Aus-gelassen leben

 

Was machen Väter anders?

 

Was machen Väter anders?

Heut wird´s ein wenig wissenschaftlich.

In meinen Coachings und auch im Hotel-Mama schließt Workshop stelle ich immer wieder fest, dass Frauen sich zwar Unterstützung wünschen, aber nicht immer damit klar kommen, dass Väter einen anderen Zugang zu den Kindern und auch zum Thema Erziehung haben. Auch diesmal kannst du den Inhalt lesen, wenn dir das lieber ist.

Hier kannst du dir die Folge anhören:

[powerpress url=“http://entfaltungsparadies.podcaster.de/download/AGL-22.mp3″]

 

Shownotes:

Väter haben für die Entwicklung des Kindes ganz andere Aufgaben zu leisten. Sie bringen sich auf ihre eigene Art ein, die oft sehr unterschiedlich zum Zugang der Mütter ist.
Wie schon in meinem letzten Blogartikel beschrieben, ist ihre Rolle nicht weniger wertvoll.

Was sie genau zur Entwicklung des Kindes beitragen, hörst du in dieser Folge.

Die Quellen für diese Podcastfolge und den Blogartikel:

http://homepage.univie.ac.at/harald.werneck/Referat-Vaterschaft98.pdf

Die distinktive Bedeutung von Vätern in verschiedenen Entwicklungsphasen ihrer Kinder

http://www.kup.at/kup/pdf/7463.pdf

Diese Folge für dich hilfreich?
Dann bewerte sie mit 5 Sternen bei iTunes oder Stitcher

itunes-store-logo

Stitcher-Logo-Black361x179

Hier kannst du den Inhalt des Podcasts auch lesen, wenn dir das lieber ist.

Was machen Väter anders als Mütter?

Die Sicht des Vaters

Lange Zeit wurde nur die Rolle der Mutter für die kindliche Entwicklung erforscht. Der Vater spielte nur eine untergeordnete Rolle und wurde auf seine Funktion als Erzeuger, Ernährer und Beschützer reduziert. Väter können und sind aber viel mehr. Sie sind auch Erzieher und Lehrer, Identifikationsobjekte und Freizeitpartner und sie bringen ganz andere Aspekte in den Familienalltag ein, als Mütter. Ihr Beitrag ist aber genauso wesentlich.

Dieses Anders-Sein ist es aber auch, die es Frauen und Müttern manchmal schwer macht, die Kinder dem Vater voll anzuvertrauen.

Danach waren die meisten Studien von emanzipatorischen Gedanken geprägt oder sie untersuchten das Missbrauchsverhalten.

Die gute Nachricht vorweg. Väter, die zu ihren Kindern eine enge Beziehung haben und sich in die Pflege einbringen, die auch ein sehr körperliches Verhältnis zu ihren Kindern haben und sie von Anfang an baden und wickeln, sind nicht die typischen Täter.

Es steht mittlerweile fest, dass sich die positiven Auswirkungen des väterlichen Beitrags bis zum Erwachsenenalter nachweisen lassen.

Nachdem die Rolle der Mutter aber viel länger erforscht ist, brauchen Väter manchmal auch mehr Ermutigung, um sich einzubringen und sich des Wertes bewusst zu werden.

Gott sei Dank findet da ein Umdenken statt und es gibt mittlerweile auch in den öffentlichen Erziehungseinrichtungen immer mehr Männer. Das ist vor allem deshalb wichtig, weil sie für Kinder von Alleinerziehenden wertvolle Identifikationsfiguren sind.

Partnerschaft

Zuerst einmal möchte ich dich darauf aufmerksam machen, dass sowohl die Zeit nach der Geburt der Kinder, als auch die Zeit, wenn die Kinder das elterliche Nest verlassen zu den herausforderndsten Zeiten in der Partnerschaft gehören. In diesen Zeiten sind die Scheidungs- und Trennungsraten sehr hoch. Schließlich bringen die geänderten Umstände neue Herausforderungen mit sich und sie decken sehr deutlich schwelende Unstimmigkeiten auf.

Das ist ein guter Grund fortwährend auch an der Partnerschaft zu arbeiten und sich auch füreinander Zeit zu nehmen.

Was leisten Väter für die Kinder?

Beziehungsaufbau

Inzwischen steht fest, dass nicht das Geschlecht der Bezugsperson ausschlaggebend ist für die Bindung, sondern ausschließlich die Feinfühligkeit und der Rapport im Erziehungsalltag. Das kann aber auch zu Frustration führen. Denn auch engagierte Väter erleben, dass sich das Kind eher der Mutter zuwendet. Das hat nichts mit fehlender Kompetenz zu tun, sondern liegt unter anderem auch am Charakter des Kindes.

Bindungssicherheit

Die Spielfeinfühligkeit des Vaters wirkt sich bis ins Erwachsenenalter auf die Bindungssicherheit der Kinder aus. Väter vermitteln damit das Gefühl von Geborgenheit und Sicherheit.

Das väterliche Spiel

Das väterliche Spiel unterscheidet sich meist grundlegend vom Spiel der Mutter. Es ist von Anfang an, also beginnend mit dem Babyalter viel mehr auf körperliche Erfahrung ausgerichtet. Das Kind wird angeregt selbst aktiv zu werden.
Schon Babys reagieren mit erhöhtem Herzschlag und einer vermehrten Kreislauffunktion verbunden mit strampeln, kichern und glucksen auf die Annäherung des Vaters, während sie bei der Mutter deutlich ruhiger reagieren.

Väter schneiden eher Grimassen, wenn sie auf die Kinder zugehen und helfen ihnen später die Umgebung zu erforschen. Sie schubsen die Kinder immer wieder ein Stück aus der Komfortzone in die Welt hinaus.

Herzog prägte 1980 den Begriff des Kamikaze Play. Dieser Begriff bezeichnet die typisch väterliche Spielart, die Kinder wild in die Luft zu werfen und aufzufangen. Schon da wird das Kind auf spielerische Weise mit seinen Grenzen in Berührung gebracht. Es wirf einer Situation ausgesetzt, die aufregend und ein wenig mulmig ist, um dann wieder sicher in den Armen des Vaters gefangen zu werden und sich dort wieder zu beruhigen. Viele Kinder schmiegen sich danach glückselig lächelnd an die Brust des Vaters und lauschen dem Herzschlag, bis sie sich selbst wieder beruhigt haben.

Genau dieser Wechsel zwischen „Ich lass dich los“ und „Ich fang dich auf“ ist typisch für die Vater-Kind-Beziehung. Wobei Väter grundsätzlich mit Töchtern vorsichtiger umgehen und die Söhne stürmischer herausfordern.

Ordnung und Regeln

Väter bestehen eher auf die Einhaltung von Regeln und bringen die Kinder auch mit Hackordnungen in Berührung. Sie fordern ihre Kinder diesbezüglich eher heraus als Mütter.

Triangulierung Vater-Mutter-Kind

Vater-Mutter-Kind ist ein beliebtes Spiel bei Kindern und es zeigt, wie wichtig diese Triangulierung für das Kind ist. Die Beziehung zum Vater erlaubt dem Kind sich ein Stück weit von der Mutter zu lösen und sich in die Freiheit zu wagen. Der Vater führt das Kind heraus aus der engen Mutter-Kind-Beziehung und ermöglicht ihm so, sich selbst als eigenständiges Wesen wahrzunehmen.
Das in dieser Zeit gelernte Beziehungsverhalten hat auch Einfluss auf das Beziehungsverhalten des erwachsenen Kindes. Es orientiert sich an diesem Bild und entwickelt dann langsam sein eigenes Beziehungsverständnis.

Spiel zu dritt

Auch das Spiel zu dritt (oder das gemeinsame Spiel bei mehreren Kindern) ist wichtig. Das Kind nimmt dabei die unterschiedlichen Herangehensweisen und Verhaltensmuster von Vater und Mutter wahr. Außerdem wurde festgestellt, dass auch schon kleine Babys versuchen, den jeweils anderen Elternteil einzubeziehen, wenn er anwesend ist. Das Kind schaut dabei immer wieder zum Vater, wenn sich die Mutter mit ihm beschäftigt und umgekehrt.

Abenteuer

Grob vereinfacht kann man sage, Väter sind für das Abenteuer zuständig. Sie ermöglichen den Kindern sich in einem geschützten Rahmen auszuprobieren. Sie bieten spannende und anregende Erfahrungen. Dabei passen sie auf, dass die Grenzen gewahrt werden und greifen helfend ein, wenn die Kinder nicht mehr weiter wissen. Sie ermutigen die Kinder aber generell eher, es erst einmal selbst zu versuchen.

Auf die Art und Weise fordern sie die Kinder feinfühlig heraus Neues unter kontrollierten Bedingungen zu erlernen.
z. B. Umgang mit Feuer, Wasser und Werkzeug oder Klettertouren

Vermittlung von Wahrnehmungsfähigkeiten

Väter sind also Vermittler von nonverbaler kognitiver Fähigkeiten. Hüther bezeichnet sie als Programmöffner für die Hirnentwicklung. Hüther geht davon aus, dass Lernen leichter erfolgt, wenn wir gefühlsmäßig sehr beteiligt sind. Du könntest das mit dem Satz „Was geistig bewegt, bringt uns in Bewegung.“ Vereinfachen. Das Gehirn wird durch emotionale Erfahrungen stimuliert. Eine solche Erfahrung ist z. B. eine aufregende Kletterpartie oder eine wilde Radtour.

Bei all diesen Aktivitäten neigen Väter dazu durch Erklärungen und Sprache zu beruhigen. Sie fordern die Kinder also durch Spielen, Sprechen und Erklären auf mehreren Ebenen.

Mütter nehmen ihre Kinder eher in den Arm, um sie zu beruhigen.

Väter als Lehrer und Mentor

Väter haben auch später noch die Funktion des Lehrers und Mentors. Sie vermitteln handwerkliche Tätigkeiten, bringen mit der Arbeitswelt in Kontakt und motivieren eher zu Sport. Bei all diesen Aktivitäten sind sie eher leistungsorientiert als Mütter.

Väter und Schulleistungen

Laut Diamond (2010) hat die kognitive Förderung durch den Vater auch Einfluss auf die Schulleistungen der Kinder. Das kommt vor allem dann zum Tragen, wenn der Vater mit seinen eigenen Schwächen und Problemen offen umgehen kann.

Vermittlung von Werten

In der Vermittlung von Werten werden beide Elternteile gleichwertig wahrgenommen.

Autonomie und Unabhängigkeit

Väter fördern von klein auf die Autonomie und Unabhängigkeit ihrer Kinder. Sie trauen ihnen mehr zu, ermuntern sie eher, etwas selbst zu versuchen und greifen erst dann ein, wenn sie sehen, dass sie wirklich gebraucht werden.
Mütter nehmen ihre 16-jährigen etwa so eigenständig wahr, wie Väter bereits 12-jährige.

So gesehen, ist das ganz gut eingerichtet. Die Sicht des Vaters kann in manchen Fällen zu einer leichten Überforderung führen, die durch die Mutter wieder abgemildert wird.

Väter fördern auch die räumliche Distanzierung, wenn die Kinder erwachsen werden. Sie unterstützen die Kinder beim Aus- und Umzug.

Abgrenzung durch die Kinder

In der Pubertät gehen die Abgrenzung zum Vater und die Vermeidung des körperlichen Kontakts von den Kindern aus. Das heißt, Mädchen und Jungen schmusen nicht mehr mit den Vätern herum und halten Distanz. Der Vater ist derjenige der diese Abgrenzung akzeptiert.

Vater als Ratgeber

Väter werden von Kindern in der Adoleszenz und im Erwachsenenalter als Ratgeber und Meinungsbildner wahrgenommen. Mit dem Vater wird die politische Situation diskutiert, er wird in beruflichen Belangen um Rat gefragt und seine Meinung wird geschätzt.

Auswirkung von Trennung und Scheidung

Trennung und Scheidung hat meist eine schwerwiegende Auswirkung auf die Vater-Kind-Beziehung.
Jedoch suchen sich die Kinder meist eine geeignete Identifikationsfigur z. B. den Großvater oder den neuen Partner der Mutter.

Vater ist Vater

Auch der Mann entwickelt sich durch seine Beziehung zum Kind zu Vater. Er hat diese Rolle lebenslang. Auch die Vater-Kind-Beziehung ist also ein lebenslanger Lernprozess.

 

Bleib gelassen!

Ilse Maria_Signatur

 

 

 

 

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Teile diesen Beitrag und hilf mit den Familienalltag gelassen zu machen!
1 Kommentar

Trackbacks & Pingbacks

  1. […] Mehr über die im Interview erwähnte Studie kannst du hier hören/lesen. […]

Hinterlasse einen Kommentar

An der Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.