gingen ausgesprochen gerne hin. Bei meinen Besuchen war ich immer begeistert von der Qualität der Betreuung.

Unterstützung in Erziehungsfragen

In dem Gespräch, das ich eingangs erwähnte, meinte mein Bruder, sie hätten sich etliche Erziehungsfehler erspart, weil diese Krippe so gut geführt war und auch die Eltern immer wieder kompetent beraten wurden. Einige Erziehungsthemen, mit denen Eltern normalerweise konfrontiert seien, wären durch den Besuch der Krippe gar nicht erst aufgekommen.

Beide Kinder aßen schon im Alter von ein einhalb Jahren mit Besteck und sie essen heute noch mit Begeisterung Gemüse. Die Kinder kosten jederzeit auch fremde Speisen.
Die Jause wurde mit den Kindern gemeinsam zubereitet und so war es auch für die Kleinsten selbstverständlich Obst und Gemüse zu essen. Schließlich macht es Spaß, die Dinge zu essen, die selbst zubereitet wurden.
Ich möchte hier aber erwähnen, dass keines der Kinder gezwungen wurde, etwas zu essen, was es nicht wollte.
Die Mahlzeiten in der Gruppe führten einfach dazu, dass die Kinder alles kosteten. Wenn ein anderes Kind Spinat mag, dann ist es doch nur logisch, davon selbst auch zu kosten.

Außerdem wurde viel gebastelt und Bewegung im Freien stand regelmäßig auf dem Programm. Viele Ausflüge wurden gemeinsam unternommen
Durch die fünf verschiedenen Bezugspersonen (Eltern und 3 Pädagoginnen) waren die Kinder den Umgang mit anderen Menschen von Anfang an gewöhnt.
Auch die Interaktion mit einer kleinen Gruppe tat ihnen gut. Durch den guten Betreuungsschlüssel war eine persönliche Betreuung und liebevoller Umgang gegeben. Regelmäßige Kuscheleinheiten, die so kleine Kinder brauchen, hatten einen festen Platz.

Meine Kinder sind um einige Jahre älter und Kinderkrippen gab es damals in unserer Umgebung kaum. Für mich wäre das damals auch nicht in Frage gekommen.
Heute denke ich anders darüber. Ich glaube, dass die Qualität der Einrichtung entscheidend ist.

Woran erkennst du die Qualität einer Kinderkrippe?

Bücherregal_KinderDie Qualität einer Einrichtung kannst du vorher schon erahnen. Gute Einrichtungen lassen dich gerne auch mehrmals schnuppern und zusehen – mit und ohne Kind.
Es werden dir in beiden Fällen andere Dinge auffallen, weil dein Fokus anders ist. Bei einer solchen Schnuppereinheit kannst du erkennen, wie die Pädagogen mit den Kindern umgehen.

  • guter Betreuungsschlüssel
  • ausreichend Platz zum Bewegen
  • für jedes Kind ein Rückzugsraum
  • es gibt viele gemeinsame Aktivitäten
  • die Kinder werden zum Mittun ermuntert, aber nicht gezwungen

Wie sieht das für dich aus?

  • Kommt eine Kinderkrippe für dich in Frage?
  • Welche Kriterien muss eine Einrichtung erfüllen, um für dich in Frage zu kommen?
  • Was erwartest du dir von einer gut geführten Kinderbetreuungseinrichtung?

Ich bin schon gespannt auf die Antworten in den Kommentaren.

Teile diesen Beitrag und hilf mit den Familienalltag gelassen zu machen!
3 Kommentare
  1. Birgit Geistbeck sagte:

    Ich denke auch, dass jede Frau es selbst entscheiden können sollte, ob sie ihr Kind fremdbetreuen lässt oder nicht. Ich kenne Mütter, die es toll finden, dass sie zu Hause sind, und Mütter, denen einfach die Decke auf den Kopf fällt zu Hause.

    Die besten Mütter sind die zufriedenen Mütter, finde ich. Und Zufriedenheit erreicht eben jede Mutter anders.

    Ich hätte mir damals auch eine Kinderkrippe für meine Tochter gewünscht. Ab einem Jahr wäre sie da sehr gut aufgehoben gewesen. Aber leider gab es bei uns keine Kinderkrippe und eine adäquate Tagesmutter habe ich damals leider auch nicht gefunden.

    Dafür kam sie schon mit 2 1/2 in den Kindergarten. Und das war dann auch okay für mich.

    Lieben Gruß
    Birgit

    Antworten
  2. Claudia Dieterle sagte:

    Das klingt nach einer sehr guten Kinderkrippe. Meistens ist bei Kinderkrippen der Betreuungsschlüssel besser als im Kindergarten, was sehr viel ausmacht.
    Ich denke, man kann nicht pauschal sagen, ob es als Mutter besser ist, zu Hause oder berufstätig zu bleiben. Das hängt von vielen Faktoren ab und es hat beides seine Vor- und Nachteile. Letztendlich geht es den Kindern gut, wenn es der Mutter gut geht.

    Antworten
    • Ilse Maria Lechner sagte:

      Stimmt Claudia, genau so sehe ich das auch. Das ist eine sehr persönliche Entscheidung und sie hängt von der Lebenssituation ab. Manche Menschen haben gar keine Wahl. Alleinerziehende Mtter zum Beispiel sind oft gewzungen schon sehr früh arbeiten zu gehen, obwohl sie noch gerne mehr Zeit mit den Kindern verbringen würden.

      Antworten

Hinterlasse einen Kommentar

An der Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.