Speiseplan

Ein Speiseplan verhindert Streit am Familientisch

„Na geh, schon wieder Spaghetti!“ tönt es am Tisch.

Jetzt bist du platt. Spaghetti gehören doch zu den Lieblingsspeisen deiner Kinder. Du hast sie gemacht, um ihnen eine Freude zu machen und Streitereien ums Essen aus dem Weg zu gehen. Da hast du dich wohl verkalkuliert.

Ein Speiseplan verhindert Streit am Familientisch! Ich verrate dir warum und was deine Kinder dabei lernen.

Ein Speiseplan verhindert Streit am Familientisch

Kennst du das?

Ich habe solche Situationen mehr als einmal erlebt. Am Vortag fragten meine Kinder noch: „Mama, wann gibt es endlich wieder Palatschinken?“ und als sie dann am Tisch standen, wollte sie plötzlich keiner mehr.

Frust auf allen Seiten. Ich war ärgerlich, weil ich den Kids eine Freude machen wollte. Die Kinder aßen kaum etwas. Ich redete mich in Rage: „Gestern habt ihr doch noch nach Palatschinken gefragt.“, und kämpfe mit meinem Unmut darüber, dass meine Bemühungen weder gesehen noch bedankt werden. Meine Laune war im Keller.

Aber auch die Kinder waren knautschig, stocherten lustlos im Essen herum und standen halb-hungrig vom Tisch auf. Das mündete meist in mieser Laune am Nachmittag.

Der Großteil der Palatschinken blieb übrig. Daher ärgerte ich mich nach dem Essen gleich noch einmal. Denn schließlich kann man Essen ja nicht wegwerfen. „Auch Kinder müssen das lernen!“- hallt die Stimme meiner Mutter in meinen Ohren.

Zumindest konnte ich aus den übrig gebliebenen Palatschinken noch Frittaten machen.

Zu solchen Situationen kam es bei uns öfter. Egal ob es sich um Palatschinken, Pizza, Spaghetti, Schnitzel oder auch Spinat oder Brokkoli handelte. Wobei ich es bei Spinat und Brokkoli noch verstanden hätte. Aber auch da konnte plötzlich ein Wunder passieren. „Warum hast du heute davon so wenig gemacht?“

Wie man es als Mama macht, ist es falsch

Zumindest hatte ich lange Zeit dieses Gefühl. Bis ich dazu übergangen bin einen Speiseplan zu schreiben. Ich durfte feststellen: Ein Speiseplan verhindert Streit am Familientisch.

Jede Woche am Samstag legten wir gemeinsam den Speiseplan für die nächste Woche fest. Nachdem wir 4 Familienmitglieder sind, durften sich die Kinder je 2 Gerichte wünschen. Mein Mann und ich legten jeweils ein Gericht fest und das verbleibende Gericht legten wir gemeinsam fest.

Auf dem Speiseplan war vermerkt, wer sich das Gericht gewünscht hatte.

Die Regel war, dass weder zwei Fleisch- noch zwei Süßspeisen aufeinander folgen durften. Zwischendurch musste es auch „gesunde“ Gerichte geben.

Dieser Speiseplan war über Jahre hinweg mein Lebensretter.

Ein Speiseplan verhindert Streit am Familientisch

Deine Kinder fühlen sich ernst genommen

Allein die Tatsache, dass du deine Kinder in die Planung einbeziehst, gibt ihnen das Gefühl ernst genommen zu werden. Sie merken, dass sie mitbestimmen dürfen und dass ihre Meinung zählt.

Denn oft ist dieses „Das mag ich nicht!“ nur ein Aufschrei nach Mitbestimmung.

Dein Kind weiß, was auf den Tisch kommt

Das klingt jetzt erst einmal komisch, aber für viele Kinder ist es tatsächlich wichtig, sich auf das Essen einstellen zu können.

Kinder sind in vielen Dingen den Notwendigkeiten und den Plänen der Erwachsenen ausgeliefert. Genauso fühlen sie sich auch. Wenn sie sich also am Vormittag in der Schule ausgemalt haben, dass sie zum Mittagessen Pizza bekommen und dann steht Kartoffelpüree auf dem Tisch, dann sind sie erst einmal enttäuscht. Auch dann, wenn sie Kartoffelpüree ganz gerne essen..
Mit einem Speiseplan kannst du diese Enttäuschung verhindern.

Jeder kommt einmal dran

Manchmal kommt es nur deshalb zu Widerstand, weil dein Kind das Gefühl hat: „Alle anderen bekommen ihre Lieblingsspeisen. Nur ich darf nie aussuchen!“

Nachdem jeder Wünsche äußern darf merken deine Kinder, dass abwechselnd jeder einmal dran kommt. Wenn einmal etwas nicht so schmeckt, dann steht fest, dass sie ein anderes Mal ihre Wünsche äußern dürfen.

Ein Speiseplan unterstützt die Selbstwirksamkeit und Selbständigkeit

Gerade jüngere Kinder suchen sich oft bewusst Speisen aus, die sie selbst auch ohne Schwierigkeiten essen können. Deshalb ist z. B. Kartoffelpüree sehr beliebt. Dein Kind weiß dann, dass es selbstbestimmt am Tisch sitzen kann. Das fördert sein Bedürfnis nach Kompetenz.

Du erfährst warum dein Kind bestimmte Speisen nicht mag

Manchmal liegt es nicht unbedingt am Geschmack, dass dein Kind bestimmte Speisen nicht mag, sondern an der Konsistenz. Vor allem Kinder die Schwierigkeiten mit der sensorischen Integration haben, sind für derartige Wahrnehmungsfeinheiten im Mundbereich sensibel. So ist es oft ok pürierte Gemüsesuppe zu essen. Suppe mit Gemüsestücken geht aber gar nicht.

Hier findest du einen Wochenspeiseplan zum kostenlosen Download!

Du hast ein spezielles Problem?

Du hast ein spezielles Problem, das klar umrissen ist. Im Prinzip kommt ihr gut zurecht, aber zu einer Sache hättest du ein paar Fragen?
Dann ist mein Feuerwehr-Coaching genau richtig für dich. Schnell und unkompliziert kannst du es buchen, indem du auf den Button klickst.

Was dein Kind durch den Speiseplan lernt

Die Kinder lernen auch andere Gerichte kennen

Durch den Speiseplan wird es passieren, dass immer wieder mal ein Familienmitglied nicht unbedingt mit der Speisenwahl einverstanden ist. Aber vielleicht wird es trotzdem kosten und seine geschmacklichen Vorlieben erweitern. Wenn nicht, dann gibt es eben an diesem Tag Butterrot. Niemand wird gezwungen zu essen, was ihm absolut nicht schmeckt.

Die ganze Familie lernt zu diskutieren und zu verhandeln

Bei uns war vor allem das eine Gericht, auf das wir uns alle einigen mussten oft eine Herausforderung. Es gab lange Diskussionen, viele Vorschläge, aber am Ende sind wir immer zu einer Lösung gekommen. Allein durch diese Auseinandersatzung haben wir alle viel gelernt.

Alle merken, dass oft kleine Abwandlungen den Unterschied machen

Du magst keine Knödel zum Ragout, aber mit dem Ragout bist du einverstanden? Was könnten wir also machen, dass es für dich passt? Spätzle? Alle einverstanden? Super!

Durch das Durchwechseln von Süß- und Fleischspeisen mit Gemüsegerichten wird auch die Gerichte-Vielfalt geschult. Denn wenn am Dienstag bereits ein Fleischgericht auf dem Plan steht und dein Kind darf sich am Mittwoch etwas aussuchen, so muss es nachdenken, was von seinen gewünschten Gerichten auf den Plan passt.

Vorteile eines Speiseplanes für dich

  • Du musst nicht mehr täglich über das Essen nachdenken.
  • Du weißt im Vorhinein, was du an Zutaten brauchst.
  • Du tust dir leichter, wenn du deine Einkäufe planst.

Jetzt bin ich neugierig?

Habt ihr einen Speiseplan? Schreib mir doch in die Kommentare und teile mir deine Erfahrungen zu dem Thema mit.

Bleib gesund und gelassen!

Deine Mütterversteherin

Teile diesen Beitrag und hilf mit den Familienalltag gelassen zu machen!
2 Kommentare
  1. Andrea Zehendner sagte:

    Liebe Ilse,
    wir haben schon öfters Versuche mit einem Speiseplan gestartet und nach einer Zeit ist es dann leider eingeschlafen.
    Aktuell läuft es wieder ganz gut. Schon wegen Corona ist es mir wichtig nicht so oft einkaufen zu gehen. Außerdem sind wir in sechs Personenhaushalt und da hat doch jeder so seine Bedürfnisse.
    Davon, dass ich es allen Recht mache, habe ich mich verabschiedet. Auch bei uns darf sich jeder ein Essen wünschen und einmal wird gar nicht gekocht oder es gibt Brotzeit oder wir holen uns etwas.

    Ich trage das Essen in unseren Online-Familienkalender ein, so kann jeder an seinem Handy nachschauen was es gibt und sich schon mal seelisch und moralisch darauf einstellen. 😂

    Das gibt wirklich weniger Konfliktpotenzial. ☺️

    Liebe Grüße
    Andrea

    Antworten

Hinterlasse einen Kommentar

An der Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.