Von der hektischen Betriebsamkeit und inneren Unzufriedenheit zur Ausgeglichenheit

Wie du aus der Unzufriedenheit zu Ausgeglichenheit kommst

Heute stelle ich dir Petra vor. Petra ist frei erfunden und doch wieder nicht.
Petra hat Eigenschaften von meinen verschiedenen Lieblingskunden übernommen.
Nachdem du meinen Blog liest, erkennst du dich und deine Situation vielleicht ein klein wenig wieder.

Petra ist 35 Jahre und eine bodenständige, aktive Person.
Ein Typ auf den man sich verlassen kann – sagen ihre Freunde.
Eine Frau, die nichts aus der Bahn wirft – sagt ihre Kollegen.
Eine liebevolle Ehefrau und Mutter, die alles im Griff hat – sagt ihr Mann.
Jemand, der immer Rat weiß – sagen ihre Bekannten.
Diejenige, die immer da ist – sagen die Mitglieder des Elternvereins.
Meine Mama! – sagen ihre Kinder.

Du siehst schon, Petra trägt viel Verantwortung.
Sie übernimmt gerne Aufgaben für die Allgemeinheit und sorgt für ihr Umfeld.

Petra ist ganz schön tough. Sie ist gut organisiert, leistungsbereit und sozial engagiert. Es liegt ihr einfach am Herzen, dass alles gut läuft und es ist ihr wichtig, dass sich ihre Familie wohl fühlt. Sie schupft einen 5 Personen-Haushalt und arbeitet in Teilzeit als Krankenschwester. Sie hat extra die Station gewechselt, um ihren Kindern einen geregelten Tagesablauf bieten zu können.
Früher hat sie auf der Intensivstation gearbeitet. Das war mit Wechseldiensten verbunden. Sie hat diese Arbeit geliebt. Aber Wechseldienste lassen sich schlecht mit dem Familienleben vereinbaren.

Ihre Kinder liegen ihr sehr am Herzen und sie will ihnen nicht nur eine gute Erziehung und Bildung ermöglichen, sondern ihnen auch eine wirklich gute Mutter sein, die immer für sie da ist.

Das ist manchmal ganz schön herausfordernd und bringt ihren Tagesablauf gehörig durcheinander.
Schließlich ist ihr Alltag straff organisiert.

Sie steht um 05:30 auf, geht ins Bad und richtet sich für den Tag her.
Sie selbst würde sagen sich macht sich für den Tag fertig.
Ich verwende diesen Ausdruck nicht so gerne. Er ist so doppeldeutig ;-)

Danach huscht sie in die Küche und macht Frühstück, deckt den Tisch und weckt ihre Kinder.
In der Zwischenzeit ist ihr Mann aufgestanden und im Bad. Er ist kein Morgenmensch
und daher morgens nicht besonders gut gelaunt. Also übernimmt Petra die Aufgabe,
die Kinder anzutreiben und dafür zu sorgen, dass alle gewaschen und angezogen beim Frühstückstisch sitzen. Das Frühstück ist die einzige Mahlzeit des Tages, die alle gemeinsam einnehmen. Deshalb ist sie für die ganze Familie wertvoll. Wenn alles gut geht, sitzt die Familie um 06:15 am Frühstückstisch.

Petras Mann Dieter ist der erste der aus dem Haus muss, da er mit dem Zug zur Arbeit fährt und eine längere Anfahrtszeit hat. Er verlässt das Haus um 06:45.

Er verabschiedet sich liebevoll von Frau und Kindern und los geht es.
Für Petra! Denn jetzt ist es an der Zeit, dafür zu sorgen, dass der Tisch abgeräumt wird.
An guten Tagen helfen die Kinder mit, an schlechten sind sie nach dem Frühstück plötzlich verschwunden, wie der blaue Rauch. Es ist ja auch kein Wunder. Schließlich sind sie erst 4, 8 und 11 Jahre.

Die Kleinste geht noch in den Kindergarten. Der mittlere besucht die Volksschule (Grundschule) und die Älteste geht bereits aufs Gymnasium. Petra hat jetzt genau eine halbe Stunde Zeit, um die Küche wieder in Ordnung zu bringen, die Betten zu machen und im Bad noch einmal kurz über die Waschbecken zu huschen. Sie sorgt dafür, dass die Kinder sich anziehen, ihr Jause einpacken,
die sie schon vorbereitet hat und um spätestens 07:20 Uhr verlassen alle das Haus.

Pia, die kleinste nimmt Petra im Auto mit zum Kindergarten und auch Lara, die Älteste fährt mit ihr mit. Sie besucht die Schule in derselben Stadt, in der Petra arbeitet. Alexander, der Mittlere geht selbst zur Schule. Sie befindet sich im Wohnort. Genau darüber gibt es morgens oft noch Diskussionen. „Immer muss ich allein zur Schule gehen. Pia und Petra nimmst du mit dem Auto mit. Das ist unfair.“

Natürlich weiß Alexander, dass er nur 3 Minuten zu Fuß gehen muss und dass Pia noch zu klein ist, um selbst zu gehen. Diese morgendlichen Diskussionen kosten Petra Kraft.

Wenn Petra schließlich um 07:30 an ihrer Dienststelle ankommt, hat sie gerade noch Zeit sich umzuziehen und kurz auf der  Schwesternbasis während der Dienstübergabe einen Kaffee zu trinken. Dann beginnt ihr Dienst. Petra sehnt sich zu diesem  Zeitpunkt schon nach der ersten Pause, doch die muss noch Stunden warten. Dabei fühlt sie sich jetzt schon leer und ausgepowert.

Sie wünscht sich sehnlichst Ausgeglichenheit und Gelassenheit.
Sie ist innerlich unzufrieden und will mehr vom Leben.

Geht es dir auch manchmal wie Petra?

Hetzt du durch deinen Tag, ohne Zeit für dich?
Besteht dein Leben nur aus Verpflichtungen?

Dann ist dein Leben ganz schön herausfordernd und du hast echt viel zu stemmen.

Vielleicht sehnst du dich nach geregelten Pausen und auch etwas Zeit für dich selbst.
Aber egal, wie du es anstellst, immer kommt etwas dazwischen, was wichtiger ist.

Genau hier liegt der Schlüssel versteckt. Du hast noch nicht erkannt, dass du es bist, die an dieser Situation etwas ändern kann. Du kannst etwas tun, um Ausgeglichenheit und Gelassenheit zu erlangen.
Du bist die Person, die sich Pausen ermöglicht und Rückzugsmöglichkeiten schaffen kann. Dazu ist es wichtig, dass du deine eigenen Bedürfnisse genau so wichtig nimmst, wie die Bedürfnisse der anderen.

Erst wenn du für deine Zufriedenheit sorgst, wirst du ausgeglichen und gelassen werden.

Wie wichtig nimmst du dich selbst?
Stellst du die Bedürfnisse der anderen vor deine eigenen?

Petra verzettelt sich

Da Petra so wenig Zeit für sich hat, weiß sie aber im Moment gar nicht ganz genau, was gut für sie ist. Sie sehnt sich nach mehr Schlaf, einem gemütlichen Kaffeeklatsch mit ihrer besten Freundin, einem Theaterbesuch mit ihrer Mutter, einem prickelnden Abend zu zweit mit ihrem Mann, einem gemütlichen Leseabend auf der Couch … So viele Wünsche und wenn sie tatsächlich mal etwas Zeit hat, dann scheint ihr die Zeit zwischen den Fingern zu zerrinnen. Sie trödelt herum, fängt dieses und jenes an, lässt es wieder liegen und ist am Ende frustriert, dass sie keinen ihrer Wünsche verwirklichen konnte.

Was also kann sie tun?
Wie kannst du dieses Dilemma lösen, wenn es dir genau so geht?

Dein Weg zur Ausgeglichenheit

Innehalten

Petra ist auf einem so hohen Aktivitätslevel, dass es ihr bereits schwer fällt abzuschalten.

Der erste Schritt ist es also, mehr Entspannung in ihr Leben zu bringen. Öfter mal kurz inne zu halten, abzuschalten und in sich hineinzuhorchen: „Wie geht es mir jetzt?“

Genau davor hat Petra aber auch ein wenig Angst.
Wer weiß schon, was aus den Tiefen ihrer Seele auftaucht, wenn sie ihre hektische Betriebsamkeit für einen Augenblick sein lässt?

Es wird nur eines passieren. Petra wird sich selbst und ihren eigenen Bedürfnissen begegnen. Sie wird sich selbst auf die Spur kommen und sie wird erkennen, was sie im Moment braucht.

Um dahin zu kommen, stehen Petra verschiedene Möglichkeiten offen.

  • Sie kann einen Yogakurs besuchen
  • Sie kann zu Hause kurze Entspannungsübungen durchführen
  • Sie kann beginnen zu meditieren
  • Sie kann einen Entspannungskurs machen
  • Sie kann Entspannung in ihren Alltag integrieren

Selbstbesinnung

Genau dieses Innehalten wird Petra das erste mal die Möglichkeit geben, sich auf sich selbst zu besinnen, nachzuspüren, was sie wirklich will. Sie kann dann ein Bild davon entwickeln, was sie wirklich will und wie sie es umsetzen kann. Dazu braucht sie Zeit und Stille, um auf sich selbst zu hören.

Wie das aussehen kann, darauf gehe ich in einem der nächsten Blogartikel ein.

Schriftlich festhalten

Das, was Petra erkennt, wird sie am besten schriftlich festhalten. Sie hat dann ihre eigenes Bedürfnis-Chart :-)

Damit kann sie sicher gehen, dass sie im hektischen alltag nicht wieder vergisst, was sie herausgefunden hat.  Wie schnell entschwindet eine gute Idee, weil sie nirgends festgehalten wird!

Kleine Schritte machen

Nachdem sie ihre Bedürfnisse erkannt und aufgeschrieben hat, kann  und wird sie sich auf den Weg machen, um sie zu verwirklichen.

Wann immer sie Zeit hat, kann sie dieses Chart zur Hand nehmen und nachsehen, was sich leicht und schnell verwirklichen lässt. So vergisst sie nichts und kann auch immer wieder überprüfen, ob jeder der Wünsche noch gilt.

Konsequenz

Bei größeren Vorhaben kann Petra drangehen sie in kleine Schritte zu unterteilen und jeden Tag einen dieser kleinen Schritte zu machen. So wird sie auch die großen Ziele erreichen.

In meinem nächsten Artikel geht es nur um dich! Ich zeige dir, wie du deinen Wünschen und Bedürfnissen auf die Spur kommst. Dazu gibt es ein Audio und auch Arbeitsblätter.

Ilse Maria_Signatur

 

 

 

Dies ist der erste Artikel einer ganze Serie.
Zu dieser Artikelserie gehören auch folgende Artikel:

2 – Durch die eigenen Bedürfnisse zu Gelassenheit finden

3 – Mit kleine Schritten große Bedürfnisse erreichen

 

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