17 Tipps um den Selbstwert deines Kindes zu stärken

Mit diesen 17 Tipps stärkst du den Selbstwert deines Kindes

Den Selbstwert von Kindern stärken; das ist ein Wunsch der von vielen Eltern an mich und Kolleginnen heran getragen wird. Es scheint oft so, als würden wir Elternbildnerinnen die geheime Zauberformel kennen, dass Kinder möglichst schnell stark und selbstbewusst werden.

Spoiler: Wir haben diese Zauberformel auch nicht. Wir wissen lediglich, dass es ein paar Grundprinzipien gibt, die das Selbstbewusstsein der Kinder stärken. Für die Entwicklung des Selbstwerts ist eine Summe einzelner Faktoren verantwortlich.

17 Tipps um den Selbstwert deines Kindes zu stärken

Der Selbstwert begründet sich auf eine Summe von einzelnen Faktoren

Diese bauen aufeinander auf und bedingen sie einander. Somit gibt es nicht DIE eine Maßnahme, die den Selbstwert eines Kindes stärkt.
Trotzdem kommt immer auch noch die einzigartige Persönlichkeit jedes Kindes dazu. Ein introvertiertes Kind kann einen gewunden Selbstwert haben und wird sich dennoch ganz anders verhalten, als es extravertiertes Kind.

Begriffsverwirrung rund ums selbst

Allein schon sprachlich herrscht eine große Verwirrung um die Begriffe rund ums selbst. Sie sind teilweise nicht eindeutig definiert, sodass jede Schreibende erst einmal erklären muss, wie sie die einzelnen Begriffe genau versteht. Denn nur so ist eine sinnvolle und fruchtbringende Diskussion möglich. Ich habe das hier in diesem Artikel getan.

Was ist also der Selbstwert?

Selbstwert ist die Basis!
Es ist der Wert, den sich dein Kind selbst beimisst. Dieser Selbstwert bestimmt die Interaktion mit anderen. Er ist dafür verantwortlich, ob dein Kind nach außen hin sicher auftritt, oder sich schnell verunsichern lässt. Er ist auch daran beteiligt, wie gut dein Kind mit Fehlern umgehen kann. Selbstwert sollte immer unabhängig von Liebe und Leistung sein.
Der Selbstwert entwickelt sich schon im frühesten Kindesalter. Schon lange bevor dein Kind sprechen lernt, nimmt es wahr, was seine Umgebung über es sagt und denkt.

Nütze diese 17 Tipps um den Selbstwert deines Kindes zu stärken

  1. Die eigenen Haltung gegenüber dem Kind überprüfen
  2. Schenke Zeit – in jeder Hinsicht
  3. Achte auf deine Sprache (auch wenn dein Kind nicht bewusst zuhört)
  4. Respektiere kindliche Gefühle
  5. Hilf deinem Kind seine Stärken zu sehen und sich darüber zu freuen
  6. Ermutige dein Kind
  7. Höre gut zu!
  8. Frag bevor du hilfst!
  9. Akzeptiere die Lösungswege deines Kindes
  10. Sei sparsam mit Kritik
  11. Lasse Erwartungshaltungen los
  12. Respektiere Entscheidungen deines Kindes
  13. Lass zu, dass dein Kind Verantwortung übernimmt
  14. Antworte auf Fragen ohne zu schulmeistern
  15. Zeige deinem Kind, dass es in Ordnung ist Fehler zu machen
  16. Behandle dein Kind gleichwürdig
  17. Unterstütze den Forscherdrang deines Kindes
  18. Sei Vorsichtig mit dem Wort nein

Damit es klarer wird gehe ich auf jeden der Tipps noch einmal genauer ein.

Die eigene Haltung

Entscheidend im Umgang mit anderen Menschen ist in erster Linie die Haltung.
Wie steht es also um dein eigenes Selbstwertgefühl? Kannst du deinem Kind ein gutes Vorbild sein oder solltest du auch an deinem Selbstwertgefühl noch arbeiten.

Es ist schwierig für Eltern etwas zu vermitteln, womit sie selbst Schwierigkeiten haben. Nicht unmöglich – aber schwierig.
Deine Haltung beeinflusst auch die unsichtbaren Signale, die du aussendest. Sie spiegelt sich in deiner Körpersprache, deiner Stimmlage und deiner Mimik wieder. Sie drückt aus, ob du deinem Kind etwas zutraust, oder nicht. Und das alles, ohne dass du ein einziges Wort sagen musst.

Schenke Zeit

Schenke diese Zeit in jeder Hinsicht.
Zeit, die du mit deinem Kind verbringst. Gemeinsam verbrachte Stunden sind so wertvoll.

Falls du mehrere Kinder hast, dann achte darauf, dass jedes dieser Kinder – zumindest ab und zu – Exklusivzeit mit dir hat und dich nicht teilen muss.
Aber eben auch Zeit, die du deinem Kind zugestehst um Dinge selbst zu machen und selbständig zu werden. Denn am Anfang, wenn Menschen lernen, sind sie noch langsam. Diese Zeit musst du in deinem Tagesablauf einberechnen.

Achte auf deine Sprache

Achte vor allem auch dann auf deine Sprache, wenn du über dein Kind sprichst und nicht mit ihm. Oft bekommen Kinder genau mit, dass du mit einer anderen Person über sie sprichst. Scheinbar spielen sie unbeteiligt, aber sie haben große Ohren.
Kinder nehmen übrigens auch schon in der vorsprachlichen Zeit ganz viel von dem auf, was ihre Eltern sagen. Oft ist es gut oder lustig gemeint, aber Ausdrücke wie „mein kleines Monster“ beeinflussen das Selbstbild deines Kindes.

Respektiere kindliche Gefühle

Ich kann es gar nicht oft genug schreiben: Respektiere die Gefühle deines Kindes und mach sie nicht klein.
Wenn sich dein Kind ärgert, dann spiegle ihm zurück: „Das ärgert dich jetzt, hm.“ Das genügt schon, dass dein Kind das Gefühl bekommt: „Mama versteht mich!“

Signalisierst du aber: „Das ist doch nicht so schlimm!“, dann zeigst du deinem Kind damit, dass es seinen Gefühlen nicht trauen kann.

Hilf deinem Kind seine Stärken zu sehen

Es ist ja wirklich blöd: einerseits, sollen wir unsere Stärken sehen, andererseits sollen wir nicht prahlen, wenn wir etwas so richtig gut können! Eine typische Doppelbotschaft. Wenn du deinem Kind das beibringst, so hat es das Gefühl, dass es nur falsch reagieren kann.
Hilf deinem Kind also seine Stärken zu sehen und sich daran zu freuen. Frag einfach immer wieder, was an diesem Tag besonders gut gelungen ist oder was es gut kann.

Ermutige dein Kind

Natürlich kann dein Kind nicht alles können. Ermutige es jedoch immer wieder dazu, auch Dinge auszuprobieren, die es nicht so gut kann. Denn vielleicht kommt es drauf, dass es sich zwar anfangs plagen muss, aber trotzdem eine Begabung hat.

Höre gut zu

Höre deinem Kind aufmerksam zu. Manchmal wirst du überrascht sein, welch tolle Gedanken dieser kleine Mensch hat. Auch wenn nicht immer alles – von deiner Erwachsenenwarte aus – richtig ist, können die Gedanken für dein Kind schlüssig sein.

Wenn du das verstehst, kannst du deinem Kind viel besser weiter helfen.

Frag, bevor du hilfst!

Ich weiß es ist schwer zuzusehen, wie dein Schatz sich plagt. Aber manchmal empfinden Kinder diese Situationen ganz anders als wir Erwachsene. Also frag, ob du helfen sollst. Gerade bei dreijährigen kannst du damit so manchen Wutanfall vermeiden.

Auch in der Pubertät ist dieser Grundsatz wieder besonders wichtig. Jugendliche dürfen und müssen manche Erfahrung selbst machen.

Wir müssen uns von dem Gedanken verabschieden, unser Kind könne ohne Herausforderung und Leiden großwerden, wenn wir es nur gut genug machen. Das ist gar nicht das Ziel. Das Ziel heißt vielmehr: Bewältigungskompetenz.

Inke Hummel

Akzeptiere die Lösungswege deines Kindes

Vielleicht findet dein Kind andere Lösungen, als du sie hast. Darin liegt auch eine Chance. Denn ein junges unbeeinflusstes Gehirn geht anders an die Sache heran. Lass dein Kind also auf alle Fälle einmal seinen Lösungsweg ausprobieren. Wenn du Sorge hast, dass es nicht funktioniert, halte dich im Hintergrund und sei da, wenn es nicht klappt.

Sei sparsam mit Kritik

Dein Kind übt noch. Viele Dinge lernt es gerade neu. Natürlich beherrscht es sie nicht so gut wie du. Schau auf die Absicht dahinter und halte dich mit Kritik zurück.

Wenn dir dein Kind ein Brot schmiert, sag einfach Danke und jammere nicht über die vielen Brösel, die dabei entstanden sind.

Lasse Erwartungshaltungen los!

Dein Kind ist eine eigene Persönlichkeit. Es folgt seinem eigenen Lebensplan. Dieser Plan kann massiv von deinen Vorstellungen abweichen. Behalte das Glück deines Kindes im Auge, dann wird es dir leichter fallen, dich von deinen Erwartungen zu lösen.

Respektiere die Entscheidungen deines Kindes

Bei kleinen Kinder ist es oft die Entscheidung ob das grüne oder das gelbe T-Shirt angezogen wird. Je älter dein Kind wird, desto weitreichender können diese Entscheidungen deines Kindes sein.

Höre zu und hinterfrage und versuche zu verstehen: Egal, worum es sich handelt.

Lass zu, dass dein Kind Verantwortung übernimmt

Eltern wollen ihre Kinder schützen. Das führt oft dazu, dass den Kindern alle Steine aus dem Weg geräumt werden. Bitte lass das. Damit tust du deinem Kind nichts Gutes.

Kinder wollen Verantwortung übernehmen. An dir liegt es zu beurteilen, ob dein Kind die Verantwortung tragen kann und als Back-up-System zur Verfügung zu stehen.

Ja, dieses Danebenstehen, Zusehen und Abwarten ist oft anstrengender als einzugreifen. Aber du bekommst ein selbständiges, starkes Kind mit einem stabilen Selbstwert.

Antworte auf Fragen, ohne zu schulmeistern

Egal wie alt dein Kind ist, beantworte seine Fragen. Manchmal sind die Kinderfragen ganz schön herausfordernd und du wirst dir überlegen müssen, wie du die Fakten auf Kinderniveau herunterbrechen kannst.

Versuch dabei nur auf die Frage zu antworten und nicht zu weit auszuufern und Vorträge zu halten oder bei deinen Antworten auch deine Meinungen mitzutransportieren.

Das gelingt nicht immer. Du bist ein Mensch und dein Kind darf natürlich auch deine Meinung und deine Werte kennen lernen. Versuche aber immer durch Beispiel und Vorbild zu wirken.

Zeige deinem Kind, dass es in Ordnung ist Fehler zu machen

Wo gehobelt wird, fallen Späne.

Sprichwort

Fehler passieren. Sie zeigen uns und unseren Kindern, was nicht funktioniert. Beim nächsten Versuch können wir es dann besser machen.
Auch hier steht eine grundlegende Haltung dahinter. Du kannst deinem Kind diese Tatsache predigen, so viel du willst, entscheidend ist dein Umgang mit deinen eigenen Fehlern.

Behandle dein Kind gleichwürdig

Gleichwürdig bedeutet, dass dein Kind hinsichtlich seiner Werte und Würde gleichen Wert hat und seine Meinung gehört wird.

Gleichwürdigkeit ist ein vom dänischen Familientherapeuten Jesper Juul geprägter Begriff der sich auch Gleichheit und Würde zusammensetzt. Er bedeutet aber weder Gleichberechtigung noch Gleichheit und zieht auch nicht unbedingt Gleichbehandlung nach sich.

Unterstütze den Forscherdrang deines Kindes

Dabei ist es nicht wichtig, dass du auf alles eine Antwort hast oder weißt, wie es geht. Lass dich mit deinem Kind gemeinsam auf die Reise ein.

Egal ob dein Kind wissen will, warum der Himmel blau ist oder ob es nicht Störung der Totenruhe ist, wenn die Gebeine von den Alten Römern ausgegraben werden. Geh auf die Frage ein und forscht gemeinsam.

Es ist auch nicht entscheidend, ob ihr zu einer Lösung kommt. Für manche Fragen gibt es keine eindeutigen Lösungen. Oft ist es ein „es kommt darauf an“. Denn klar ist es Störung der Totenruhe, wenn wir alte Gebeine ausgraben. Aber wir lernen dadurch eben auch sehr viel Wichtiges über diese Zeit.

Sei vorsichtig mit dem Wort nein

Oft sprechen Erwachsene vorschnell das Wort nein aus. Das Wort nein hat durchaus seine Berechtigung. Aber manchmal kannst du deine Absicht auch wesentlich liebevoller erreichen. Z. B. indem du nachfragst oder Alternativen bietest.

Du merkst schon, Fachleute könnten ganze Bücher damit füllen, was Eltern tun können, um den Selbstwert des Kindes zu unterstützen und ihn gut zupflegen und wachsen zu lassen.

Ein Buch über den Selbstwert und seine Entwicklung

Auch meine liebe Kollegin Vera Rosenauer widmet in ihrem Buch „Kinder stark machen – was dem Selbstwert gut tut“ ** ein ganzes Kapitel der Begriffsklärung. Du wirst sehen, dass sie manche Begriffe geringfügig anders verwendet. Genau deshalb ist eine Begriffsdefinition so wichtig.

Bereits das Inhaltsverzeichnis ist übersichtlich und klar gegliedert. Das finde ich bei so einem Buch wichtig, denn es sollte auch als Nachschlagewerk geeignet sein. Einmal gelesen, möchte ich die Stelle wiederfinden, an die ich mich erinnere.
Wichtig finde ich die Fallbeispiele aus dem konkreten Erziehungs- und Beratungsalltag. Denn Beispiele machen alles gleich viel klarer und merk-würdiger.
Am Ende jedes Kapitels findest du eine kleine Übung.

Ich habe das Vorwort für dieses Buch geschrieben und das ist mir eine beonsere Freude. Für mich ist das ein Zeichen, dass Frauen sich auch dann untersützen können, wenn sie in der gleichen Branche arbeiten.

**(Dieser link ist ein sogenannter Affiliate-link. Das Buch wird dadruch für dich nicht teurer, aber ich bekomme einen kleinen anteil am Verkaufspreis.)

Du kannst etwas gewinnen!

Vera hat mir als Dank ein Exemplar zur Verfügung gestellt, das ich verlosen darf. Dieses Exemplar werde ich unter allen neuen Abonnentinnen der Entfaltungspost verlosen, die sich bis zum 29.03 eingetragen haben. Wenn du meine Entfaltungspost noch nicht abonniert hast, dann trag dich gleich hier ein und sichere dir die Gewinnchance. Am 30.03.2021, meinem Geburtstag, werde ich dann auslosen.

Da ich aber nicht nur neue Abonnentinnen gewinnen will, sondern auch meine bestehenden wertschätze, habe ich mich entschlossen noch ein Exemplar drauf zu legen. Im nächsten Newsletter am Freitag wirst du mehr darüber lesen.

Beide Bücher werden auf Wunsch mit einer Widmung der Autorin versehen.
Ich wünsche allen, die mitspielen viel Glück!

Bleib gesund und gelassen!
Deine Mütterversteherin

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