Prioritäten

Sternstunde der SelbsterkenntnisGestern durfte ich eine Sternstunde erleben: Es kam nach langer Zeit wieder mal zu einem richtigen Familienausflug.
Du meinst, das wäre für eine Familie nicht weiter ungewöhnlich?
Unsere Kinder sind schon Teenager und haben auch sehr viel eigenes Programm. Der Sohn studiert und die Tochter maturiert im nächsten Jahr. Naja und dann ist ja auch noch mein Mann beruflich sehr viel unterwegs.

Jetzt steht wieder so eine längere Auslandsreise meines Mannes an. Da liegen dann meine Prioritäten anders. Ich möchte noch möglichst viel Zeit mit ihm verbringen und lasse auch vieles liegen. Das kann ich dann erledigen, wenn er nicht da ist. So kamen wir auf die Idee, den Sonntag nachmittag und abend in der Therme zu verbringen. Wir fragten auch die jugenlichen Mitbewohner, ob sie mitwollten und sie haben spontan zu gesagt. Wir hatten gar nicht damit gerechnet. Unverhofft kommt oft ;-) Da hatten wohl alle die gleichen Prioritäten.

Es war so ein richtig gemütlicher Familiennachmittag mit viel Spaß und Blödeleien. Dabei hab ich festgestellt, dass mein Mutterherz immer noch hüpft, wenn alle zusammen sind und dass ich mich wohl weniger von meinen Großen gelöst habe, als ich bisher gedacht hatte. Da hab ich noch Arbeit vor mir.

Sternstunde der Selbsterkenntnis

Was hat das jetzt alles mit dir zu tun?
Nun, manchmal lässt uns das Leben wundervolle Ekenntnisse zuteil werden. Auf eine Art, die gar nicht weh tut, die uns aber gerade deswegen sehr viel weiter bringt. Das war eine wirkliche Sternstunde der Selbsterkenntnis.

Ich hab mich für eine Mutter gehalten, die sich leicht von ihren Kindern löst. Gestern kam dann die Erkenntnis: Nun, so leicht doch nicht. Da ist noch viel Luft nach oben.
Es hat mich aber gar nicht gestört. Ich lasse den jugendlichen Mitbewohnern viele Freiheiten. Sie planen ihren Tagesablauf und beziehen mich kaum in die Planung ein. Wie das halt so ist, in diesem Alter. Das ist für mich auch in Ordung so. Ich werde mich in den nächsten Jahren Schritt für Schritt weiter aktiv abnabeln. Die Kunst ist es, auf dem schmalen Grat zu bleiben, der Unterstützung bietet, wenn sie gewünscht wird und sonst die Freiheit lässt, die notwendig ist für eine gute Entwicklung.

Selbstcoaching

Was tun, wenn plötzlich so ein Thema auftaucht? Was fange ich mit meiner Selbsterkenntnis an? Für mich ist nun Selbstcoaching angesagt. Eine Möglichkeit ist es, die Situation zu beschreiben, und ein Ziel herauszuarbeiten. Dann stellst du die passenden Fragen. Schließlich willst du nicht nur wissen, wie du bist, sondern du willst sich auch weiterentwickeln :-)

Ich finde es schön, mit meinen Kindern verbunden zu sein, so lange ich sie nicht an ihrem Wachstum hindere. Mein Ziel ist es also, meine Kinder in ihrem Wachstum zu fördern.

Meine Hauptfragen sind:

  • Gibt es Situationen, wo ich die Kinder am Wachstum hindere?
  • Gibt es Situationen, wo ich ihnen nicht auf Augenhöhe begegne?
  • Halte ich sie irgendwo klein?
  • Erzwinge ich gemeinsame Unternehmungen?

Ich kann ruhigen Gewissens alle diese Fragen mit „nein“ beantworten. Somit ist es für mich in Ordnung, wenn mein Mutterherz hüpft, wenn es sich zufällig ergibt, dass alle beinander sind. Ich kann es dann sogar genießen.

Du hast jetzt vielleicht schon eine Idee, wie deine Fragen aussehen können.

Feed-back

Wann immer du kannst, hol dir feed-back von außen. Wir alle haben den sogenannten blinden Fleck, das sind Dinge, die wir selbst nicht sehen, die andere aber durchaus wahrnehmen.

Um ganz sicher zu sein, werde ich mich demnächst mit den Teens zusammensetzen und mir feed-back holen. Ich bin schon gespannt, wie sie die Situation beurteilen.
Schließlich kann es sein, dass ihre Wahrnehmung ganz anders ist als meine.

Auf diese Art habe ich meine Sternstuunde der Selbsterkenntnis am besten genützt.

Natürlich gibt es viele andere Möglichkeiten sich selbst zu coachen. Ich habe z. B. schon beschrieben, wie du mit deiner Familie den Traumurlaub oder Traumweihnachten verbringen kannst, wie du deine beruflichen Stärken findest oder wie du positiv in den Tag startest. Einige dieser Methoden lassen sich gut auf andere Themen übertragen.

  • Wie sieht es bei dir aus?
  • Hat dich schon manchmal eine Erkenntnis ganz plötzlich und ungefragt überfallen?
  • Wie gehst du damit um?

Ich freue mich schon auf dein feed-back in den Kommentaren.

 

 

 

 

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3 Kommentare
  1. Cornelia Bohlen sagte:

    Liebe Ilse, danke für die wertvollen Coachingfragen. Dieser Artikel ruft doch gleich schöne Erinnerungen an meinen gestrigen Sonntag hervor. Ich war seit langem mit meinen beiden Kindern mal wieder im Schwimmbad (so gefühlte Jahre her). Die Unternehmung konnte ich bei meinem 15-jähringen nur deshalb durchsetzen, weil ich ihm für den Rest des Tages keinen Internet-Zugang gegeben hätte. Da übe ich noch :-) Ansonsten passt alles. Liebe Grüße Cornelia

    Antworten
    • Ilse Maria Lechner sagte:

      Liebe Cornelia,
      es ist schon so eine Sache. Da sind diese Wesen eben erst in uns herangewachsen, haben quasi alles mit uns geteilt, von der Nahrung bis zur Emotion … und auf einmal sind sie Teenager. Sie haben eigene Interessen und nur bedingt Lust Zeit mit uns zu verbringen.
      Schön, dass du auch so ein feines Sonntagserlebnis hattest.
      Liebe Grüße
      Ilse

      Antworten

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