Wie sprichst du mit dir?-Selbstgespräche-Strategien im Umgang mit Selbstgesprächen-Selbstgespräche fasten

Selbstgespräche fasten-Stop sagen-Selbstgespräch

Selbstgespräche fasten

Der Sommer steht vor der Tür

Überall findest du gute Tipps wie du zu einer Bikinifigur kommst. Der Diätwahnsinn greift um sich. Warum sorgst du dich nicht auch um deine geistige Fitness und dein Mindset?

Fasten halte ich prinzipiell für eine gute Bewusstseinsschulung, wenn es mit der richtigen Einstellung gemacht wird. In allen Kulturen wird das Fasten eingesetzt, um sich auf große Lebensereignisse oder Initiationsriten vorzubereiten. Fasten ist eine Möglichkeit dein Verhalten und auch deine Einstellung gegenüber dir selbst zu verändern. Fasten führt oft auch zu Veränderungen in anderen Bereichen. Zusammen mit dem Körper wird oft auch die Wohnung entschlackt und ausgemistet und strahlt danach eine neue Leichtigkeit aus.  Ich habe jedoch eine ganz andere Idee. Ich möchte dich unterstützen, dein Mindset zu verändern. Wie wäre es mit Selbstgespräche fasten?

Gespräche fasten – geht das?

Ich möchte dich heute ermutigen zu fasten – auf eine ganz andere Weise. Wie wäre es, schlechte Gedanken und zerstörerische Selbstgespräche wegzulassen? Im Coaching beobachte ich oft, dass Menschen, die mit anderern wertschätzend, respektvoll und tolerant umgehen, sich selbst gegenüber einen ganz anderen Ton anschlagen. Sie verwenden dann plötzlich Worte und Ausdrücke, die sie jemand anderem gegenüber nie in den Mund nehmen. Sie sprechen mit sich selbst so, wie sie mit anderen nie sprechen würden: Abwertend, respektlos …

Wie sprichst du mit dir selbst?

Diese inneren Selbstgespräche sind das Ergebnis von Wertvorstellungen und Glaubenssätzen, die ganz früh in unserer Kindheit entstanden sind. Oft stimmen sie gar nicht mit unserer „eigentlichen“ Meinung überein. Und doch haben wir sie immer im Kopf. Ein Teil von uns ist sogar bereit, diesen Gedanken zuzuhören und sie zu glauben.

Eben weil sie so früh entstanden sind und weil ein Teil von uns ihnen Glauben schenkt, fühlen wir uns diesen Sätzen oft so ausgeliefert. Sie sind wie eine innere Wertungsinstanz, die ständig, alles was wir tun kontrolliert und uns sagt:

  • Tu dies nicht.
  • So kannst du das nicht machen.
  • Du musst dich anpassen.
  • So verhält man sich nicht.
  • Man spricht nicht so mit XY
  • Es ist wichtig, immer nett zu sein.
  • usw.

Ich denke, du weißt, was gemeint ist ;-)
Ich möchte dich ermutigen, in den nächsten Wochen genau auf diese innere Stimme, diese Wertungsinstanz zu achten. Achtsam zu bemerken, was sie sagt. In den nächsten Tagen gebe ich dir auch ein paar Strategien in die Hand, wie du damit umgehst, um diese Sätze aufzulösen.

Zuerst einmal möchte ich dir helfen, diese Wertungen zu erkennen, damit du auch rechtzeitig „Stopp!“ sagen kannst. Genau so, wie du dankend ablehnend würdest, wenn du dich entschlossen hast keinen Alkohol oder keine Süßigkeiten zu essen. Unser Ziel ist es die wertenden Gedanken in der Fastenzeit aufzuweichen und loszulassen.

1. Achtsamkeit

Der erste Punkt ist – wie schon erwähnt – Achtsamkeit. Hör dir selbst genau zu. Lerne, diese Stimme sofort wahrzunehmen, wenn sie auftaucht und werde dir deiner inneren Dialoge bewusst. Wichtig für dich ist, dass es nicht immer eine Stimme ist, die dich einschränkt. Wenn die Prägungen sehr früh erfolgt sind, dann ist es eventuell ein Gefühl, das unangenehm ist. Oder es löst ein Blick oder eine Haltung einer anderen Person in dir sofort etwas aus, das mit der jetzigen Situation nicht zu erklären ist.

Es könnte z. B. sein, dass du dich mit einer guten Freundin unterhältst, ihr seid über eine Sache verschiedener Meinung und sprecht ganz wertschätzend darüber. Plötzlich dreht sie dir den Rücken zu, um sich ihre Weste zu nehmen, weil ihr kalt ist – und bumm … fühlst du dich schlecht, weil du das Gefühl hast, sie wird die Situation verlassen und schweigen. Dein Körper versteift sich und du weißt: „Jetzt spricht sie nie wieder mit mir.“ Ein Teil von dir weiß genau, dass das Unsinn ist. Sie dreht sich wieder zu dir, spricht weiter und dein komisches Körpergefühl bleibt. Es beeinträchtigt dich in deiner Kommunikation. Du fühlst dich nicht mehr in der Lage offen zu sprechen und behälst entscheidende Argumente für dich.

Oder sie sagt etwas und trifft genau den Ton, den einst deine Lehrerin hatte, die dich vor der ganzen Klasse abgewertet hat … gleich bist du wieder klein und hast das Gefühl vor einer Klasse zu stehen, alle sehen dich an … und du weißt nicht, was du sagen sollst.
Genau so geht es dir jetzt – du wirst sprachlos und verschlossen. Sie merkt, dass etwas mit dir nicht stimmt.

In den letzten beiden Fällen handelt es sich also nicht um eine innere Stimme, sondern um ein Körpergefühl oder ein inneres Bild, das dir sagt: „Du bist nicht richtig.“ „Wenn du so bist, mag ich dich nicht.“

2. Zuhören

Höre dir genau zu. Was ist die Aussage hinter diesen Situationen. Wie reagierst du darauf. Entbrennt dann ein innerer Dialog?
Schafft dieser Dialog Abhilfe oder verstärkt er noch die Situation?
Meistens ist es so, dass in jeder Argumentation die innere Wertungsinstanz gewinnt, weil sie oft Doppelbotschaften aussendet.
„Du musst dich mehr anstrengen, wenn du das schaffen willst. Leute wie du schaffen das ohnehin nicht.“

Merkst du was passiert: Einerseits wirst du angetrieben, möglicherweise weit über deine Grenzen hinaus und wenn du dann zusammenbrichst, dann bekommst du die Bestätigung, dass das von vorne herein klar war. Versagst du, hast du diese innere Stimme bestätigt und wirst ihr in Zukunft noch mehr Glauben schenken.

3. Erkennen

Jetzt kommt es darauf an, auch zu erkennen, wann diese Stimme zu dir spricht. Es gibt einige Kennzeichen:

  • alle Wörter wie müssen/nicht müssen, sollen/nicht sollen, dürfen/nicht dürfen
  • das kleine Wörtchen „man“
    Man darf nicht wütend werden. Das tut man nicht.
  • Verallgemeinerungen wie: alle, jeder, keiner, nie, immer, niemals
  • Vergleiche mit anderen
  • negative Gefühle
  • körperliche Verspannungen, die plötzlich auftreten

Ich wünsche dir viel Erfolg beim ersten Teil unserer gemeinsamen negative-Gedanken Fasten-Aktion. Diese Arbeit schafft die Grundlage für den nächsten Schritt. In ein paar Tagen werde ich dir passende Strategien vorstellen, wie du diese Gedanken und Wertungen entkräften kannst. Allein die Beschäftigung mit deiner Wertungs-Instanz und deinen Glaubenssätzen, verbunden mit einem „Stop“, wird dir helfen das Selbstgespräche fasten voranzutreiben.

 

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