Mut zur Lücke
Mut zur Lücke

Hab Mut zur Lücke

Spürst du es auch. Alles strebt nach Perfektion. Vor allem Frauen sehen sich diesem Ideal ausgesetzt und sie spielen in vielen Fällen auch noch bereitwillig mit. „Mut zur Lücke!“ würde ich ihnen am liebsten zurufen.

Streben nach Perfektion

Frauen sollen toll aussehen, stets super gepflegt sein, immer ein freundliches Lächeln auf dem Gesicht haben, den Haushalt mit links schupfen, im Beruf belastbar und durchsetzungsfreudig sein, als Mutter Geborgenheit vermitteln und stets geduldig sein, für den Mann Verständnis haben, sich weiter bilden, immer gut informiert und auf dem neuesten Stand sein und so viel Zeit haben, um auf sich selbst zu schauen, damit sie auch zufrieden und ausgeglichen sind und diesen ständigen Strapazen stark und gesund entgegentreten.

Allein die Aufzählung macht mir schon Stress.

Ich hab dabei gleich den Eindruck, dass du so viel zu tun hast, dass du gar nicht weißt, wo du anfangen sollst. Was willst du? Vielleicht weißt du es gar nicht, weil du dir nie die Zeit nimmst, dich mit deinen eigenen Bedürfnissen auseinander zu setzen.

Zum Glück habe ich mich von diesen Ansprüchen schon lange frei gemacht. Ich habe erfahren, wie befreiend Mut zur Lücke auf mich wirkt. Es wäre übertrieben, würde ich behaupten, dass ich nie in meine alten Verhaltensmuster zurückfalle. Ich habe jedoch gelernt, meine eigenen kleinen Alarmsignale zu deuten. Gerade jetzt bin ich wieder in einer Situation, wo ich Mut zur Lücke beweisen muss. Ich bin gesundheitlich nicht ganz auf der Höhe und merke, dass ich nicht alles machen kann, was ich vorhabe. Daher werden ganz klar Prioritäten gesetzt.

Was bedeutet es, Mut zur Lücke zu haben?

Ich habe den Ausdruck zum ersten Mal beim Lernen von großen Stoffgebieten kennen gelernt. In diesem Zusammenhang bedeutet er: „Ich konzentriere mich auf die wichtigsten Stoffgebiete, die höchstwahrscheinlich abgefragt werden und die meisten Punkte bringen.“

Mut zur Lücke steht also in engem Zusammenhang mit Prioritätensetzung

Nicht alles Mitmachen

Es bedeutet also auch nicht alles mitzumachen, sondern sich die Freiheit zu nehmen, selbst zu entscheiden.

Es ist wichtig fürs Marketing eine Facebook-Seite zu haben? Du bist aber nicht glücklich, wenn du dich in den Social Media bewegst. Es macht dir keine Freude. Dann beweise Mut zur Lücke und konzentriere dich mit deinen Werbemaßnahmen auf die Dinge, die dir Spaß machen.

Möglicherweise merkst du auch, wie dich all das von dem ablenkt, wofür du gerne deine Zeit verwenden möchtest. Vielleicht bingt es dich aus deiner Mitte.

Du findest einen Hype oder eine Modeerscheinung doof. – Kein Thema, dann lass sie aus.

Verpflichtungen vermeiden

Du bist im Elternbeirat des Kindergartens, im Elternverein der Volksschule und auch im Schulgemeinschaftsausschuss. Langsam bist du schon auf mehr Sitzungen als Geschäftsterminen? Dann wird es Zeit Verpflichtungen los zu lassen. Streiche doch etwas von den Dingen, die sich nicht direkt auf dein Leben auswirken. Es ist ehrenwert, wenn du aktiv am Leben deiner Kinder teilnimmst, aber was zu viel ist, ist zu viel. Konzentriere dich auf eine Verpflichtung und lass die anderen weg.

Termine reduzieren

Dieser Punkt hängt eng mit dem vorher genannten Punkt zusammen. Es gibt aber auch viele private Termin, die du reduzieren oder ganz auslassen kannst. Es muss nicht der lange Klatsch sein, der auf 3 Stunden ausufert. Manchmal tut es auch ein Telefonat mit der Freundin.

Es wird auch Termine geben, die du nicht unbedingt selbst wahrnehmen musst. Einen Elternsprechtag kann beispielsweise auch ganz gut dein Partner übernehmen.

Manche Termine sind einfacher zu handhaben, wenn sie bei dir stattfinden, weil du dir beispielsweise Fahrzeit ersparst.

Informationen filtern

Wir haben heute Zugang zu jeder Information, die wir wollen – und das in Echtzeit. Wir erfahren es umgehend, wenn in China der berühmte Sack Reis umfällt.

Diese Vielzahl von Informationen überfordert uns und ist in vielen Fällen für uns auch gar nicht direkt relevant. Natürlich ist es wichtig, über die Weltpolitik grundsätzlich Bescheid zu wissen. Es ist auch schlimm, wenn in Japan wieder ein Tsunami tobt oder wenn in Taipeh ein Hochhaus einstürzt. Den jeweils betroffenen Menschen gehört mein Mitgefühl. Es hat allerdings keine direkte Auswirkung auf dein Leben. Die große Anzahl von negativen Nachrichten erzeugt ein negatives Grundrauschen, das dich genauso negativ beeinflusst und dir ununterbrochen den Eindruck vermittelt, du lebst in einer schlechten, unsicheren Welt.

Die Welt wird kein besserer Ort, wenn du nicht mehr so viele Nachriten hörst, aber du lebst ruhiger.

Was hilft?

Mut zur Lücke bedeutet, loslassen, was dir nicht gut tut.

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Das richtige Maß

All die genannten Dinge sind nicht grundsätzlich schlecht. Es geht um das richtige Maß im Umgang mit ihnen.
Wie heißt es so schön: Die Dosis macht das Gift.

Konzentration auf das Wesentliche

Mut zur Lücke bedeutet also auch, dich auf das zu konzentrieren, was für dein Leben momentan wesentlich ist.

  • Dein aktueller Auftrag
  • Dein krankes Kind
  • Dein Wohlbefinden
  • Die anstehenden Hausarbeiten

Immer nur das, was jetzt gerade dran ist. Das hat auch viel mit Präsenz und Achtsamkeit zu tun.

Wenn ich gehe, gehe ich.
Wenn ich esse, esse ich.
Wenn ich schlafe, schlafe ich.

Kleinen Kindern geben wir den guten Rat auf den Weg: „Mach immer nur eins!“ Warum halten wir uns selbst nicht dran?

Pareto-Prinzip

In den meisten Fällen ist ein Aufwand von 80 % genug.

Dein Haushalt muss nicht perfekt sein. Es genügt, wenn du deinen eigenen Standards gerecht wirst.

Du musst deine Kinder nicht perfekt erziehen. Es ist vollkommen ausreichend, wenn du ihnen eine liebevolle Mutter bist und jeden Tag dein bestes gibst.

Du musst nicht jeden Tag strahlen und rundum gepflegt sein. Wichtig ist, dass du dich in deiner Haut wohl fühlst. Sei authentisch und einzigartig. Du brauchst keine Maske!

Zu den eigenen Grenzen stehen

Es ist unmöglich alles zu können und zu wissen. Und genau da sind wir schon beim nächsten Punkt.
Es ist keine Schande, etwa nicht zu wissen. Ich halte es jedoch für bedenklich in voller Überzeugung Unfug zu verbreiten.

Wenn du also Informationen weitergibst, dann prüfe sie vorher. In unserer schnelllebigen Zeit, kann sich die Lage schon wieder geändert haben. Vielleicht ist dein Wissen nicht mehr aktuell.

Wenn du keine Zeit für eine Überprüfung hast, dann sag einfach dazu, dass das dein letzter Informationsstand ist.

Hast du in einem bestimmten Gebiet keine Ahnung, dann sag einfach nichts dazu. Das ist keine Schande. Du kannst nicht Fachfrau für alles sein.

Wirst du in deinem Wissensgebiet etwas gefragt und bist dir nicht sicher, dann kannst du folgendermaßen antworten: „Das ist eine gute Frage. Ich bin mir über die aktuelle Lage nicht sicher. Ich schlag das noch einmal nach und melde mich dann.“

Vom Mitteilungsbedürfnis der Menschen leben heute ganze Comedyserien. Ich bin davon immer komisch berührt und habe den Eindruck, dass hier bewusst Menschen vorgeführt werden. Sie sitzen auf der Schaufel und merken es nicht mal. Mut zur Lücke kann also so manche Peinlichkeit ersparen.

Mach dir dein Leben leichter!

Du brauchst wirklich nicht perfekt zu sein. Deine Mitmenschen mögen dich genauso, wie du bist. Erinnere dich daran und hab Mut zur Lücke!

Bleib gelassen!

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