trainiere deinen gelassenheitsmuskel
Trainiere deinen Gelassenheitsmuskel, Frau macht Yoga am Meer

Trainiere deinen Gelassenheitsmuskel

Gelassenheitsmuskel? So ein Blödsinn! – Das wirst du dir vielleicht jetzt denken. Gelassenheit ist doch eine Fähigkeit. Es gibt doch keinen Gelassenheitsmuskel.

Natürlich gibt es keinen Gelassenheitsmuskel. Du kannst deine Gelassenheit jedoch genauso trainieren, wie deine Muskulatur. Dazu brauchst du regelmäßige Übung.

Klar, du kannst dich jetzt nicht ins Fitnessstudio stellen und deine Übungen an den Geräten machen, du kannst auch nicht laufen gehen … Halt! Das kannst du doch; das könnte sogar helfen, deine Gelassenheit zu stärken.

Jetzt aber zurück auf Anfang. Wo bleibt das System? Schließlich wollen wir das Ganze mit Struktur angehen. Und Struktur ist auch schon mein erstes Stichwort.

Die Grundlagen, um deinen Gelassenheitsmuskel zu schulen

Ordnung schaffen

Struktur

Schaffe dir überschaubare Strukturen. Egal, ob es im Haushalt, oder im Büro ist. Diese Strukturen helfen dir Ordnung im Kopf zu behalten.

Ich z. B. kann blind in meinen Gewürzschrank greifen. Wenn jemand an den Gewürzdosen war und sie beim Hineinstellen anders ordnet, dann macht mich das unrund. Ja, ich habe meine Dosen angeschrieben und ja, ich kann lesen. Aber wie gesagt, ich greife blind in den Schrank und weiß, wo ich Oregano, Curry oder Kreuzkümmel finde. Das spart mir Zeit beim Kochen!

Auch im Büro schätze ich eine geordnete Ablage. Ich habe aber ein oberstes Prinzip. Das lautet: Das wichtigste zuerst. Da kann es schon passieren, dass die Ablage wochenlang liegenbleibt, weil sie nicht wichtig war. Und dann wird sie plötzlich wichtig, weil ich mich nicht mehr wohl fühle. Dann ist es auch vorbei mit meiner Gelassenheit. Sobald ich Unterlagen suchen muss, hört sich der Spaß auf.

Setze Prioritäten

Wenn du Prioritäten setzt, verminderst du den Druck und schaffst Struktur und vermeidest unnötigen Stress.

Geeignete Methoden, um Prioritäten zu setzen sind die Eisenhower-Matrix und die ALPEN Methode.

Das Problem entsteht im Kopf

Auf die Gedanken achten

Achte auf deine Gedanken, denn sie werden deine Worte.
Achte auf deine Worte, denn sie werden zu Taten.
Achte auf deine Tagen, denn sie werden zu Gewohnheiten.
Achte auf deine Gewohnheiten, denn sie Formen deinen Charakter.
Achte auf deinen Charakter, denn er wird dein Schicksal.
Achte auf dein Schicksal, denn es bestimmt dein Leben.

(aus dem Talmud)

Deine Gedanken, erschaffen deine Realität. Wenn es dir nicht gut geht, wirst du vermutlich auch oft an dies Situation denken, die dir Schwierigkeiten bereitet. Du hast deinen Fokus dort und wirst alles bemerken, was an der Situation schlecht ist, oder was sie noch schlechter macht.
Dabei kann es sein, dass du so auf alles Schlechte fixiert bist, dass es dir gar nicht auffällt, wenn etwas Positives passiert.

Wahrnehmung

Prüfe deine Wahrnehmung

Byron Kathie hat zwei wichtige Fragen in ihrer Technik „The Work“. Diese Fragen lauten: „Ist das wirklich wahr?“ und „Kann ich mit absoluter Sicherheit sagen, dass es wahr ist?“

Oft scheinen uns die Dinge anders, als sie sind und dadurch reagieren wir aufgebracht.

Trenne Fakten von Interpretation

Wir neigen dazu, das, was wir sehen, sofort in ein uns bekanntes System einzuordnen und nach unseren Kriterien zu beurteilen. Mit diesen Beurteilungen liegen wir manchmal richtig, manchmal auch ganz falsch.

Ein Beispiel:

Dein Mann ist mit einer Bekannten auf eine Bergtour gegangen. Ihr habt eine bestimmte Rückkunftszeit ausgemacht. Jetzt ist diese ausgemachte Zeit schon seit 40 Minuten überschritten. Du rufst ihn am Handy an und kommst auf die Mobilbox. – Das sind Tatsachen.

Vielleicht beginnt jetzt in deinem Kopf ein Film zu laufen. Die Bekannte ist attraktiv. Wer weiß, was die beiden machen? Wenn er nichts zu verbergen hat, warum hebt er nicht ab? – Das ist deine Interpretation

Die Fakten:
Dein Mann hat sein Handy im Auto vergessen. Die beiden haben eine Abzweigung verpasst und mussten einen riesigen Umweg machen und kommen schließlich und endlich. Eine Stunde später als geplant. Sie sind total erschöpft und auch eure Bekannte ist sehr angeschlagen. Auch bei ihr (sie ist geschieden) lief derselbe Film, wie bei dir: Die glaubt bestimmt nie, dass wir eine Abzweigung verpasst haben. Sicher denkt sie sich sonst was …

Achte darauf: Deine Interpretation schafft deine Realität.

Achte auf deine Sprache

Organsprache

Kennst du die Organsprache. Nein?

Das sind Sätze wie:

  • Das geht mir auf die Nieren.
  • Ihm ist eine Laus über die Leber gelaufen.
  • Da bleibt mir das Herz stehen.
  • Sie spuckt Gift und Galle.

Wenn du Sätze wie diese oft verwendet, so haben sie eines gemeinsam – sie gehen tief in das Unbewusste und es kann sein, dass das betreffende Organ tatsächlich in Mitleidenschaft gezogen wird.

Müssen – schnell – nur noch

Über diese Worte habe ich schon hier und hier gesprochen.

Zerlege die Worte

Es gibt Worte, die wirken auf den ersten Blick harmlos. Wir verwenden sie aber oft in einem vollkommen abstrusen Kontext. Ich gebe dir ein Beispiel: Etwas ist wahnsinnig lustig. – Was ist am Wahnsinn lustig?

Mir fallen da noch einige andere ein Super-Gau, Mega-Katastrophe, elendiglich nervig, unendlich traurig (willst du wirklich niemals aus deiner Traurigkeit herauskommen?), mega-langweilig, furchtbare Situation, totaler Reinfall.

Mit diesen Worten machst du die Situation schlimmer, als sie tatsächlich ist. Auch hier gilt: Bleib bei den Fakten.

Selbstfürsorge

Finde deine Energiequellen

Finde heraus, was dir gut tut und woraus du Kraft schöpfst. Für manche Menschen ist das Sport, für andere ein einsamer Spaziergang im Wald und wieder andere tanken am besten in Gesellschaft bei anregenden Gesprächen auf. Je besser du dich kennst, desto besser bist du in der Lage für dich zu sorgen. Dazu bekommst du auch hier Anregungen.

Mach Pausen

Pausen sind wichtig, um wieder zu Kräften zu kommen und deine Batterien wieder aufzuladen. Sie helfen deinem Gehirn, das was es aufgenommen hat zu verarbeiten und die passenden Verbindungen und Verknüpfungen herzustellen.

Sei achtsam mit dir selbst

Achte auf dich, denn wenn du gestresst und überreizt bist, wird dir so manche Situation zu viel, die du normalerweise gelassen bestehen würdest.

Übernimm die Verantwortung für dich und deine Befindlichkeiten. Es gibt einfach Tage, da sind wir nicht so belastbar, wie sonst.
Vielleicht hattest du eine schlaflose Nacht, weil dein Kind krank ist, möglicherweise hast du Kopfschmerzen und fühlst dich körperlich nicht wohl. All das kann dazu beitragen, dass du überreagierst, oder dass dir alles viel schlimmer vorkommt, als es tatsächlich ist.

Sich nicht von der allgemeinen Hektik anstecken lassen Gelassenheit-Ruhe-Gelassenheitsmuskel

Manchmal liegt der Grund auch im Außen. Rund um dich herrscht hektische Betriebsamkeit und dann ist es oft schwer, selbst die Ruhe zu bewahren.

Auch hier ist der erste Schritt, das Erkennen der Situation, damit erlangst du deine Handlungsfähigkeit wieder.

Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen

Selbstwertgefühl

Ein gesundes Selbstwertgefühl hilft dir auch, deinen eigenen Perfektionismus in den Griff zu bekommen. Du kannst das anders-sein akzeptieren. Und zwar sowohl dein eigenes anders-sein, als auch das der anderen. Das bringt dir auch die nötige Toleranz, um mit Fehlern liebevoll umzugehen.

Wenn du ein gutes Selbstwertgefühl hast, dann wirst du dich selbst mögen und dir auch Vieles zutrauen. Du wirst es zumindest versuchen und nicht jeden Rückschlag auf dich und deine Fähigkeiten beziehen. Das bringt dir Gelassenheit.

Geh liebevoll mit dir selbst um und schließe auch Frieden mit all den Dingen, die du vielleicht nicht so gut kannst und mit allem, was du an dir selbst nicht so gerne magst. Du kannst ja weiter an dir arbeiten. Es besteht aber kein Grund, dich selbst zu zerfleischen.

Selbstbewusstsein

Marie von Ebner Eschenbach sagte: „Gelassenheit ist die anmutigste Form des Selbstbewusstseins.“

Dein Selbstwertgefühl bildet die Basis für ein gesundes Selbstbewusst sein. Du weißt, was du kannst und wozu du in der Lage bist. Du weißt auch, wo deine Grenzen liegen.

Gelassenheitsmuskel-Gelassenheit-Selbstbewusstsein

Diese Unterscheidung ermöglicht es dir, dich weiterzuentwickeln und zu lernen. So wirst du jeden Tag zu einer besseren Version deiner selbst.

Fehler und Fehlervermeidung

Monotasking statt Multitasking

Wann immer es dir möglich ist, konzentriere dich auf eine Sache. So vermeidest du Fehler und arbeitest viel effizienter.

Die Fehlertoleranz stärken

Fehler sind kein Grund, die Gelassenheit zu verlieren. Egal, ob du sie selbst machst, oder ob sie jemand anderem passieren. Durch Fehler lernen wir. Sie sind ein Feed-back, die es dir ermöglichen, dich weiterzuentwickeln. Sie zeigen dir einfach, was bis jetzt nicht gut geklappt hat und sind ein Signal, dass du einen anderen Weg versuchen solltest.

Verzeihe dir selbst und anderen die Fehler und schaffe die Chance für eine Verbesserung.

Manch ein Fehler hat einen positiven Aspekt

Oft sind Fehler die Chance etwas Neues zu lernen oder einen neuen Weg einzuschlagen. Viele Erfindungen, die wir heute schätzen (z. b. Post-it) verdanken wir Fehlern, aus denen etwas Neues entstehen konnte.

Du siehst, es gibt viele Wege, deinen Gelassenheitsmuskel zu schulen. Greif dir für den Anfang ein zwei Möglichkeiten heraus. Wenn du diese dann intus hast, nimmst du dir die nächsten Möglichkeiten vor. So wirst auch du mit der Zeit immer ausgeglichener und gelassener.

Unterstützung erwünscht ?

Wenn du dir auf deinem Weg zu mehr Gelassenheit Unterstützung wünscht, so nütze doch die Möglichkeit eines kostenfreien 30-minütigen Kennenlerngesprächs. Wir können telefonieren, skypen oder uns in meinem privaten, virtuellen Meeting-Raum treffen. Alles ganz unverbindlich!

Vereinbare doch gleich hier einen Termin. Du kannst auf meinen Onlinekalender zugreifen und dir einen Termin deiner Wahl aussuchen. Nütze diese Möglichkeit, um gelassen, ausgeglichen und lebensfroh zu sein!

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3 Kommentare
  1. Barbara J. Schoenfeld sagte:

    Ich kann mich Gabi nur anschließen, ein toller Artikel, liebe Ilse,

    sehr umfangreich und aus allen Blickrichtungen angeschaut. Und wie überall ist es einfach Bewusstwerdung und dann Übungssache. Gelassenheit lässt sich eben auch lernen, auch wenn manche Menschen denken, dass einem das in die Wiege gelegt wurde. Das ist nicht wahr. Aber es lohnt auf jeden Fall zu üben, denn es macht das Leben um Vieles leichter.

    Herzliche Grüße
    Barbara

    Antworten
  2. Gabriele Valerius-Szöke sagte:

    Liebe Ilse,

    was für ein toller Artikel! Sehr hilfreich, vielen Dank. Mir fiel dazu spontan etwas ein, bevor man sich aufregt, sollte man sich fragen, ob man sich in einem Jahr auch noch darüber aufregen würde, oder ob die Angelegenheit bis dahin vergessen ist.

    Alles Liebe
    Gabi

    Antworten
    • Ilse Maria Lechner sagte:

      Liebe Gabi,

      das ist ein guter Tipp. Eine weitere Möglichkeit ist es, sich vorzustellen, sich selbst mit all seinen Problemen aus einem Raumschiff im All zu betrachten. Das lässt sie gleich um ein Vielfaches schrumpfen.

      Alles Liebe
      Ilse

      Antworten

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