lügen

So reagierst du auf Lügen deines Kindes

Viele Eltern sind entsetzt, wenn sie das erste Mal bemerken, dass ihr Kind sie anlügt. Je nach Alter des Kindes sollte die Reaktion auf diese Lügen unterschiedlich ausfallen.

Gründe und Anlässe für Lügen sind unterschiedlich

Je nach Alter haben Kinder ganz unterschiedliche Gründe zu lügen.  Bei etwa 4-jährigen handelt es sich oft um Schwindeleien und sie erfassen die Tragweite ihrer Lügen gar noch nicht richtig. 6-jährige  wissen dann schon wie sich ihr Verhalten auf andere auswirkt und dementsprechend lügen sie bewusst. Im Alter von 12 – 16 Jahren sind Lügen oft ein – nicht ganz ideales – Mittel zur Abgrenzung.

So reagierst du auf Lügen deines Kindes, Mutter umarmt ihren traurigen Sohn

So reagierst du auf Lügen deines Kindes

Deine Reaktion auf Lügen deines Kindes bleibt vom Anlass und Grund des Lügens weitgehend unberührt. Es gibt ein paar Reaktionsmöglichkeiten, die immer passend sind.

Vertrauensvolle Umgebung schaffen

Viele Lügen entstehen, weil ein Kind Angst vor Strafen hat. Das kannst du schon im Vorfeld vermeiden, indem du eine vertrauensvolle Umgebung schaffst. Signalisiere deinem Kind immer wieder: „Wenn du etwas angestellt hast, finden wir gemeinsam eine Lösung. Wir halten zu dir.“

Das wird deinem Kind helfen, Fehlverhalten und Missgeschicke einzugestehen.

Lass deinem Kind aber auch Bereiche, die nur ihm gehören und respektiere seine Privatsphäre. Manchmal lügen Kinder, um ihre Privatsphäre zu schützen.

Biete deinem Kind die Möglichkeit seine Sicht zu schildern

Manchmal ist die Situation aus der Sicht des Kindes ganz anders, als sie sich für die Erwachsenen darstellt. Das kann der Fall sein, wenn dein Kind im Vorbeigehen eine Schüssel hinunterwirft und gar nicht bemerkt, dass es diese Schüssel berührt hat. Daher fühlt es sich auch nicht verantwortlich, wenn die Schüssel zerbrochen ist. Es wird behaupten: „Ich habe gar nichts gemacht.“

Direkt ansprechen

Wenn du das Gefühl hast, dass dich dein Kind belügt, solltest du keine Falle stellen, sondern die Situation direkt ansprechen.

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Eine Chance zur Aufklärung geben

Wenn du dein Kind bei einer Lüge ertappst, dann konfrontiere es nicht direkt damit. Denn ein „Sag mir die Wahrheit!“ oder „Stimmt das wirklich.“ fördert einen Reflex der Verteidigung. Dein Kind wird auf seiner Aussage bestehen.
Mach stattdessen eine Türe auf, indem du etwas sagst wie: „Das klingt jetzt nicht so realistisch. Kann das sein, dass du gerade schwindelst oder eine Geschichte erfunden hast?“
Oder du fragst: „Kann es sein, dass du Angst hast, mir die Wahrheit zu sagen?“
In beiden Fällen ist es wichtig, dass deine Stimme freundlich ist und deine Haltung zugewandt.

Fiktive Szenarien aufmachen

Eine weitere Möglichkeit ist es davon auszugehen, dass hier jemand eine Lügengeschichte aufgetischt hat und gemeinsam mit dem Kind herauszufinden: „Was wäre wenn die Wahrheit ans Licht kommt.“ Diese Methode eignet sich vor allem für jüngere Kinder

Dein Kind nie bloßstellen

Wenn du dein Kind beim Lügen ertappst, dann decke diese Lüge nie vor anderen auf. Erzähle auch anderen Menschen nicht über die Lügen deines Kindes. Vor allem dann nicht, wenn dein Kind dabei ist. Du beschämst dein Kind und das macht es für dein Kind schwer, dir zukünftig die Wahrheit zu sagen. Schließlich könnte es sein, dass du seine Fehler auch vor anderen breittrittst.

Stelle dein Kind nicht bloß und hilf ihm seine Würde zu wahren.

Ilse Maria Lechner

Gründe für das Lügen herausfinden

Wenn es dir wichtig ist, dass dich dein Kind zukünftig nicht anlügt, dann solltest du die Gründe für dieses Verhalten herausfinden. Vielleicht schämt sich dein Kind oder es wollte Anerkennung durch andere. Dann solltest du deinem Kind helfen ein gutes Selbstwertgefühl zu entwickeln.
Wenn Angst vor Strafen der Grund für die Lüge war, dann solltest du deine Reaktionen auf Fehlverhalten unter die Lupe nehmen und am Vertrauen deines Kindes arbeiten.

Vorbild sein

Wie immer gilt es Vorbild für dein Kind zu sein. Dein Kind lernt mehr aus deinem Verhalten, als aus jeder Moralpredigt.

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Kind selbst nicht belügen

Daher ist es wichtig, dass du dein Kind selbst nicht belügst.

Wenn du einmal über etwas nicht sprechen willst, dann sag das. Du kannst ganz offen sagen: „Das ist mir zu persönlich, ich mag das nicht erzählen.“

Belüge dein Kind nicht, um es zu schützen

Viele Erwachsene belügen ihr Kind aus einem Schutzbedürfnis heraus. Da geht es dem totkranken Opa auf einmal „nicht ganz so gut“. Oder die Streitereien der Eltern werden heruntergespielt. Kinder haben ein gutes Gespür und feine Instinkte. Sie merken, wenn in ihrem Umfeld etwas nicht stimmt.

Versuche daher die betreffende Situation kindgerecht zu erklären. Schütze dein Kind, indem du nie mehr erklärst, als dein Kind gefragt hat.

Weiße Lügen

Weiße Lügen sind die kleinen Unwahrheiten, die wir alle einmal sagen, um andere zu schützen oder sie nicht zu kränken. Erkläre deinem Kind diesen Unterschied. Dein Kind muss verstehen lernen, wann Notlügen angebracht sind und wann Ehrlichkeit gefragt ist.

Fehlerkultur

Ich betone es immer wieder: Zeige deinem Kind, dass es in Ordnung ist Fehler zu machen. Denn das hilft auch dabei nicht lügen zu müssen. Dein Kind darf merken, dass du über einen Fehler nicht erfreut bist. Es sollte aber auch wissen, dass du nicht lange schimpfst, sondern ihm hilft alles wieder in Ordnung zu bringen.

Fehler wieder gut machen

Kinder dürfen auch lernen, dass ihre Handlungen Auswirkungen haben. Wenn dein Kind aus Übermut die Vase der Tante kaputt gemacht hat, ist eine Entschuldigung fällig. Wenn du dein Kind vorher gewarnt hast vorsichtig zu sein, könnt ihr auch darüber nachdenken, ob dein Kind Wiedergutmachung leisten kann. Es muss nicht unbedingt eine neue Vase sein. Die Tante freut sich sicher auch über einen Blumenstrauß und eine ehrliche Entschuldigung.

Positive Reaktion auf Ehrlichkeit

Sag deinem Kind, dass du es gut findest, wenn es ehrlich ist. Besonders solltest du das herausstreichen, wenn du merkst, dass deinem Kind diese Ehrlichkeit aus irgendeinem Grund schwer fällt. Du kannst etwas sagen wie: „Ich merke, du hast ein schlechtes Gewissen. Gerade deswegen finde ich es toll, dass du die Wahrheit sagst und nicht versuchst zu schwindeln.

Fazit

Wenn du merkst, dass dein Kind lügt, bleib gelassen. Wir alle lügen manchmal. Mit diesen Tipps wirst du sicher dein Kind dabei unterstützen zukünftig bei der Wahrheit zu bleiben.

Bleib gesund und gelassen!

Deine Mütterversteherin

Ilse Maria Lechner

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