Wie du den Weihnachtsstreit vermeidest

Wie du den Weihnachtsstreit vermeidest

Weihnachten ist das Fest der Liebe … und doch ist es in vielen Familien auch Anlass zu Streit. Doch es muss gar nicht so weit kommen, wenn du jetzt schon ein wenig vorbaust.

Die Streitereien liegen ja nicht daran, dass sich die Familienmitglieder nicht mögen. Es liegt eher am hausgemachten Stress und den hohen – und oft unterschiedlichen – Erwartungen.

Weihnachten sollte die stillste Zeit im Jahr sein.

Die verschiedenen Erwartungshaltungen

Jedes Familienmitglied erwartet von Weihnachten etwas anderes. Die Kinder freuen sich auf die Geschenke und darauf, dass die Erwachsenen endlich Zeit zum Spielen haben. Der Vater möchte nichts lieber als sich in seinen Hobbykeller zurückziehen und für sich sein. Die Mutter würde am liebsten mit einem Buch auf der Couch liegen. Und die Großeltern kommen zu Besuch und erwarten sich die Ansprache, die ihnen unter dem Jahr verwehrt bleibt.

Oft werden die Geschenke im letzten Augenblick besorgt. Speisepläne werden erstellt. Alles soll perfekt ablaufen. Es wird aufwändiger gekocht als normalerweise. So kommt es, dass die Mutter statt ein Buch zu lesen in der Küche steht. Um mit den Großeltern zu plaudern hat sie keine Zeit. Die Kinder freuen sich, die Großeltern zu sehen und belagern sie von der ersten Minute an. Die Großeltern haben aber eine lange Anreise hinter sich und sind erschöpft. Viel lieber würden sie ein paar Minuten ausruhen.

Eines haben fast alle gemeinsam:

Die Sehnsucht nach Harmonie

Und so macht jedes Familienmitglied Zugeständnisse. Schließlich freut man sich ja, zusammen zu sein und gemeinsam zu feiern.

Das Jahr war ereignisreich und oft auch anstrengend und so sehnen sich die meisten Menschen gegen Jahresende nach Erholung. Die bevorstehenden Feiertage versprechen diese Erholung.

Die allgemeine Erwartungshaltung suggeriert, dass das familiäre Beisammensein harmonisch und ohne Konflikte verlaufen soll.

Ungewohnte Nähe

Dazu kommt, dass an Weihnachten oft Familienmitglieder zusammenkommen, die sich während des Jahres nur selten begegnen und auch nicht wirklich viel zu sagen haben.

Vielleicht gibt es ja eine verwitwete Großtante, die auch eingeladen wird, damit sie nicht allein ist.

Stress durch Rundreisen

Andere Familien machen regelrechte Rundreisen durchs Land. Weihnachten feiern sie zu Hause, der erste Feiertag wird bei den Eltern der Frau verbracht, der zweite bei den Eltern des Mannes.

Die Kinder werden mitsamt Gepäck Tag für Tag ins Auto verfrachtet. Die Fahrtstrecken sind oft mehrere Stunden lang. Überall wird gefeiert. Es gibt Geschenke, aber es wird auch erwartet, dass die Kinder beim Festmenü ruhig sitzen. Das können sie aber nicht. Schließlich saßen sie den ganzen Vormittag im Auto und brauchen jetzt Bewegung. Sie werden hibbelig.

Der Stress entlädt sich

Unter diesen Vorbedingungen liegen die Nerven blank. Ein Wort gibt das andere und der Stress entlädt sich in einem handfesten Streit. Das ist vermeidbar!

Was kannst du tun, damit es nicht so weit kommt

1. Vorab die Erwartungen abklären

Setz dich gemeinsam mit deiner Kernfamilie (Partner und Kinder) hin und klärt eure Erwartungen an Weihnachten. Jeder hat das Recht, seine Vorstellungen von Weihnachten zu erzählen.

Leitfragen für Kinder können sein:

  • Was möchtest du zu den Weihnachtsfeiertagen machen?
  • Gibt es etwas, was du dir besonders wünschst? (Hier geht es nicht um Geschenke, sondern um den Ablauf)
  • Was magst du gar nicht essen?

Im Gespräch mit dem Partner geht es, vor allem am Anfang der Beziehung, darum die verschiedenen Weihnachtstraditionen zu klären. Jeder geht davon aus, dass Weihnachten so gefeiert wird, wie er es erlebt hat ;-)

Auch diese Fragen sind wichtig

Sollen die Großeltern der Kinder zum Weihnachtstag anwesend sein?

Werden die Eltern besucht?

Besteht Lust, die Weihnachtstage auf der Straße zu verbringen und von einem zum anderen zu fahren?

Gibt es Alternativen? Vielleicht kann man den alleinstehenden Großvater der Frau schon im Advent besuchen.

2. Planung

Aufbauend auf diesen Ergebnissen könnt ihr mit eurer Planung beginnen.

Wichtig ist es auch die Selbstverständlichkeiten, wie Einkauf der Geschenke und die Menüplanung mit passendem Einkauf rechtzeitig zu erledigen. Das entstresst die letzten Tage.

3. Arbeitsteilung

Teilt die verschiedenen Arbeiten unter den Familienmitgliedern auf. Jeder kann zu einem gelungenen Fest beitragen. So kann z. B. die Oma die Kekse mitbringen, wenn sie das Fest im Kreis der Familie feiert.

Wenn deine Kinder schon größer sind, klärt gemeinsam auch folgende Fragen:

  • Wer schmückt den Baum?
  • Erklärt sich jemand bereit den Tisch zu decken?
  • Wer ist für die Tischdeko verantwortlich?
  • Gibt es einen Getränkebeauftragten?
  • Welche Personen kochen und wer macht Küchendienst und ist Helferlein?

4. Verabschiede dich vom Perfektionsanspruch

Ich kann mich gar nicht oft genug wiederholen. Schick deinen Perfektionismus auf Dauerurlaub – nicht nur zu Weihnachten.

Der Tisch muss nicht aussehen, wie die Bilder in den Illustrierten und es ist auch nicht nötig ein 5-Gang-Menü zu servieren. Hauptsache ist doch, dass es allen schmeckt und dass sich alle wohl fühlen.

Schraube auch deine Erwartungshaltung zurück.

Die Wahrheit ist: Menschen unterschiedlich sind. Nicht alle müssen sich unbedingt mögen. Wer sich unter dem Jahr nichts zu sagen hat, wird sich auch an Weihnachten nicht besonders gut miteinander unterhalten.

Nimm dir den Druck, dass alles sein muss, wie aus dem Bilderbuch.

5. Rechne mit Pannen

Während eines Essens fällt schon mal ein Glas um. Das ist kein Drama. Heutzutage haben wir alle Waschmaschinen. Es muss also weder dem Verursacher peinlich sein, noch ist es ein Grund wütend zu werden. Selbst wenn es ein Rotweinglas ist. Die meisten Flecken lassen sich mit den richtigen Tipps rückstandslos entfernen.

6. Meidet Reizthemen

Jede Familie hat Themen, wo es unweigerlich zu Konflikten kommt. Bei manchen sind es politische Ansichten, bei anderen Erziehungsfragen oder es ist der Alterswohnsitz der Eltern.

7. Unvereinbarkeiten

Es gibt Menschen, die einfach nicht miteinander klarkommen. Wann immer möglich vermeide, dass diese Menschen an einem Tisch sitzen müssen. Das ist einfach anstrengend. In dem Fall ist es eine Alternative, die Besuche auf 2 Tage aufzuteilen.

8. Toleranz

Die Festtage sind eine gute Gelegenheit die eigene Toleranz zu schulen. Du musst nicht mit allem einverstanden sein, was passiert. Manchmal hilft es aber, ein wenig Verständnis zu haben, durchzuatmen und einfach weiter zu machen.

9. Höflichkeit

Was immer auch passiert bleibe höflich.

Die kleinen Worte bitte und danke erleichtern das Leben und ab und zu ein kleines – ehrliches Kompliment – hebt die Stimmung. Dadurch wird die Atmosphäre entspannt und locker.

10. Grenze dich ab

Wenn du merkst, dass du in Stress kommst und dass etwas an deinen Nerven zerrt, dann melde dich rechtzeitig. Ersuche um Hilfe.

Grenze dich ab, wenn jemand deine persönlichen Grenzen verletzt. Bleib auch da höflich und mach es gleich.

Nichts ist so explosiv, wie aufgestaute Emotionen.

Ich wünsche dir ein wunderschönes Weihnachtsfest im Kreise deiner Familie und hoffe, dass du alle diese Tipps nicht brauchst!

Bleib gelassen!

Ilse Maria_Signatur

 

 

 

 

 

Teile diesen Beitrag und hilf mit den Familienalltag gelassen zu machen!
0 Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

An der Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.