Lagerkoller

14 einfache Schritte aus dem Lagerkoller

Lagerkoller! – Und nun?

Beim letzten Mal habe ich ja darüber geschrieben, warum dich diesmal der Lagerkoller schneller und härter treffen kann als beim ersten Lockdown.

14 einfache Schritte aus dem Lagerkoller,
Was tun gegen Lagerkoller

Maßnahmen gegen Lagerkoller

Heute möchte ich dir 14 einfache Schritte aus dem Lagerkoller zeigen. Ich bin sicher, einige dieser Maßnahmen hast du bereits im Frühjahr gehört. Aber die Voraussetzungen sind jetzt einfach anders. Die Tage sind kürzer, es wird schneller dunkel, das Wetter ist trist und grau. All das trägt dazu bei, dass die Emotionswaage auf die Minusseite kippt.

Was also tun? Diese 14 einfachen Schritte aus dem Lagerkoller helfen

Erstmal vorweg: Die Reihenfolge ist fast egal. Ich rate dir nur die ersten beiden Punkte wirklich sofort anzugehen.

1. Tagesrhythmus finden

Oftmals wird geschrieben, dass Familien denselben Rhythmus beibehalten sollen, wie sonst auch. Ich sehe das anders. Wenn nicht gerade die Schule fordert, dass deine Kinder bereits um 08:00 vor dem PC sitzen, dann habt ihr jetzt die Chance euren Rhythmus als Familie zu leben. Es ist nämlich ganz egal, ob dein Kind um 05:00 Uhr morgens lernt, oder um 10:00 Uhr abends. Die Hauptsache ist, dass gelernt wird!

2. Familienbesprechungen

So wie es in Firmen Teambesprechungen gibt, so sind zu Hause jetzt Familienbesprechungen sinnvoll. Den besten Zeitpunkt bestimmt ihr selbst. Für eine Familie kann das nach dem Frühstück sein, für eine andere ist das Mittagessen der einzige Zeitpunkt wo alle gleichzeitig verfügbar sind und andere machen es abends.

Wichtig ist, dass ihr einen Zeitpunkt festlegt, wo ihr wirklich um einen Tisch sitzt. Dort kann dann alles beschlossen werden: vom Einkauf, über den Speiseplan bis hin zu den Internet-Krisenzeiten. Denn Meetings, Prüfungen und Home-office hat Vorrang vor Spaß und Spiel.

3. Regeln festlegen

Bei diesen Meetings könnt ihr auch die Verhaltensregeln festlegen und immer wieder nach Bedarf abändern. Denn wenn uns Covid-19 eines gelehrt hat, dann ist es flexibel auf Anforderungen einzugehen.

Hier wird festgehalten, wer welche Pflichten übernimmt, und wann sie erledigt werden sollen. Es ist wichtig diese Abmachungen sichtbar zu machen. Denn so ist es kontrollierbar und jeder weiß woran er ist.

Genau so wichtig ist es, diese Abmachungen zu ändern, wenn ihr draufkommt, dass sie nicht zu 100 % zu euch passen.

4. Kontakte zu den Lieben halten

Auch wenn es nicht möglich ist Freunde und Großeltern zu besuchen … Kontakt halten ist wichtig. Also ran ans Telefon oder den Messenger. Übrigens können Großeltern und Kleinkinder ein super Gespann sein. Die Großeltern können den Kindern über Videotelefonie Geschichten vorlesen und die Kleinen können von ihrem Tag berichten. So sind beide Seiten gut unterhalten und die Eltern sind entlastet. Sogar gemeinsame Brett- und Kartenspiele sind möglich, wenn man die Regeln ein wenig abändert und kreativ ist.

5. Bewegung tut der Seele gut

Auch wenn es mühsam ist. Zieht euch wettergerecht an und geht nach draußen. Bewegung an der frischen Luft unterstützt das Immunsystem und macht gute Laune.

Falls das Wetter mal nicht passt, überlege dir, wie ihr drinnen Sport machen könnt. Es gibt tolle Apps, die dich bei Übungen anleiten. Schon 20 Minuten Sport täglich bringen den Kreislauf in Schwung und helfen die Stresshormone abzubauen. Außerdem ist so eine Gruppensporteinheit ein Erlebnis, das euch als Familie wieder zusammenschweißt.

6. Entspannung

Jede Aktivität braucht auch einen Gegenpol. Entspannung ist genau so wichtig wie Bewegung. Beachte innerhalb der Familie, dass jeder anders entspannt. Der eine versinkt in einem guten Buch, der andere kann still sitzend meditieren und wieder andere brauchen langsame Dehnung, die sie in die Entspannung führt. Auch ich nütze die Yoga-Online-Angebote meiner zwei Lieblingslehrerinnen.

7. Balance zwischen Gesellschaft und Alleinsein

Gerade wenn alle auf engem Raum zusammen sind, kommt auf das allein sein zu kurz. In vielen Wohnungen fehlen die Rückzugsmöglichkeiten. Wer immer aufeinander klebt, geht sich schnell auf die Nerven. In diesem Blogartikel habe ich beschrieben, wie du auch in kleinen Wohnungen Rückzugsmöglichkeiten schaffen kannst.

Diese Balance zwischen Gesellschaft und allein sein ist im Moment besonders schwierig. Die einen sitzen ganz allein zu Hause und langweilen sich. Die anderen sitzen in kleinen Wohnungen dicht gedrängt und versuchen für jeden Platz zu schaffen.

8. Mach dich fein!

Das was vielen im Moment abgeht ist sich wieder einmal hübsch zu machen und auszugehen. Was spricht eigentlich dagegen das zu Hause zu machen?
Mein Mann und ich haben beschlossen abends immer wieder fein zu speisen. Wir kochen etwas Feines, machen einen guten Wein auf und machen uns hübsch. Ein Ausgehabend zu Hause!

9. Nachrichtenbegrenzung

Wir werden überschwemmt von schlechten Nachrichten. Es ist manchmal mehr, als du vielleicht ertragen kannst. Dabei werden die Covid-19 Zahlen nicht kleiner, wenn du sie stündlich checkst. Wenn du merkst, dass dich all die schlechten Nachrichten belasten, dann gehe auf Nachrichten-Karenz. Du musst nicht jeden Tag Nachrichten hören. Zwei bis drei Mal pro Woche langt auch. Diese Anregung kann gerne auch auf die Social Media erweitert werden. Denn auch dort tut nicht alles gut, was derzeit zu lesen ist.

10. Hobbys

Manchmal kann es durchaus sinnvoll sein die Zeit zu nützen und etwas ganz Neues anzufangen. Das gibt dir ein Gefühl von Aufschwung und Freiheit. Wenn du also ein Hobby hast, das du immer schon mal ausprobieren wolltest, dann ist vielleicht jetzt gerade der richtige Zeitpunkt dafür. Vor allem gibt es viele Hobbys die deine gesamte Konzentration einfordern. Das führt dazu, dass du zumindest in dieser Zeit den Kopf sorgenfrei hältst. Wenn du schon immer einmal Stricken probieren wolltest, dann schau doch hier vorbei.

11. Gefühle annehmen und zeigen

Auch wenn es im Moment für dich unangenehm ist: Schlechte Gefühle dürfen sein. Vielleicht gelingt es dir, diese Gefühle einfach wahrzunehmen, stehen zu lassen und anzunehmen. Es ist in Ordnung manchmal traurig, wütend, genervt oder unmotiviert zu sein.

12. Und wenn es doch zu Streit kommt?

Kennst du den Spruch: Gewitter reinigen die Luft? Gerade dann, wenn alle eng zusammen wohnen, führen oft Kleinigkeiten zu Streit. Die Nähe ist kaum mehr zu ertragen und die Emotionen brauchen ein Ventil. Dann sind die Familienmitglieder oft Reibebaum und Emotions-Abfalleimer.
Ist das schön? Nein! – Aber es ist menschlich.

Sinnvoll ist es, wenn ihr euch einmal zusammensetzt und klärt, was ihr im Fall eines Streits tun könntet, damit nicht zu viel Porzellan zerschlagen wird:

  • Sport kann ein wunderbares Ventil sein.
  • Es kann aber auch helfen einfach den Raum zu verlassen und sich zurückzuziehen.
  • Es ist auch ok, dem anderen mitzuteilen: „Du, ich kann das jetzt nicht ruhig besprechen. Ich brauche erst einmal Abstand. Reden wir später drüber!“

13. Bei Überforderung

Wenn du dich überfordert fühlst, dann hol dir unbedingt Hilfe und Unterstützung. Alle kontaktfreien Berufe dürfen ja weiter arbeiten. Psychologen, Lebensberater und Co stehen also bereit. Ich habe z. B. auch online Sprechstunden. Du musst also nicht einmal das Haus verlassen. Du brauchst nur eine ruhige Ecke, wo dich niemand stört. Im Krisenfall kann das auch das Badezimmer sein. Das Argument: „Aber ich kann doch nicht frei sprechen, wenn alle zu Hause sind!“ gilt so nicht mehr.

14. Wenn gar nichts mehr geht … Hilfsnummern

Wenn gar nichts mehr geht … dann brauchst du den letzten der 14 einfachen Schritte aus dem Lagerkoller: Dann hilft nur der schnelle Griff zum Telefon.

Hier findest du eine Liste der Krisenstellen in Österreich.

https://www.gesundheit.gv.at/leben/suizidpraevention/betroffene/krisentelefonnummern

Hier sind die Kontaktstellen in Deutschland.

https://familienportal.de/familienportal/lebenslagen/krise-und-konflikt/krisetelefone-anlaufstellen

Hier findest du die Kontaktstellen in der Schweiz

https://www.promentesana.ch/de/beratung/hilfe-im-notfall/adressen-u-telefonnummern.html

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